CES

Austinats Kuriositätenkabinett auf der CES: Spielesitze bis 45.000 Euro, die teuerste Massage, die hässlichste Casemod und mehr

Neben Mainboards, Grafikkarten, Fernsehern und Co. gibt es auf der CES alljährlich Produkte, über deren Nutzen man geteilter Meinung sein kann - Vorhang auf für eine höchst subjektive Retrospektive. (Roland Austinat, 17.01.2012)
 
Austinats Kuriositätenkabinett auf der CES (im Bild: ebenfalls zwei Kuriositäten, und zwar die Chief Operations Officer PCGH von der CES - links Carsten Spille, rechts Roland Austinat)
 
Austinats Kuriositätenkabinett auf der CES (im Bild: ebenfalls zwei Kuriositäten, und zwar die Chief Operations Officer PCGH von der CES - links Carsten Spille, rechts Roland Austinat) [Quelle: siehe Bildergalerie]
Das gruseligste Logo: Die CES gibt es schon seit 45 Jahren - und so alt muss auch das Logo sein, unter dem die Massen zwischen North und Central Hall eine Woche im Januar hindurchdrängen. Mit windschiefen Buchstaben steht hier einfach nur "International CES" - kein "Willkommen!", keine Jahreszahl. Mal sehen, wann hier endgültig die Neonröhren ausgehen.

Die originellste Vorführung: Diese Kategorie geht ganz klar an das Samsung Galaxy Note - die Mischung aus Tablet und Smartphone ist in Europa schon Ende 2011 erschienen, in den USA rührte Samsung mit Karikaturzeichnern und Comic-Apps die Werbetrommel. Selbst Kleinkinder (wie kommen die überhaupt auf eine "Ab 18"-Messe?") und der Autor dieser Zeilen waren begeistert.

Der unnötigste Gamer-Sessel: Ace Bayou (http://www.acebayou.com) zeigte auf seinem Stand den XRocker Gaming Chair. Prinzipiell nicht mehr als ein 125 Dollar teurer Sitzsack mit einer Menge von Taschen für DVDs, Getränken, Controllern und anderem Schnickschnack, der bei actionreichen Spielesitzungen vermutlich so schnell wie Sie selbst aus dem Stuhl purzelt.
Die "hässlichste" Case-Mod: Ein blauer, in Bauchhöhe geöffneter Drache? Der aussieht, als hätte jemand ein paar Plastiktüten über einen Pappkarton gezogen und beim Einbau einer neuen CPU die Hälfte der Komponenten nicht mehr vernünftig festgeschraubt? Die Webseite von Ice Dragon Cooling, die mit der Mod für ihre neue Kühlflüssigkeit warb, sieht nicht viel besser aus. Wir haben Sie gewarnt.

Die teuerste Massage: Hart ist der Messealltag - die Schultern werden von Laptop- und Kameratasche nach unten gezogen, die Füße schmerzen ob des Schlurfens über zentimeterdicke Teppiche, Hals und Haut sind von der trockenen Wüstenluft ausgedörrt. Die indische Firma Inada, nach eigenen Angaben "seit 40 Jahren der größte Hersteller robotischer Massagesessel", hilft: Nach einer Massage im Sogno DreamWeave, in vielen Jahren entwickelt von "meisterlichen japanischen Ingenieuren und Shiasu-Massageexperten", fühlen Sie sich "umarmt und geborgen." Selbst Ihr Bankkonto fühlt sich zwischen 8.500 und 9.500 Dollar schwereloser.

Die spannendste Verfolgungsjagd: Allein in den USA landen jährlich bis zu sieben Millionen Tiere im Tierheim - und weniger als 20 Prozent aller entlaufenen Katzen und Hunde finden nach Hause zurück. Damit ist dank des "PetTrackers" Tagg jetzt Schluss. Sie verpassen Ihrem vierbeinigen Freund einfach ein GPS-Halsband für rund 100 Dollar (dazu kommen etwa acht Dollar Monatsgebühr), laden eine App für Ihr Smartphone herunter und bekommen ab sofort eine SMS und E-Mail, wenn Hund oder Katze die "Tagg Zone" verlassen. Dann heißt es: Rein ins Auto, den Laptop oder das Smartphone angeworfen und los geht die wilde Verfolgungsjagd durch die Vorstadt. Wer hätte gedacht, dass die Suche nach einem entlaufenen Tier so filmreif sein kann?

Sonderpreis "Hoch hinaus": Wie bekommt man die besten Aufnahmen der CES ins Objektiv? Mit diesem neuartigen, noch namenlosen High-Tech-Stativ aus Aluminium - dem Material, aus dem selbst modernste Flugzeuge gefertigt werden. Gerüchten zufolge soll das Stativ auch bei der Hausarbeit oder dem Aufhängen von Lampen und Weihnachtsschmuck äußerst hilfreich sein. Wir konnten einen Kollegen beim Beta-Test fotografieren, finaler Erscheinungstermin und Preis sind bislang noch unbekannt.

Sonderpreis "Skate and/or Die": Sie schauen voller Neid auf die Nachbarkinder, die mit ihren Skateboards coole Tricks hinlegen, doch Sie das ewige Abstoßen vom Boden langweilt Sie? Sie wohnen an einem Hang, auf den Sie nach der Arbeit nur ungerne hinauflaufen wollen, doch ein Fahrrad ist zu groß für Ihren Rucksack? Alles kein Problem, denn es gibt das Metroboard - ein etwa acht Kilo schweres, mit einem 600-Watt-Motor angetriebenen und bis zu 30 Stundenkilometer schnelles Skateboard mit einer Reichweite von 24 Kilometern. Knie- und Ellenbogenschoner sowie Krankenhausaufenthalte sind im Preis von rund 550 Dollar jedoch nicht enthalten.

Sonderpreis "Enter the Matrix": Sie haben 6.200 Dollar übrig und Ihre Wohnung besitzt einen stabilen Fußboden? Dann ist der Emperor 1510 aus dem MWE Lab genau das Richtige für Sie: Mit massivem Stahlrahmen, Bose-Lautsprechern und Halterungen für bis zu drei 24-Zoll-Monitore können Sie in diesem Sitz überwintern. Ein weißer Stuhl gefällt Ihnen besser? Kein Problem: Für rund 45.000 (!) Dollar bietet MWE Lab den Emperor 200 an - drei Monitore, ein elektrisch gesteuerter Ledersitz (!), ein Luftfiltersystem (!!) und ein Lichttherapiemodus (!!!) inklusive.

(Ansicht vergrößern für Quellenangaben)
     
 
 
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Aktuelle Kommentare
Allwisser
Komplett-PC-Aufrüster
18.01.2012 12:56
AW: Austinats Kuriositätenkabinett auf der CES: Spielesitze bis 45.000 Euro, die teuerste Massage, die hässlichste Casemod und mehr

ich gebe meinem vorposter uneingeschränkt recht.

mit journalistischer neutralität hat das nichts zu tun, und ist auch generell eher ne flache nummer geworden.

ergänzend möchte ich fragen, was an dem gamersessel denn "unnötig" ist.

absolut zweckdienlich und könnte so direkt vor den 3m diagonal lcd zum konsole zoggen. besser gehts kaum.

scapegod
Schraubenverwechsler
17.01.2012 20:33
AW: Austinats Kuriositätenkabinett auf der CES: Spielesitze bis 45.000 Euro, die teuerste Massage, die hässlichste Casemod und mehr

Also ich muss jetzt mal intervenieren, auch wenn mir der Artikel größtenteils gefällt.

Jah ... die Casemod ist wohl eine der hässlichsten die mir bis jetzt unter die Augen gekommen sind und auch die Website sieht nicht sonderlich professionell aus , aber als Newcomer kann man eben nicht auf ein Budget von mehreren tausend Dollar zurückgreifen.

Bei so einer Website und dieser Casemod scheint es schon an ein Wunder zu grenzen, das es Ice Dragon Cooling überhaupt auf die CES geschafft hat.

Ich weiß selbst wie es ist nen Shop oder eine Website aufzuziehen wenn man von der Materie eigentlich keine Ahnung hat und nebenher auch den Rest der neuen "Firma" irgendwie auf die Beine stellen soll ... alles muss gleichzeitig gemacht werden und am besten schon gestern.

Die Kerle von Ice Dragon Cooling haben eine Idee und sie geben sich Mühe ihr Produkt an den Markt zu bekommen.

Herr Austinat sollte meines Erachtens eher den Mut dieser Minifirma hervorheben. Denn als (wahrscheinlich) Neuling ohne große Marketingressourcen braucht es wirklich eine gehörige Portion Mumm um sich neben die großen zu stellen. Vor allem wenn man eine so schlechte Casemod aufm Stand hat.

Abschließend noch ein Wunsch:
Macht doch bitte einen Test des Ice Dragon Cooling Fluid denn sollte eher das Produkt für eine Firma sprechen oder ihre Casemod?

MfG
scapegod

*sollte ich mich in irgendeinem Punkt irren, bin ich natürlich für konstruktive Kritik empfänglich*

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PC-Selbstbauer
17.01.2012 18:58
Austinats Kuriositätenkabinett auf der CES: Spielesitze bis 45.000 Euro, die teuerste Massage, die hässlichste Casemod und mehr

Über die Casemod musste ich echt lachen - sie sieht genauso aus wie sie im Text beschrieben wurde. Vor allem weil die Kralle an der rechten Pranke des Drachen abgebrochen ist - einfach lieblos gemacht.

Ich weiss ja nicht wie die so auf Kundenfang gehen wollen :/

 
 
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