Haben gewöhnliche Festplatten etwa bald ausgedient? [Quelle: siehe Bildergalerie]
Angesichts immer kleinerer Fertigungsverfahren, die sich unweigerlich der atomaren Grenze nähern werden, wollte das Team vom
Center for Free-Electron Laser Science (CFEL) ergründen, inwieweit man die Entwicklung noch vorantreiben kann. Das Team um Sebastian Loth hat dabei den umgekehrten Weg gewählt. Man hat Datenspeicher Atom für Atom aufgebaut. Die Produktion erfolgte unter einem Rastertunnelmikroskop im kalifornischen San Jose. Dabei speicherten jeweils zwei Ketten aus sechs Eisen-Atomen ein Bit. Um ein Byte zu erreichen waren 96 Atome notwendig. Damit soll die Speicherdichte 100 mal höher ausfallen als auf einer modernen Festplatte.
Festplatten mit gigantischen Kapazitäten sind trotz der Forschung weiter nur Zukunftsmusik. Neben dem Produktionsprozess unter dem Mikroskop macht das Temperaturproblem den Speicher für die Praxis ungeeignet: Ein Datenmonster würde Temperaturen von bis zu 268 Grad Celsius unter Null benötigen. Damit der Speicher überhaupt Realität werden konnte, setzten die Forscher auf antiferromagnetische Materialien. Festplatten nutzen derzeit nur ferromagnetische Effekte. Die ferromagnetischen Strukturen lassen sich über ein Magnetfeld ausrichten, brauchen dazu aber einen gewissen Mindestabstand zueinander. Antiferromagnetische Stoffe lassen sich auch bei einem deutlich kleineren Abstand ausrichten, da sie nach außen hin magnetisch neutral sind.
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