Foxconn erneut in den Schlagzeilen: 300 Mitarbeiter drohen mit Selbstmord [Quelle: siehe Bildergalerie]
Der chinesische Auftragsfertiger Foxconn ist erneut wegen seiner Personalpolitik in den Schlagzeilen. Auslöser des Streites waren Forderungen nach mehr Lohn, die Foxconn ablehnte. Die Mitarbeiter sollten nach den gegebenen Konditionen weiterarbeiten oder mit einer Abfindung das Unternehmen verlassen. Ein Teil der Belegschaft entschied sich für die Abfindung, von der Foxconn dann aber angeblich nichts mehr wissen wollte. Danach hätten viele der Mitarbeiter den Medienberichten zufolge mit kollektivem Selbstmord gedroht, um die Auszahlung der Abfindung zu erwirken.
Dazu sollen sie sich auf das Dach des Werkes im chinesischen Wuhan begeben und dieses besetzt haben. Aufgelöst wurde die Besetzung durch das Einschreiten des Bürgermeisters von Wuhan. Es ist nicht das erste Mal, dass Foxconn in dieser Form in die Medien gerät. Schon mehrfach haben sich Mitarbeiter vom Dach diverser Werke gestürzt. Im vergangenen Jahr starben insgesamt 14 ehemalige Mitarbeiter durch Selbstmord. Wie schon Apple einst will nun auch Microsoft die Vorgänge untersuchen lassen. Man habe bei Microsoft einen Verhaltenskodex, den Auftragsfertiger befolgen müssen, wenn sie für die Redmonder produzieren. Microsoft nehme solche Vorfälle sehr ernst. Solche Aussagen kennt man auch von Apple.
Quellen:
Watch China Times,
Kotaku
Freizeitschrauber
16.01.2012 10:37
Wenn ich mich recht erinnere sind die Löhne bei Foxconn damals zwischen 20-70% nach oben gegangen, ging aber in Etappen.
China ist aber aus vielerlei Hinsicht ideal für westliche Konzerne, es hat viele hochmotivierte und intelligente Arbeiter, eine vergleichsweise gute Infrastruktur, immernoch relativ niedrige Löhne, niedrige Umweltauflagen, nicht vorhandene Arbeitnehmerrechte und politische stabilität (wenn auch mit Gewalt erzwunen).
Es gibt zwar in China das Problem mit der Kopiererei, der viel zu billigen Landeswährung und den täglichen Massenaufständen (von denen es aber kaum welche jemals in unsere Medien schaffen), aber insgesamt rechnet es sich alles immer noch viel zu gut für die Unternehmen.
Da bleibt den Arbeitnehmern halt nur das Mittel des Selbstmord, da alles andere im Westen keine Beachtung findet.
Moderator
15.01.2012 23:57
Seitdem Apple keine Lust mehr darauf hatte, dass die Presse "iPod" und "Suizid" verknüpft hat
Ich weiß nicht genau, wie sich das entwickelt hat bzw. wie viel bei den Arbeitern ankommt (die Presse interessiert sich ja nicht mehr dafür und ich kann kein chinesisch
Flüssigstickstoff-Guru
15.01.2012 21:59
Seit wann wird bei Foxconn mehr verdient als anders wo?
In der Regel wird nur der Mindestlohn bezahlt.