IBM konnte Racetrack-Speicher erstmals konventionell fertigen. (2) [Quelle: siehe Bildergalerie]
Vor einigen Tagen hatte IBM auf dem International Electronic Devices Meeting eine faszinierende Technologie im Gepäck. Erstmals war es dem Unternehmen gelungen, sogenannten Racetrack-Speicher mit dem etablierten photolithographischen Verfahren herzustellen. Mit der Technologie sollen langfristig Laufwerke gefertigt werden, welche die Geschwindigkeit einer SSD mit der Kapazität einer Festplatte kombinieren. Der Racetrack, den IBM kürzlich vorstellte, enthielt bereits alle Elemente, die zum Lesen und Schreiben notwendig sind. Die vorherigen Prototypen hatten Lese-, Speicher-, und Schreibdraht noch auf separaten Chips verbaut. Beim neuen Racatrack-Prototyp handelt es sich um eine Nickel-Eisen-Legierung, die auf einem Silizium-Wafer aufgedampft und anschließend bis auf die Schaltdrähte weggeätzt wurde. Die Dimensionen sind für das menschliche Gehirn kaum vorstellbar. Jeder einzelne Schaltdraht misst lediglich 10 Mikrometer in der Länge. Bei einer Breite von 150 Nanometer ist der Draht gerade einmal 20 Nanometer hoch.
Theoretisch wäre die Technologie mit dem Prototypen bereits für die Massenproduktion geeignet – wenn es da nicht einige physikalische Tücken gäbe. Um die Datendichte von etabliertem Flashspeicher zu erreichen, müsste IBM unzählige Bits durch die Nanodrähte bewegen. IBM hat zu diesem Zweck eine U-förmige Anordnung gewählt. Dafiné Ravelosona vom französichen Institut d'Électronique Fondamentale ist jedoch der Meinung, dass die von IBM gewählte Nickel-Eisen-Verbindung nicht in der Lage ist, ausreichend Bits zu bewegen. "Sie haben nur demonstriert, dass es möglich ist, ein einzelnes Bit durch einen Nanodraht zu schieben." Dessen ist sich wohl auch IBMs Stuart Parkin bewusst, der seit sieben Jahren für IBM an der Technologie arbeitet. Die Speicherdichte habe beim neuen Prototypen einstweilen nicht im Vordergrund gestanden, heißt es. Aber man konzentriere sich auf eben diese Frage. Seine Gruppe suche aktuell nach einem Material, das mehr Bits fassen kann.
Ein Problem der Nickel-Eisen-Legierung besteht darin, dass sie sich relativ leicht umpolen lässt. Dazu sind bereits sehr schwache Magnetfelder im Stande. Dabei ist die Polung des Materials entscheidend. Der Racetrack-Speicher legt seine Informationen in Form von Bits in sogenannten Domänen ab. Dabei handelt es sich um bewegliche, ferromagnetische Abschnitte, die parallel beziehungsweise antiparallel zu den eingangs erwähnten Drähten ausgerichtet sind. Über einen spinpolarisierten Strom werden die Domänen über den Speicherdraht bewegt. Fließt kein Strom mehr, bewegen sich auch die Domänen nicht mehr, was zu einer "Speicherung" der Bitwerte führt. Um das Problem der Anfälligkeit aus der Welt zu schaffen, forscht IBM auch mit hartmagnetischen Materialien. Hier sieht Parkin eine Menge Vorteile. Die Domänen könnten sich hier viel schneller bewegen, außerdem müsse man die Chips aufgrund anderer Materialeigenschaften nicht so präzise fertigen. "Das wird dann Racetrack 2.0", verspricht Parkin.
Quelle: Dailytech
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Volt-Modder
08.12.2011 23:27
@topic:
Irgendwie ist mir unklar, was dieser Fortschritt jetzt bedeutet. IBM hat es geschafft, eine nur eingeschränkt nutzbare Technik kompakter zu fertigen?
Normaler wäre es, erstmal die Funktionalität sicher zu stellen und dann nach günstigen Fertigungsmethoden zu gucken.
Ne, Sie haben wohl das erste mal überhaupt die volle Funktionalität, damit man das auch wirklich verwenden kann in einem Chip implementiert.
Vorher waren das halt immer Einzelteile. Das ist schon ein wichtiger Schritt.
Freizeitschrauber
08.12.2011 17:58
Ganz offensichtlich... Mit dem, was hier gebotenen wird versteh ich nämlich nicht besonders viel.
Moderator
08.12.2011 16:18
Eine Erklärung, was Racetrack eigentlich ist, hätte wohl den Artikel gesprengt?
@topic:
Irgendwie ist mir unklar, was dieser Fortschritt jetzt bedeutet. IBM hat es geschafft, eine nur eingeschränkt nutzbare Technik kompakter zu fertigen?
Normaler wäre es, erstmal die Funktionalität sicher zu stellen und dann nach günstigen Fertigungsmethoden zu gucken.