Die meistgenutzten Kopierschutz-Methoden

Kopierschutz in der Praxis: Von der Drehscheibe über Steam bis Origin - Das DRM im Wandel der Zeit

Alle Hersteller von digitalen Produkten wie Musik, Software oder Videospielen nutzen alle Kopierschutzmaßnahmen um ihr kreatives Eigentum vor Raubkopierern zu schützen. Viele Methoden stellen Raubkopierer dabei nur vor kleine Hürden und nerven vor allem die ehrlichen Käufer. Wir haben eine Liste der meistgenutzten DRM-Methoden für Sie zusammengestellt. (Oliver Halbig, 06.12.2011)
 
Kopierschutz in der Praxis - Von Drehscheiben aus Monkey Island bis Datenkrake Origin
 
Kopierschutz in der Praxis - Von Drehscheiben aus Monkey Island bis Datenkrake Origin [Quelle: siehe Bildergalerie]
Der Kopierschutz, englisch DRM (Digital Rights Management) ist genauso alt wie Videospiele selbst. Die meisten DRM-Methoden sind dabei vor allem für ehrliche Käufer nervig und hindern Raubkopierer nur selten für lange Zeit an ihrer Arbeit. Die Geschichten dazu reichen von genervten Verkäufern, die ihre Spiele zurückgeben, bis hin zu beschädigter Hardware. Der Kopierschutz Starforce hält diesbezüglich wahrscheinlich einen inoffiziellen Rekord für moderne Videospiele: Einerseits hat es für Splinter Cell Chaos Theory 2005 immerhin über ein Jahr ab Release gedauert, bis illegale Versionen im Netz zu finden waren. Anderseits gibt es bisher wohl kaum einen Kopierschutz, der derartig viel moralische sowie technische Kritik hervorgerufen hat, da er sich tief ins System eingräbt. Bei klassischem Kopierschutz ist es heute aber auch eher eine Frage von Stunden bis motivierte Hacker die digitale Hürde übersprungen haben.

Als Klassiker für Videospiele galt es lange Zeit, die DVD zum Spielen im Laufwerk haben zu müssen. Seit es spezielle Seiten für "No CD"-Cracks oder hochwertige Brennsoftware für identische 1:1-Kopien via Iso-Datei gibt, verliert diese Methode jedoch deutlich an Bedeutung. Aktuell setzen die Hersteller vor allem auf Online-Zwang oder eine Online-Registrierung, um ihre Produkte vor Raubkoprierern zu schützen. Der Leidtragende ist auch in diesem Fall der ehrliche Kunde, der die Möglichkeit zum Offline-Spielen verliert. Die großen Publisher richten dafür ganze Portale wie Battle.net, Steam oder Origin ein, um die Spiele gleich online zu vermarkten und (teils optional, teils gewungener Maßen) Daten zum User-Verhalten zu sammeln.

Sieht so der Kopierschutz der Zukunft aus? Ein Allheilmittel dürfte wohl auch der Online-Zwang nicht werden. "No Steam"-Patches sind mittlerweile für viele Spiele des Portals zu finden und machen zumindest den Singleplayer spielbar. Einzig ein weiterer Trend könnte ehrliche Käufer etwas aufmuntern: Große Iso-Dateien werden immer häufiger zu trojanischen Pferden für digitale Viren. In den großen Datei-Paketen lassen sich kleine Backdoor-Programme ganz einfach und unbemerkt vor den Schnelltests der Virenscanner verstecken. Raubkopierer werden so recht schnell zu Teilnehmern von Botnetzwerken und teilen ihre Nutzerdaten mit denjenigen, die sauber programmierte Spiele-Hacks geschrieben haben. Zum ersten Mal wären also nicht nur ehrliche Käufer, sondern auch die Raubkopierer selbst die Leittragenden ihrer Taten.

Einige Ausnahmen zeigen, dass es auch weniger invasive DRM-Methoden gibt: Spiele wie Siedler 3, Batman oder Herr der Ringe verändern bei erkannter Raubkopie die Spielmechanik und zerstören so schlicht den Spielspaß der Raubkopierer (so kann Batman beispielsweise nicht wirklich gleiten). Ehrliche Käufer bleiben davon völlig unberührt und düfen sich über lustige Bilder in den Foren freuen. PC Games Hardware hat eine Übersicht der lustigsten und meistegenutzten DRM-Methoden zusammengestellt. Wie sehen Ihre Erfahrungen mit Kopierschutzmaßnahmen aus? Hatten Sie schon Hardwaredefekte durch Tools wie Starforce oder haben Sie schon ein Spiel wegen nervigem DRM zurückgegeben?

Sind Steam, Origin oder der Ubisoft-Launcher ausschlaggebende Gründe für Sie, um auf ein langerwartetes Spiel zu verzichten? Nutzen Sie die Kommentarfunktion.

(Ansicht vergrößern für Quellenangaben)
     

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Aktuelle Kommentare
ruyven_macaran
Moderator
09.12.2011 00:40
AW: Kopierschutz in der Praxis: Von der Drehscheibe über Steam bis Origin - Das DRM im Wandel der Zeit

Quote: (Zitat von Dirtynator)
Die Zahl der Raubkopien ist doch nur gestiegen, weil es früher einfach nicht selbstverständlich war, dass jeder nen PC, geschweige denn Internet besessen hat.
Heutzutage haben halt viel mehr Zugang zum Internet, und nen potenten PC, der sowas halt ermöglicht.


Innerhalb Deutschlands sollte das wohl zumindest die letzten ~10 Jahre (d.h. seitdem die meisten Haushalte bezahlbare Flatrates bekommen können) keinen Unterschied mehr gemacht haben.

Manche können sich schlicht und einfach auch nicht alle Spiele leisten, 60-70€ sind einfach zuviel des Guten, es gibt leute die Arbeiten gut 7-10 Stunden für soviel Geld, und das dann für ein Spiel raushauen, was nicht mal funktioniert, und wenn, welches man dann in 3-4 Stunden ausgespielt hat, ist einfach irrational.


Ein Spiel, das nicht funktioniert, zu klauen, ist auch nicht rationaler.

Dann gibt es auch noch die berühmten Schüler, die mit ihrem Taschengeld eh schon kaum auskommen, aber trotzdem was spielen wollen.


Wer kein Geld hat, sollte auch einen PC haben, auf dem nur Spiele gut laufen, die er für 5 € (und mit einer Gratis-Zeitschrift dazu) am Kiosk erhält. Wer kein Geld für Spiele hat, weil er das letzte in eine GTX570 investiert hat, der hat imho keinen Grund zu meckern.

Dirtynator
Schraubenverwechsler
08.12.2011 18:16
AW: Kopierschutz in der Praxis: Von der Drehscheibe über Steam bis Origin - Das DRM im Wandel der Zeit

Die Zahl der Raubkopien ist doch nur gestiegen, weil es früher einfach nicht selbstverständlich war, dass jeder nen PC, geschweige denn Internet besessen hat.
Heutzutage haben halt viel mehr Zugang zum Internet, und nen potenten PC, der sowas halt ermöglicht.

Manche können sich schlicht und einfach auch nicht alle Spiele leisten, 60-70€ sind einfach zuviel des Guten, es gibt leute die Arbeiten gut 7-10 Stunden für soviel Geld, und das dann für ein Spiel raushauen, was nicht mal funktioniert, und wenn, welches man dann in 3-4 Stunden ausgespielt hat, ist einfach irrational.
Dann gibt es auch noch die berühmten Schüler, die mit ihrem Taschengeld eh schon kaum auskommen, aber trotzdem was spielen wollen.
Wenn diese aber zB paar Jahre lang QUALITATIV GUTE Spiele spielen, würden die dann wenn sie erwerbstätig sind mit großer Wahrscheinlichkeit die Spiele jenes Publishers kaufen, aber wenn man mal die News ließt: "Ubisoft Server down, Spiel nicht spielbar", "Origin spioniert Daten am PC" usw, tja was soll man da noch denken, das schreckt alle potentiellen und bestands Kunden ab.

Und dann glauben die Publisher auch noch dass alle Raubkopierer potentielle Kunden wären, Unfug!
Man braucht sich nicht wundern dass immer mehr zur Raubkopie greifen, niemand hat Lust, sich ein Spiel zu kaufen, auf aberstausenden seine Kontaktdaten und eMail Adresse Preiszugeben oder zigtausende Patches runterzuladen damit das Spiel einfach mal läuft, wenn überhaupt.

Die Publisher sind doch nur noch auf Gewinn aus, dabei ist es ihnen egal ob der Kunde ein nicht funktionsfähiges Produkt erhält.
Beispiel: Ich hab mir 3! verschiedene Versionen von Gothic 3 geholt, keine einzige ist gelaufen. Was letztendlich aus Jowood geworden ist hat man ja gesehen.

Fazit:
Ja, ich werde/habe definitiv auf Spiele aufgrund von unnötigen! "Kopierschutzmechanismen" verzichten/verzichtet, da sie einfach nur eine Zumutung an jeden Kunden sind, und NUR dem Käufer schaden, denn die, die sich das Spiel wo anders beschaffen, bekommen von dem ganzen Theater nichts mit.

Also, wieso für etwas zahlen, das nicht funktioniert, wenn man es gratis voll funktionsfähig bekommt?
Solange sich daran nichts ändert, wird sich auch die Zahl der Raubkopierer nicht senken.

So, genug geschwafelt

Gruß

kaffetassen
Schraubenverwechsler
08.12.2011 16:47
AW: Kopierschutz in der Praxis: Von der Drehscheibe über Steam bis Origin - Das DRM im Wandel der Zeit

Ich hab auf Battlefield 3 verzichtet. Hab aber woanders durchgespielt.
Schade, dass ich nur selten an dem Multiplayer komme.

 
 
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