AMD auf Sparkurs: Jeder zehnte Job wird gestrichen, drastische Ansprache an Mitarbeiter
AMD erzielte zwar im dritten Quartal 2011 erneut einen kleinen Nettogewinn, doch das reicht offenbar nicht. Der Chipentwickler kündigte jetzt ein drastisches Sparprogramm an, das unter anderem die Streichung jeder zehnten Stelle vorsieht.
AMD geht auf Sparkurs. Nachdem das Unternehmen im dritten Quartal durchaus solide Zahlen vorgelegt hat (der Umsatz betrug 1,69 Mrd. US-Dollar bei einem Nettogewinn von 97 Mio. US-Dollar), greift man nun zum Rotstift. Jede zehnte Stelle wird gestrichen, das wären mindestens 1.200 Mitarbeiter. Der neue CEO Rory Read, der schon bei Lenovo sparen musste, will in allen Bereichen weltweit Stellen sparen und darüber hinaus auch Zeitverträge nicht verlängern. Manche Quellen sprechen daher von 1.400 Mitarbeitern, die gehen müssen. Im ersten Quartal 2012 soll diese Teilsanierung durchgeführt sein. Unter den gekündigten Mitarbeitern finden sich bekannte Namen wie der Produkt-Director Carrell Killebrew oder der 'Corporate Vice President of Strategy', Patrick Moorhead. In einem internen Memo, das sich auf Pastebin findet (siehe Quelle), spricht AMD-Chef Read vom "Project Win". Read begründet die Sparmaßnahmen damit, dass sie die Voraussetzung dafür wären, künftiges Wachstum zu erzielen. Ohne diese Maßnahmen würde AMD "ausgequetscht".
Bis zu 200 Millionen US-Dollar will man auf diesem Wege (plus weiteren "Effizienzänderungen") im Jahre 2012 sparen. Im vierten Quartal wird man dazu rund 100 Mio. US-Dollar aufwenden müssen (beispielsweise für Abfindungen). Das gesparte Geld soll unter anderem in Wachstumsmärke investiert werden. AMD spricht von der verstärkten Entwicklung von Produkten mit niedrigem Energieverbrauch (beispielsweise Tablets), für Cloud Computing und für sogenannte Emerging Markets (Schwellenländer). Am 9. November will Read Details dazu verkünden.
Zuletzt hatte AMD speziell bei den einstigen Domänen Server- und Desktop-Prozessoren geschwächelt. Rapide gesunkene Durchschnittspreise und im Wettbewerbsvergleich niedrige Bruttogewinnmargen sorgten nicht gerade für Kursphantasien bei Anlegern. Die bisher schlechte Presse für den AMD FX dürfte auch nicht gerade für positive Ausblicke sorgen, das Top-Modell FX-8150 ist weiterhin nicht lieferbar. Dazu kommen die anhaltenden 32-nm-Fertigungsprobleme bei Global Foundries, auch die neue Grafik-Generation Radeon HD 7000 wird nach aktuellen Berichten wegen Fertigungsproblemen beim 28-nm-Prozess von TSMC auf das kommende Jahr verschoben.
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Um Spielraum für neue Innovationen zu haben, braucht der Konzern eine gesunde finanzielle Basis.
Ein recht großer Anteil der entlassenen Mitarbeiter wird zum Vertrieb/Marketing von AMD gehören.
Und das waren keine Bereiche wo AMD bis jetzt sehr erfolgreich war.
Die Werbung war aus meiner Sicht bis heute eine Katastrophe, und im Vertrieb hat man sich viele Jahre lang von Intel vorführen lassen.
Selbst als AMD noch bessere Prozessoren gebaut hat.(Lange ist es her...)
Mein Mitleid hält sich dadurch etwas in Grenzen....
Die Situation ist natürlich kompliziert, und weder vor knapp 11 Jahren noch heute befinden sich die von uns erwähnten Firmen in einer guten Situation. Mal schauen was draus wird, hätte Bulldozer eine hohe IPC bei vergleichsweise geringen Transistormengen, würde man jetzt wohl nicht Bangen, da man diese CPU bzw Architektur dann wenigstens über die gesamte Bandbreite gewinnbringend einsetzen kann.
Mal sehen was in der Architektur noch so drin steckt.
Sie haben sicherlich die richtige Idee, keine Frage. Aber die haben auch andere. Was AMD jetzt braucht, ist eine ordentliche CPU und auf deren Basis eine ordentliche Umsetzung. Und daran hapert es in letzter Zeit regelmäßig - mutmaßlicher Weise, weil schon jetzt das nötige Personal fehlt.
Und wohlgemerkt: Das oben war ein Vergleich von CPUs, die noch min. 10 Monate AMDs Speerspitze sind mit CPUs, die Intel in rund 10 Tagen abzulösen beginnt.
AMD macht jetzt den 4. Quartal in Folge gewinne
AMD ist größer als 3dfx, ja. Sie hatten mehr, was sie verkaufen konnten und sie hatten das Glück, Investoren zu finden, die kurzfristig keinen Gewinn aus ihren Investitionen ziehen wollten. Aber das sind nur Verzögerungsfaktoren und sie sind langsam aber sicher aufgebraucht. Die Marktsituation von AMD ist derzeit nur unwesentlich besser und das liegt, wie gesagt, daran, dass sie nicht das dritte Rad am Markt sind, sondern eher Juniorpartner bei x86.
Versteh mich nicht falsch: Ich denke nicht, dass AMD Pleite gehen wird. Jedenfalls nicht, solange IBM und ARM ihren Druck nicht noch einmal deutlich verstärken respektive ausweiten. Aber das liegt imho nicht an AMD. Die sehe ich in ähnlicher Position, wie sie vor der K7-Zeit waren: Eine kleine Klitsche, die brauchbare aber nicht überragende Chips primär in den günstigeren OEM-Sektor liefert und damit einen einstelligen Marktanteil halten kann. Für Intel eine nette Option, um langwierige Verhandlungen mit Kartellbehörden einfach einzusparen und Nischen mit x86 zu füllen, um die man sich selbst nicht unbedingt kümmern will. Zugleich aber eine Situation, die man schlichtweg aufgrund seiner Finanzmacht jederzeit unter Kontrolle hat. Selbst wenn einem mal wieder ein kleiner Fehler wie Netburst unterlaufen sollte.
Für AMD dagegen eine Situation, aus der sie imho nicht entkommen können, erst recht nicht so. In der Elektronikbranche gelten andere Regeln, als bei Wald und Wiesen BWL. Man kann sich nicht mit Erreichtem zufrieden geben oder mal in schlechten Zeiten eine ruhige, sichere Kugel schieben. Es kann nur einen Hersteller geben, der die bessere Technik hat und der kann man nur sein, wenn man kontinuirlich die bessere Entwicklungsarbeit abliefert. In dem man Leute in einer Situation entlässt, in der man massive Probleme hat, die Entwicklungszeitpläne einzuhalten, schafft man das ganz sicher nicht. Und wer einmal hinten liegt, bekommt direkt die zweite Problematik zu spüren: Der relativ kleine Anteil von Stückkosten bei guten CPU-Designs bedeutet selbst im Optimalfall, dass der Konkurrent mit dem geringeren Marktanteil einen massiven Nachteil hat.
Nicht den hohen Erwartungen gewachsen vielleicht, aber schlecht glaub ich nicht, nur wenn man die Güte des Produkts rein über die Performance definiert. Objektiv betrachtet ist für den User im Preissegment bis 150€ der AMD Prozessor zwar laut Benchmark dem Intel nicht gewachsen (und über 150 sowieso nicht), aber die Frage ist: MERKT man den Unterschied in einem Komplettpc? Beim Surfen oder Spielen oder Video schauen? Wenn ja, wenn der Unterschied so deutlich ist (bei gleichem Preis), dass man sich durch den AMD Prozessor eingeschränkt fühlt, dann wäre das Produkt schlecht.
WIR (PC Futzis) wissen, dass AMD derzeit in vielen Bereichen hinterherhinkt, aber SCHLECHT ist das Produkt nur, wenns unbrauchbar ist.
Darf ich wieder mal den Autovergleich machen (@Mod, denn is ist etwas OT): ein VW ist in vielen Bereichen dem BMW, AUdi oder Mercedes unterlegen. Aber er ist brauchbar, macht das was er machen soll gut. Ist er also schlecht? Er kann halt nur im unteren Preissegment mithalten.