Bulldozer: Tücken mit der Sockelkompatibilität - Hersteller wollen von AM3-Kompatibilität nichts mehr wissen. (5) [Quelle: siehe Bildergalerie]
Die Mainboard-Hersteller hatten sich das anscheinend anders ausgemalt: Solange die Platinen die gestiegenen Stromspitzen des Bulldozers verkraften können, sollte der AM3-Sockel eine eingeschränkte Kompatibilität gewährleisten. AMD hat das zwar von Anfang an verneint, doch das konnte einige Hersteller nicht davon abhalten, ihre Platinen etwa als 8-Core-Ready zu bewerben. Inzwischen fällt das Marketing diesbezüglich nur noch durch Schweigen auf. Erteilte Kompatibilitäten wurden teilweise aus den Produktbeschreibungen getilgt, so unsere Kollegen von
Planet3DNow. Im Glauben, eine Bulldozer-kompatible Platine sein Eigenen zu nennen, zeigte sich ein Anwender sichtlich irritiert ob des verschwundenen Zusatzes. Eine Anfrage an Gigabyte beantwortete
das Unternehmen wie folgt:
Nach den letzten Änderungen der AMD 3+ Spezifikation durch AMD wurde festgestellt, dass die Kompatibilität nicht zu 100% gegeben ist. Boards der Revision 2.0 und 2.1 unterstützen nicht; Smart FAN Monitor sowie PXE und Core Unlock. Board der Revision 3 unterstützen nicht; Smart FAN Monitor. Durch das Smart FAN Monitor wird der Lüfter zur CPU geregelt, da diese Option nicht läuft, beseht die Möglichkeit einer Überhitzung. Dies ist der Grund, weshalb das LOGO wieder entfernt wurde. Ein Bios-Update kann dies leider nicht ändern. Die meisten aktuellen BIOS-Versionen der Boards beinhalten die Codes um den Bulldozer aufzunehmen. Der Einsatz einer solchen CPU kann mit den allgemeinen bekannten Einschränkungen auf eigene Gefahr genutzt werden. Achten Sie immer darauf, dass der Lüfter nicht stehenbleibt.
Das weckt Erinnerungen an die ersten Phenom-Prozessoren. Seinerzeit galten viele AM2-Platinen als kompatibel, zeigten in der Praxis aber zahlreiche Probleme. Falsch ausgelesene Temperaturen führten etwa dazu, dass sich die CPU heruntertaktete. Dem Vernehmen nach soll es einigen Anwendern gelungen sein, AMDs FX-CPUs auf einem AM3-Sockel zu betreiben. Dabei soll neben Einschränkungen im Stromsparmodus – den die Mainboard-Hersteller aber von Anfang an nannten – auch zu Freezes gekommen sein. Für das aktuelle PCGH-Heft 12/2011 haben wir selbst einige Tests angestellt. Dabei konnten wir trotz des für den FX gekennzeichneten BIOS keine einzige AM3-Platine (wohlgemerkt ohne Plus!) mit dem Bulldozer betreiben.
AM3+-Platinen indes schlucken die Prozessoren größtenteils anstandslos – das richtige UEFI/BIOS vorausgesetzt. Denn obwohl der AM3+-Sockel schon seit einigen Monaten auf Platinen zum Einsatz kommt, sind entsprechende Boards zum Teil nicht werkseitig für AMDs FX-Serie gerüstet. So starteten manche Boards mit Sockel AM3+ in unserem Test mit einer Bulldozer-CPU gar nicht erst. Wir mussten eine ältere AM3-CPU einbauen und das BIOS/UEFI aktualisieren. Erst dann liefen die entsprechenden Boards mit einem Bulldozer. Das kann sich schlechterdings als Ärgernis erweisen, denn der durchschnittliche Anwender dürfte keine AM3-CPU für solche Fälle in der Schublade liegen haben. Forenmeldungen über Freezes und das Heruntertakten der CPU können wir bisher nicht bestätigen. Lediglich bei einem von uns getesteten MSI-Board zeigten sich Probleme. Dort haben wir aber automatisch falsch eingestellte Spannungen in Verdacht, da die Spannungswandler extrem heiß wurden.
Wir empfehlen folgende Punkte zu beachten, um Probleme mit der Bulldozer-Kompatibilität zu vermeiden: Bevor Sie ein Mainboard mit Sockel AM3+ kaufen, sollten Sie sich vom Händler garantieren lassen, dass die neuste BIOS-/UEFI-Version bereits installiert ist. Wenn Sie bereits ein Mainboard mit Sockel AM3 nutzen, dann installieren Sie auf jeden Fall das aktuelle BIOS/UEFI, bevor Sie einen Bulldozer einbauen. Falls das System startet, behalten Sie die Temperaturen mit der neusten Version des AMD-Tools Overdrive im Auge.
Einen umfassenden Test der neuen CPU-Architektur, bei der wir auch einige Kompatibilitätstücken beleuchten, und eine AM3+-Mainboard-Marktübersicht lesen Sie im PCGH-Heft 12/2012.
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Mainboards bzw. Hauptplatinen von MSI, Asus, Gigabyte und Asrock finden Sie auf der Mainboard-Produktseite von PC Games Hardware Online. Eine aktuelle Mainboard-Kaufberatung finden Sie im Artikel
AMD- und Intel-Mainboards: Test-Übersicht und aktuelle Kauf-Tipps .
Kabelverknoter
10.11.2011 13:45
Ja,den 8120er
F@H Team Member
06.11.2011 16:46
Möglicherweise waren das frühere Steppings, und es hat sich bis zum B2 noch einiges geändert.
Ist zwar mMn ziemlich unwahrscheinlich aber was anderes fällt mir gerade nicht ein.
Um alle Hersteller mit lauffähigen CPUs zu versorgen, dafür dürften die Stückzahlen doch hoffentlich ausgereicht haben ?!
Warum aber für viele AM3+ Bretter z.Zt. nur ein Beta-BIOS/UEFI verfügbar ist kann ich trotzdem nicht wirklich nachvollziehen.
Mit dem richtig inkompatibel machen gebe ich dir aber durchaus Recht. Neue Architektur, neuer Sockel...
Irgendwann muss man ja mit Auf/Abwärtskompatibilität wirklich mal nen Schlussstrich ziehen.
Obwohl mich persönlich ja ein AM3+ Board schon reizen würde für meinen 1090T, aber nur wegen SLI.
Aber bei den bekannten Problemen bleib ich doch erst mal bei meinem AM3 und der GTX460 und hol mir nächstes Jahr ne stärkere Graka der neuen Generationen.
mfg
Moderator
06.11.2011 16:03
An der Tatsache das in diesem Fall jedoch die Boardhersteller die Problemverursacher sind ändert auch nichts,...
Klar sind die Mainboardhersteller die primären Verursacher. Aber das alles hatten wir schonmal, nämlich beim Phenom. Und man muss klar sagen auch AMD hat nichts daraus gelernt. Man hätte Sockel AM3+ CPUs nämlich von Anfang an inkompatibel zum Sockel AM3 machen können. Das die Mainboarhersteller sich (wieder) über AMD hinwegsetzen um ein Werbewirksames "BD kompatibel" auf die Verpackung zu kleben, damit musste man auch bei AMD rechen. Das scheint man bei AMD aber mittlerweile begriffen zu haben, schließlich stampft man den FM1 für Trinity gleich ein und bringt den FM2.
mfg