Lytros Refocus-Technologie arbeitet mit einem Arsenal an Linsen. Der Sensor merkt sich, aus welcher Richtung der Strahl kam - bis zu Elfmillionen Strahlen erfasst er insgesamt. Aber die refokussierten Einzelbild-Ebenen haben jeweils eine Fläche von nur 0,64 Megapixeln. [Quelle: siehe Bildergalerie]
Dynamische, interaktive Fotos, bei denen man hinterher bestimmen kann, ob der Vordergrund oder der Hintergrund fokissiert werden soll: Das haben sich Fotografen und Hobby-Knipser schon immer gewünscht. Nun hat Lytro mit dem "Lichtfeld-Sensor" das passende Utensil zur Marktreife entwickelt und wird voraussichtlich in einem Jahr die ersten Geräte ausliefern. Die Bilder lassen sich hinterher an PCs mit extra-Software oder konvertierterweise über das Flash-Plugin im Browser interaktiv begutachten. Auch dreidimensionale Informationen sollen sich den Bildern nachträglich spielend entlocken lassen.
Mit seinen etlichen Linsen erinnert das Innere der Lytro-Kamera stark an ein Teleskop. Ren Ng von de Stanford-Uni hat sich um den technischen Hintergrund der neuartigen Kamera-Technologie gekümmert. "Mit dem nachträglichen Fokussieren eröffnet sich eine ganz neue Möglichkeit, mit einem Bild eine Geschichte zu erzählen", erklärt er bei Technology Review. "Es flößt dem Augenblick ein gewisses Drama ein, etwa wenn man ein Gesicht im Hintergrund entdeckt, was zunächst außerhalb des Fokus lag."
"Lytro ist nicht nur ein Kamera-Hersteller; es ist auch eine Web-2.0-Firma", womit Ng sich auf die Facebook-Sharing-Tools und andere in der Software integrierten Features bezieht. Damit erhofft er sich natürlich auch wirtschaftlichen Nutzen, wenn die Anwender über den "Gefällt mir"-Button freiwillig Werbung für sein Produkt machen.
Das technische Geheimnis der nachträglich fokussierenden Kamera von Lytro liegt im Lichtsensor. Dieser speichert neben der Farbe des beleuchteten Pixels (Anteil von Rot, Grün und Blau im Spektrum) auch den Winkel, aus dem der entsprechende Strahl eingetreten ist. Das tut der Pixel auf dem Sensor, indem er einfach nur für einen bestimmten Winkelbereich sehend und für alle anderen blind ist. Logischerweise verringert sich dadurch die Zahl der Pixel, die ein Lytro-Bild hinterher hat. Die Bilder der Vorschauseite etwa haben daher nur ein Maximum an 800 Pixeln zum Quadrat (0,64 Megapixel).
Auf der Habenseite ergibt sich allerdings durch das gewonnene Bildmaterial die Möglichkeit, anhand virtueller Kameras nachzuvollziehen, wie das Foto aus verschiedenen Fokus-Ebenen aussieht. Auf einem 3D-fähigen Monitor lassen sich diese Ebenen gleichzeitig darstellen, wodurch das Bild räumlich und in voller Tiefe scharf dargestellt ist.
Eine alternative Technologie könnte möglicherweise schon bald von Ramesh Raskar kommen: Er und seine Kollegen am MIT arbeiten mit einer Lochmaske vor der Linse, die Lichtstrahlen in einem berechenbaren Maße beeinflussen, sodass auch hier eine nachträgliche Fokussierung möglich wäre - und dabei sollen weniger Pixel verloren gehen als beim Lytro-Modell. Man sei jedoch noch weit entfernt, ein marktreifes Produkt vorzustellen, sodass Lytro vorerst der einzige Player in diesem Bereich bleiben wird.
Quellen:
Technology Review,
Lytro,
MIT
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PC-Selbstbauer
23.10.2011 13:20
Der PC und der Fernseher. Aber das ist ein anderes Thema.
Die Technik klingt interessant, für den gemeinen Gelegenheitsurlaubsfamilienfotografen eher unwichtig, aber trotzdem interessant. Ich bin mal gespannt, wie die Resultate aussehen werden.
Software-Overclocker
23.10.2011 12:59
Na dann kommen hier auch mal scharfe Bilder ins Forum
Software-Overclocker
23.10.2011 12:53
Da geht doch die Lichtfeldfotografie gut ins Rennen. Early-Adaptors haben es wie immer nicht leicht, aber die Technik ist faszinierend.
ich habe nichts gegenteiliges behauptet. nur das die auflösung momentan so gut wie unbrauchbar ist, besonders wenn man sich die bildqualität hochauflösender voll- oder mittelformat kameras vor die augen führt. das sich die technik weiter entwickelt ist klar, also ganz locker bleiben