Prozessoren

AMD bestätigt Probleme mit 32-Nanometer-Fertigung [News des Tages]

Schwerer Anfang für den neuen AMD-CEO Rory P. Read: Aufgrund anhaltender Fertigungsprobleme beim 32-nm-Prozess musste AMD nun seine Umsatzerwartungen nach unten korrigieren. Auch die Brutto-Gewinnmarge wird im dritten Quartal niedriger sein als vorher angekündigt. (Thilo Bayer, 29.09.2011)
 
AMD bestätigt Probleme mit 32-Nanometer-Fertigung
 
AMD bestätigt Probleme mit 32-Nanometer-Fertigung [Quelle: siehe Bildergalerie]
Holpriger Start für den neuen CEO Read: AMD musste gestern nach Börsenschluss bekannt geben, dass man die vorher angekündigten Ziele für das dritte Quartal 2011 nicht erreicht. So wird der Umsatz nun nicht zehn Prozent gegenüber dem Vorquartal wachsen, sondern voraussichtlich nur sechs Prozent. Auch die Brutto-Gewinnmarge soll 2-3 Prozentpunkte unterhalb der angekündigten 47 Prozent liegen. An der Börse sorgten die reduzierten Zahlen für einen Kursrutsch. Aktuell notiert die Aktie in Deutschland bei einem Minus von rund 10 Prozent.

Der reduzierte Umsatz resultiert laut AMD aus Problemen bei der 32-Nanometer-Fertigung bei Globalfoundries. Sowohl Yieldraten, als auch die Umstellung und die Herstellung im neuen Prozess wären schuld daran, dass Llano-APUs nur in begrenzen Stückzahlen verfügbar seien. Auch die Lieferbarkeit von 45-nm-CPUs sei nicht in dem Umfang wie erwartet gegeben gewesen. AMD wolle eng mit Globalfoundries zusammen arbeiten, um die "hohe Nachfrage" nach 32-nm-Produkten zu befriedigen. Die niedrige Brutto-Gewinnmarge komme dadurch, dass Produkte mit höherem durchschnittlichen Verkaufspreis wie Llano nicht in ausreichender Menge zur Verfügung standen. AMD gibt auch zu, dass Interlagos später im dritten Quartal ausgeliefert wurde als erwartet. Am 27.10.2011 wird AMD die Zahlen für das Q3 vorstellen.

Quelle: AMD

 
 
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Aktuelle Kommentare
Manner1a
PC-Selbstbauer
09.10.2011 12:30
AW: AMD bestätigt Probleme mit 32-Nanometer-Fertigung

Aber prinzipiell braucht doch niemand ein schlechtes Gewissen haben, wenn man Intel kauft. Damit tut man sich selbst ja einen Gefallen und AMD nichts Böses. In ca. 4-5 Jahren schaue ich mir das wieder ganz genau an und stelle dann auch einen Rechner nicht nur aus Spaß zusammen. Wollen wir doch mal sehen, wie erfinderisch die (AMD-) Not macht. Ganz ehrlich: Hätte ich Ahnung von IT, würde ich für AMD gerne was tun wollen. Sprich die CPUs Intel-ähnlicher machen, genau abgestimmt für den Alltag. Es ist nämlich - bis Bulldozer rauskommt - schwierig, dieses "meine CPU kann in Multithread mit und ohne Hardcore Overclocking einigermaßen mithalten und der Stromverbrauch/die Hitze stört mich nicht so" noch länger zu hören. Es geht einzig und alleine um solide Kaufempfehlungen für Freunde und Verwandte.

Hoffentlich verarbeitet meine CPU bis dahin nicht mein süßes, kleines Mainboard zu Hackfleisch

PS: Ich mag StarCraft 2 und schlecht programmiert ist es nicht, aber auch weil ich relativ wenig Grafik-Power habe, gehe ich wie z.B. Liquid TLO auf Nummer Sicher und spiele mit geringen Details gegen andere Spieler. Die Bildrate darf, wenn man so gerne gewinnen will, einfach nicht unter 30 FPS fallen. Wie Intel es schafft, seit 15 Jahren jeden CPU-Release vorherzusagen, ist bemerkenswert. Und es ist AMD´s Entscheidung, ob sie vorsichtig agieren und zur Not auf den Titel "beste Gamer CPU" verzichten oder aber höhere Risiken eingehen. Wenn bei denen nicht alles 100%ig funktioniert oder Intel einfach mehr (und damit ggf. auch einfallsreichere) Leute engagieren kann, ist mir gar nicht so wichtig. Bei solchen Nachrichten kann man auch schon mal ein Auge zudrücken, zumal der neue CEO bei AMD ja den Mut hat, die intern bekannten Probleme preiszugeben. Auch das schafft Vertrauen, gerade auch weil sie nur einen fehlerfreien Bulldozer auf den Markt loslassen wollen. Gute Arbeit AMD, zumindest menschlich.

Es müssen nur Werbung und Performance stimmen. Mit so viel L2 Cache würde ich eine Menge Unfug anstellen wollen

cuthbert
Software-Overclocker
07.10.2011 02:25
AW: AMD bestätigt Probleme mit 32-Nanometer-Fertigung

Also kurz gesagt Intel ist mit seinen Fabriken perfekt eingespielt, wohingegen AMD schauen muss, dass es seine Pläne irgendwie zwischen geschoben bekommt.

ruyven_macaran
Moderator
07.10.2011 01:13
AW: AMD bestätigt Probleme mit 32-Nanometer-Fertigung

Bezüglich TSMC würde ich mal sagen: Bis zum vergeigten 40 nm Start lagen sie eigentlich ziemlich nah an Intel dran. Wenn das ehrgeizige Überspringen des 30er Bereiches klappt und den damaligen Rückstand aufholt, dann sind sie eigentlich wieder voll im Rennen und liegen nur einen Half-Node hinter Intel.
(Man muss bei den Vorsprüngen auch beachten, welchen Zeitpunkt man nimmt. Als Komplettfertiger kann Intel natürlich wesentlich früher Testsilikon rumzeigen und man kann nach Vollendung des Prozesses sofort in die Produktion gehen. Eine Foundry wie TSMC muss erstmal eine interne Testproduktion durchführen, ehe sie Kundendesigns auflegen kann und dauert es ggf. noch bis zur Veröffentlichung.)

AMD/GF war schon zur Jahrtausendwende am hinterherhinken, hat sich dann auf SOI eingeschossen (was zwar prinzipiell überlegen ist, das aber in immer feineren Prozessen immer schlechter ausspielen kann - umgekehrt aber für immer Aufwand sorgt), dürfte dann unter AMDs Finanznot zu leiden gehabt haben und muss jetzt, wo groß investiert wird, erstmal eine stabile Arbeitsweise finden. Wenn die Versprechungen GFs (22 nm Ende 2011, parallel Einführung von Bulk-Prozessen) nicht nur Marketinggewäsch waren, dann dürfte der Druck auf die Entwicklungsabteilung enorm gewesen sein und die Vielzahl an Projekten wird entweder zu sehr kleinen Teams oder zu Teams mit recht vielen neuen Personen geführt haben. Beides ist nicht optimal.

 
 
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