Jeden Sonntag um 13:15 Uhr

PC-only-Spiele: Zurück zum Mainstream? - die wöchentliche PCGH-Kolumne

In der allwöchentlichen Redaktions-Kolumne berichtet ein Redakteur über ein IT-Thema, das ihn in der vergangenen Woche bewegt hat: In der KW35 schreibt Marc Sauter über reine PC-Spiele und wie deren Markt sich entwickelt. (PCGH, 11.09.2011)
 
PC-only-Spiele: Zurück zum Mainstream? - die wöchentliche PCGH-Kolumne
 
PC-only-Spiele: Zurück zum Mainstream? - die wöchentliche PCGH-Kolumne [Quelle: siehe Bildergalerie]
In der allwöchentlichen Redaktions-Kolumne berichtet ein Redakteur über ein IT-Thema, das ihn in der vergangenen Woche bewegt hat: In der KW35 schreibt Marc Sauter über reine PC-Spiele und wie deren Markt sich entwickelt..

"Wir befinden uns im Jahre 2011 n.Chr. Ganz Gaming-Land ist von den Cross-Platform-Entwicklern besetzt ... Ganz Gaming-Land? Nein! Ein von unbeugsamen PC'ler bevölkertes Land hört nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten. Während die meisten US-amerikanischen, britischen oder auch deutschen Studios mittlerweile ihre Titel für Xbox 360, Playstation 3 und den PC entwickeln, hält sich in Osteuropa tendenziell der Trend für den heimischen Rechner zu programmieren und auch die Skandinavier scheinen ein Faible für unser aller Lieblingssystem zu haben.

id Software, Bethesda, Crytek, GSC Gamesworld und vielleicht gar bald Blizzard wollen sich den (vermeintlich) größeren Kundenkreis nicht entgehen lassen - die "leidtragenden" sind die PC'ler. Nun wollen wir ehrlich sein: So mancher grandioser Titel wäre uns ohne die Konsolen entgangen und auf Red Dead Redemption schiele ich seit Monaten ... und schüttele regelmäßig den Kopf, weil die RAGE (Rockstar Advanced Game Engine) zu viel mehr in der Lage ist und gleichzeitig reiten plus Schießen endet bei mir immer in Frust. Dabei war ich einst ein Verfechter der ersten Playstation. Und Rage sieht zwar prinzipiell fantastisch aus, die Megatexturen und der Poly-Count treiben mir jedoch teils die Tränen in die Augen - was John Carmack mittlerweile auch benennt, laut ihm sei es ein großer Fehler gewesen, für Konsolen zu entwickeln.

Mit Hard Reset von Flying Wild Hog (grandioses Intro übrigens) und The War of The Roses von Fatshark (den Machern der DX11-Techdemo Stone Giant), ArmA 3 von Bohemia Interactive sowie der PC-Version von DICEs Battlefield 3 kommen in den nächsten Tagen, Wochen und Monaten Titel auf den Markt, die nur für den PC erscheinen oder zumindest mit Fokus drauf entwickelt werden. Offenbar sehen immer Studios, wie groß die Kluft zwischen Konsolen und PCs geworden ist und der gemeinsame Nenner kaum noch existiert. Die Kommentare zu Hard Reset scheinen es zu sagen: Für den PC entwickelt, eine sehr gute Grafik, ein vernünftiges HUD, eine präszise Steuerung - und das für nur 25 Euro via Steam. Ohnehin fällt Steam sehr oft heraus, wenn die Verkäufe angegeben werden ... denn eine Nische ist Valves Online-Distributionsplattform nicht. Es ist Mainstream geworden und auch der Markt für reine PC-Titel wächst wie ich finde. Ein Umdenken findet statt oder was meinen Sie?"


Redaktions-Kolumne
In der allwöchentlichen Redaktions-Kolumne textet ein PCGH-Redakteur über Hardware- oder Software-Themen, die ihn in der vergangenen Woche bewegt haben und zwar jeden Sonntag um 13:15 Uhr.
 
 
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Aktuelle Kommentare
Ob4ru|3r
PCGH-Community-Veteran
12.09.2011 10:05
AW: PC-only-Spiele: Zurück zum Mainstream? - die wöchentliche PCGH-Kolumne

Tja, das ist halt die Crux eines nicht aufrüstbaren System das für etliche Jahre zu bestehen hat. Anfangs sind Konsolen noch in etwa auf dem Leistungniveau aktueller PCs, die Entwickler freuen sich dass sie ein potentes System haben für das sie entwickeln können ohne dabei zig Trillionen Konfigurationen mitbedenken zu können; für Spieler selber ist die Hardware vergleichsweise günstig da subventioniert durch den Hersteller der über Zubehör und Spiele nachher verdienen will .... so weit so gut, allerdings haben Konsolen nunmal einen recht langen Lebenszyklus, um die Subventionen wieder reinzuholen und möglichst viel Gewinn anschliessend einzufahren, zu dem Zeitpunkt wo die Dinger aber für Sony und M$ profitabel wurden, waren sie bereits technisch hoffnungslos veraltet, und das ist nun auch schon das ein oder andere Jährchen her. Inzwischen schränkt die im Vergleich zum PC natürlicherweise stagnierende Leistung die Entwickler einfach nur noch ein, 256 MB RAM und 256 MB VRAM (PS3), respektive 512 MB shared RAM/VRAM sind in der heutigen Zeit einfach unzeitgemäss, selbst Smartphones kommen schon mit mehr daher, während auf dem PC so langsam 8 GB RAM und mehr als 2 GB VRAM salonfähig werden - da würde ich mir als Entwickler auch so langsam verarscht vorkommen, da gibt es so schöne neue Rendertechniken (die abseits von der Leistung auch gar nicht technisch möglich sind, mangels entsprechender aktueller Shader), und man kann sie nicht wirklich einbauen, maximal nachher beim PC-Port kosmetisch noch ein bischen was reinwurschteln, das wars.


Dass dieser Zyklus nun endlich durchbrochen werden kann liegt primär an 2 Sachen: Erstens ist die Technik inzwischen soweit, dass ansprechende (also, nicht direkt Brechreiz erzeugender Pixelbrei) Optik mit recht wenig Aufwand erzeugt werden kann, potente Hardware bei den PC'lern ist vorhanden, ebenso wie inzwischen doch etliche SDKs die selbst Hobby-Entwicklern das Erstellen ansprechender Games in wenigen Monaten ermöglicht, wenn man also keinen AAA-Titel anbietet will sondern ein schönes Nischenspiel kommt man auch durchaus ohne dicke Budgets aus. Punkt 2 höngt indirekt damit zusammen: Digitale Distribution, hier vor allem Steam. Mit der DD fällt mit das grösste Risiko für Entwickler weg, da kein Publisher mehr vonnöten ist der die Spiele nachher teuer im Presswerk auf Silberlinge bringt, lagert, ausliefert und die Händler damit versorgt. Downloads kosten kein Geld, die Spieledateien werden auf Steams Contentserver aufgespielt und stehen dann dort zum Kauf bereit, und das ohne Lieferkosten. Von dieser doch recht grossen Hürde befreit können kleine und neue Entwickler mit schmalen Budgets ebenfalls ein grosses Publikum potentieller Käufer erreichen, was auch schon etliche Male in letzter Zeit geschehen ist, dabei reicht eine gute Idee meist für den Erfolg, wie man an Minecraft sehen kann (das zwar nicht über Steam verbreitet wird, dafür aber erst durch die Jungs von Valve und ihrem Blog bekannt wurde), denn die Mundpropaganda in den Spielernetzwerken erledigt anschliessend auch noch den Werbe-Part.

Indirekt hängen diese beiden Punkte auch noch zusammen, da - wie zu Letzt in einem Interview festgestellt - künftig nur noch AAA-Titel für Konsolen erstellt werden, da nur diese überhaupt noch erfolgreich sein können, da es einen gewissen Bombast erfordert um Spieler noch zum Kauf zu ermuntern. Diese Klippe kann - auch in den Konsolen-Downloadstores (wobei hier wieder die beschränkende Hardware greift) umschifft werden inzwischen, aber an der Stelle wird sich die Plattform durchsetzen, die die meiste Flexibilität für Entwickler und Spieler bietet, und das ist nun mal seit jeher der PC. Das Lustige an der ganzen Entwicklung ist aber, dass die kleineren Spiele die Leute wieder zum zocken auf dem PC ermuntern, diese also durchaus auch vermehrt wieder AAA-Titel für diesen kaufen könnten, da billiger als auf den Konsolen (50 vs 70 Schleifen) und man nutzt den PC ja eh schon wieder zum spielen. Wird ja immer behauptet, der PC sei tot oder liege im Sterben - tja, mag womöglich sein, aber wie vor allem wir Spieler wissen, gibts es NICHTS auf der Welt, das derart wiederstandsfähig und letztlich nicht tot zu kriegen ist wie ein verdammter Zombie, und als Vollblut-PC-Nerd wird mir bei dem Gedanken ganz warm ums Herz.

Charlie Harper
Gesperrt
11.09.2011 21:13
AW: PC-only-Spiele: Zurück zum Mainstream? - die wöchentliche PCGH-Kolumne

Ich glaube, dass diese Entwicklung den Chefs von Sony und Microsoft langsam sorgen machen sollte. Gleiches gilt natürlich auch für die CEOs der großen Spielepublisher.
Die Konsolen können schon lange nicht mehr mit den Computern mithalten, seit Crysis herauskam eigentlich schon. Das ist ne lange Zeit, wenn man mal überlegt, wie viele Grafikkartengenerationen seit dem erschienen sind und was sich auf dem CPU-Markt alles getan hat.

Die Entwickler beklagen ja auch immer häufiger die veraltete Technik der Konsolen, darunter auch John Carmack. Daher erscheinen ja auch wieder mehr Titel, die den Fokus auf den PC legen und dann für die Konsolen angepasst werden, so wie es eigentlich sein sollte. Man entwickelt ein Spiel so, dass es auf dem PC seine vollen technischen Features entfalten kann und beschneidet es eben nach den Möglichkeiten, die die Konsole bietet.

Wenn nicht bald eine neue Konsolengeneration nachkommt, könnte das für MS und Sony schon ein Problem werden. Man war ja auch so naiv und dachte, dass die aktuelle Generation so lange halten wird wie die PS2 oder die PS One. Aber dass sich der Markt und die Technik immer schneller entwickeln, damit hat man wohl nicht gerechnet.
Ich glaube daher auch, dass es in Zukunft mehr Konsolengenerationen in kürzeren Abständen geben wird. Sind es jetzt noch 7-10 Jahre, werden es bei der nächsten wohl (hoffentlich) nur noch 5 Jahre sein.

BaronSengir
Software-Overclocker
11.09.2011 21:06
AW: PC-only-Spiele: Zurück zum Mainstream? - die wöchentliche PCGH-Kolumne

Es ist ja eben nicht mehr nur die Grafik bei der der PC so viel mehr Leisten könnte. Es geht ja um so viel mehr. Bessere KI, größere Areale, mehr Funktionen (Da nicht auf Pad Tasten beschränkt),
bessere und umfangreichere Physik (Mehr Dinge mit denen man Interagieren kann, Geländezerstörung was zu mehr Lebendigkeit und Glaubwürdigkeit führt), besserer Sound (Die entwicklung in diesem Bereich ist ja absolut tot leider.), etc.
Es türmt sich einfach so viel an das warscheinlich sogar die Entwickler einfach gelangweilt davon sind was sie immer zu produzieren haben. Die arbeiten auch nicht nur in ihrem Job um Geld zu verdienen (zumindest nicht alle) und wollen neue Dinge erschaffen, in Bereiche vordringen in der noch kein Spiel zuvor gewesen ist. Und das geht nunmal nur sehr begrenzt wenn man auf einer statischen Plattform arbeitet. Die PC Architektur hingegen ist nicht statisch. Sie ist lebendig, flexibel und lernt ununterbrochen etwas dazu.

 
 
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