Unreal Engine 3 mit DirectX 11: Billdboard Reflections [Quelle: siehe Bildergalerie]
Im März hatte Epic auf der Game Developers Conference den Trailer "Samaritan" gezeigt, der den Zuschauern die Sprache verschlagen hat. Die vorgeführte Grafik war mit bestehender Hardware und Software möglich. Die Unreal-3-Engine-Entwickler wollten den Weg weisen, auf den sich kommende Konsolen begeben sollen. Epic dominiert mit seiner Unreal Engine 3 den Engine-Markt mit 65 Prozent Anteil. Batman: Arkham Asylum, Bioshock oder Epics eigenes Gears Of War basieren auf ihr.
Eine der brennendsten Fragen des Interviewers war, wie weit wir noch vom Fotorealismus entfernt seien. Gamble und Willard reagierten darauf sehr verhalten, da Fotorealismus ein heikles Thema sei. Zwar kommen wir technisch schon bald sehr nah heran, doch glauben die beiden Epic-Experten, dass der Spaß-Aspekt zu kurz gerät, wenn der Spieler sich vor den Bildschirm setzt und genau das sieht, was er auch in der Realität geboten bekommt. Wichtig sei hier eher der "Style" und der Spaß an der Sache. Wenn letzterer zu kurz kommt, sei ein Spiel keine Investition wert.
Da Epic mit Samaritan bewiesen hat, dass PCs erheblich mehr Renderleistung liefern als die aktuellen Konsolen, fragt der Interviewer weiter, ob es denkbar wäre, dass man Spiele in dieser Qualität in geraumer Zeit exklusiv für den PC anbieten werde. Darauf antworten die Epic-Leute ebenfalls uneindeutig. Sie sehen die Entscheidung, ob und für welche Plattform ein Spiel veröffentlicht wird, eher bei dem Vermarkter. "Wenn der Publisher wünscht, dass ein Spiel exklusiv für den PC erscheint und wir daran nichts auszusetzen haben, dann machen wir das auch."
Die Tech-Demo Samaritan sollte eine Art Anfrage an die Hardware-Hersteller Sony, Nintento und Microsoft sein. Epic wollte als führender Engine-Lieferant grob zeigen, in welche Richtung sich die Spiele entwickeln könnten und welche Mindestanforderungen damit verbunden wären. Spekulationen zufolge werde sich in Sachen GPU-Leistung gar nicht viel verändern. Höchstens die KI lege etwas zu. Einstimmig sagen Gamble und Willard allerdings, dass sie sich in kommenden Nintendo-, Microsoft- oder Sony-Konsolen mehr Speicher wünschen. "Das ist etwas, dass uns immer eine größere Plattform bietet, auf der man arbeiten kann", sagt Willard dazu.
Der Interviewer behauptet, die Konsolen befänden sich derzeit auf dem absteigenden Ast und ihr Lebenszyklus nähere sich dem Ende. So fragt er, ob nun das PC-Spielen eine Wiedergeburt erleben könnte. Dazu sagen die Epic-Experten, dass sich schon seit Windows 95 das Muster abzeichne, dass mal die Konsolen und mal der PC die Oberhand am Spielemarkt haben. Rollenspiele, MMOs oder Echtzeit-Strategie werden dank der komfortableren Eingabemöglichkeit via Tastatur und Maus immer eine PC-Domäne bleiben. Und mit Steam hat sich ein derart vielfältiger Spiele-Shop etabliert, dass man nie davon ausgehen muss, dass PC-Spieler zu kurz kommen werden, auch wenn die Konsolen noch so stark repräsentiert sind.
Wie es mit kommenden Eingabegeräten aussieht, schieben die Epic-Experten ebenfalls auf die Konsolen-Hersteller. In den vergangenen fünf Jahren habe sich auf dem Gebiet viel getan. Nintendo hat dem herkömmlichen Controller früh abgeschworen. Sony und Microsoft sind mit Playstation Move und und Kinect nachgezogen. Spielehersteller und Engine-Entwickler können da nur abwarten und schauen, was für Eingabegeräte den Konsolen beiliegen. Darauf können sie dann nur reagieren.
Quelle: Computer and Video Games
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