Tomb Raider im Hands-on-Test (28) [Quelle: siehe Bildergalerie]
Tomb Raider im Hands-on-Test (27) [Quelle: siehe Bildergalerie]
Vergessen Sie alles, was Sie über Tomb Raider und Lara Croft wussten! Nach 16 Jahren als harte Amazone, die über Abgründe springt, mit zwei Pistolen Mensch und Tier den Garaus macht und die eigentlich so schnell gar nichts erschrecken oder überraschen kann, wagen die Designer bei Crystal Dynamics einen harten Schnitt und erfinden die Archäologin neu. Genauer, sie erzählen, wie Lara Croft überhaupt erst zu einer wagemutigen Abenteurerin wurde. Origin-Story nennt man das im Kinodeutsch, und der Erfolg von Star Trek, Batman Begins oder auch der James-Bond-Neuinterpretation mit Daniel Craig in der Titelrolle scheint den Entwicklern Mut gemacht zu haben, einmal etwas ganz anderes zu wagen.
Dieser Mut fehlt Fräulein Croft auf ganzer Linie, die sich zu Beginn von Tomb Raider als Schiffbrüchige vor der japanischen Küste wiederfindet - in einer düsteren Höhle, gefesselt und kopfüber über einem Abgrund hängend. Nicht die beste Ausgangslage für heldenhafte Abenteuer. Nach einer Weile beginnt Lara, von einem Entwickler gesteuert, nach links und rechts zu schwingen und stößt dabei einen anderen, bereits toten Gefesselten in die Flammen, die von einer Reihe von Kerzen und Fackeln nach oben züngeln. Es kommt, wie es kommen muss: Lara setzt sich daran selbst in Brand, um ihre Fesseln durchzubrennen - und etliche Meter tiefer auf dem Boden aufzuschlagen, ein scharfkantiges Metallstück in ihrer Seite. Das zieht sie sich unter großem Stöhnen und Wehklagen - na gut, eine blinkende Taste sagt uns, dass wir das besser machen sollten - aus der Seite. Das Bild verwischt leicht, um die Schmerzen und Laras Schwindelanfall zu symbolisieren.
Lara und damit wir dringen weiter in das Höhlengewirr vor und schnappen uns eine Fackel, mit der wir zum einen besser sehen, zum anderen Gerümpel, Holzkisten und Stoffbahnen, die uns im Weg sind, abbrennen können. Fässer mit explosiver Füllung gehen unter gewaltigem Getöse in die Luft und geben einen weiteren Gang frei, in den wir uns verkriechen. Doch der Lärm hat einen Höhlenbewohner angelockt, der uns beim Fuß greift und zurück ziehen will. Lösen wir uns - wieder per Knopfdruck - nicht schnell genug von ihm, trifft uns seine Spitzhacke in der Brust. Gelingt es uns, ihn abzuschütteln, wird er unter von dem Gerangel gelösten Steinen begraben. Uff!
Nach einer kurzen, mit Wasser gefüllten Passage, aus der gerade mal unser Kopf und die Fackel hervorlugt, finden wir uns in einer großen Kaverne mit einem Wasserfall wieder, der unsere Fackel vorübergehend löscht. Wir können sie zwar wieder anzünden, doch die Versuche, weitere Sprengstofffässer zu detonieren, funktioniert so nicht. Jetzt kommt Laras Überlebensinstinkt zum Einsatz: Bleibt sie auf der Stelle stehen, hebt ein Tastendruck Gegenstände hervor, die wir uns genauer ansehen sollten: eine Müllrutsche, eine Art primitiver Aufzug und brennbarer Unrat, den wir nach kurzem Nachdenken entflammen und über Aufzug und Rutsche am Wasserfall vorbei auf die Fässer lenken. Funktioniert! Auch diese Fässer explodieren mit großem Getöse.
Doch damit nicht genug: So heftig war die Explosion, dass das Gefüge der Höhle ins Wanken gerät: Felsspalten tun sich auf, wackelnd wie im Kinofilm Cloverfield gibt die Kamera den Blick auf einen rettenden Ausweg frei, durch den wir springen, rennen und um unser Leben klettern. Selbst ein weiterer Höhlenmensch kann uns nicht aufhalten, und so kraxeln wir einem entfernten Licht entgegen, während wir uns im richtigen Moment nach links und rechts werfen, um herab fallenden Findlingen zu entkommen. Endlich an der Erdoberfläche angekommen, stellen wir fest: Wir sitzen immer noch fest. Scheinbar auf einer Insel, die schon vielen vor uns zum Verhängnis wurde - davon künden zumindest Schiffs- und Flugzeugwracks aus unterschiedlichsten Epochen, die in felsigen Untiefen vor beziehungsweise auf der Insel vor sich hin verrotten.
Tomb Raider im Hands-on-Test (23) [Quelle: siehe Bildergalerie]
Wir springen ein paar Abschnitte weiter und finden einen alten Bekannten: Conrad Roth, Kapitän unseres gestrandeten Schiffes, der gegen ein Rudel hungriger Wölfe kämpft. Gemeinsam gelingt es uns, die Biester zu verscheuchen, doch Roth ist schwer verletzt - er braucht einen Verbandskasten und bei der Gelegenheit gleich ein Funkgerät, die er beide in einer Höhle etwas weiter oberhalb seines Lagers vermutet. Wie die dort hingekommen sind, so die Entwickler, wird sich klären, wenn wir das Spiel ganz normal von Anfang bis Ende durchspielen. Also gut.
Unterhalb des Camps befindet sich eine verfallene Siedlung, die wir aber erst einmal links liegen lassen, um über alte Häuser und ein riesiges Metallrohr zum Höhleneingang zu klettern. Darin finden wir in der Tat die gewünschten Gegenstände - und einen hungrigen Wolf, den wir im Nahkampf mit dem Messer erlegen - wieder mittels im richtigen Moment ausgelösten Knopfdrucks. Zum Kampf mit anderen Waffen, die wir im Laufe des Spiels einsammeln, wollen die Entwickler noch nichts verraten. Nur einen Bogen tragen wir schon lässig über die Schulter geschlagen, den wir aber verständlicherweise in der Höhle nicht zum Einsatz bringen konnten.
Nach der Rückkehr zu und der Verarztung von Roth erklärt dieser uns, dass das Funkgerät dummerweise nicht stark genug ist, um Retter in weiterer Entfernung anzufunken. Roth schlägt daher vor, dass Lara es auf dem Funkturm anbringt, der sich auf einem Berg oberhalb des Camps erhebt. Das gefällt Fräulein Croft gar nicht, sie zögert und zaudert und ist erst durch den eindrucksvollen Zuspruch Roths sowie dessen Bergsteigeraxt, mit der sie die Felswand erklimmen kann, zu einem Aufstieg bereit. Hier endet leider die Vorführung - ob und wie es Lara den Berg hinauf schafft, müssen wir selbst herausfinden, wenn das Spiel im kommenden Jahr erscheinen wird.
Die Insel, die Crystal Dynamics hauseigene Crystal Engine mit fantastischen Wetter-, Wasser- und Lichteffekten auf den Bildschirm zaubert, wird von bedrohlich-dunklen Klängen untermalt. Dazu kommt das Szenario mysteriöse Insel und die stets wackelnde Handkamera - da fühlen wir uns wie in einer Mischung aus der Mystery-Serie Lost und dem schon erwähnten Monster-Film Cloverfield. Was uns noch auf der Insel erwarten, verraten uns die Entwickler nicht - wohl aber, dass wir bei unserem Abenteuer immer neue Ausrüstungsgegenstände und Waffen bekommen, mit denen wir auch in bereits besuchten Schauplätzen bislang ungeklärte Geheimnisse lösen können. Schnelles Reisen zwischen alten und neuen Orten soll dabei das Hin und Her erleichtern. Außerdem lernt Lara in Tomb Raider neue Tricks: Sie kann ihre Fähigkeiten und ihre Ausrüstung aufrüsten, was ihr ebenfalls bei den kleinen Nebenaufgaben helfen soll.
Tomb Raider: E3-FazitEigentlich stehen beim neuen Tomb Raider alle Zeichen auf Hit. Das Spiel sieht toll aus, klingt bis auf Laras derzeit noch sehr nervig-hoher Stimme sehr gut, mischt die Elemente Erforschen, Überleben und Kämpfen prima miteinander und scheint bei weitem nicht so linear wie andere Action-Adventures. Was wir aber gerne noch geklärt wüssten: Wann werden die Kämpfe anspruchsvoller, wie abwechslungsreich sind die einzelnen Schauplätze und warum sollten wir überhaupt an diese zurück kehren? Eigentlich wollen wir doch nur eins: lebend von der ungastlichen Insel verschwinden.
Weitere Informationen zu dem Thema finden Sie auf unserer
Tomb-Raider-Themenseite.
PC-Selbstbauer
19.06.2011 19:24
bin fan der serie, was soll ich machen, war ne harte zeit, schön das es wieder aufwärtsgeht. sollts ne demo geben, werd ich die mir mal anschaun und wenn mich nichts brutal abschreckt wirds gekauft.
Freizeitschrauber
14.06.2011 22:26
Das Ur-Tombraider war immer mit Abstand das Beste. Die Wiederaufbereitung durch Crystal Dynamics war auch bei weitem nicht so gut spielbar
Mal sehen, ob die mal was hinkriegen das steuerungstechnisch gut ist.
Ansonsten, die Oberweite ist wohl stark geschrumpft. Magermodel statt Booth Babe?
PC-Selbstbauer
12.06.2011 20:42
Mal abwarten, aber das könnte sogar für mich was werden.