AMD Bulldozer: Sparsam dank C6-Powergating und Co.
Ein neuer Blog-Eintrag zum Bulldozer erläutert dessen Fähigkeiten zum Stromsparen. Dank Powergating würde der Verbrauch im Leerlauf gegenüber bisherigen CPUs um bis zu 95 Prozent reduziert, zudem könne man ein Drittel mehr Kerne ins gleiche TDP-Budget packen.
AMDs John Frühe erläutert in seinem neuesten Blog-Eintrag zum Bulldozer unter dem Titel "Stop the Clocks", was beim kommenden Chip hinsichtlich den Stromsparmodi geändert wurde. Da der Bulldozer ein komplett neues Design ist und nicht wie die aktuellen Phenom II noch in ihren Grundzügen auf der K8-Architektur (Athlon 64) basiert, fanden hier diverse Techniken Einzug, die helfen, Energie zu sparen. Im Leerlauf etwa soll der Bulldozer bis zu 95 Prozent weniger Strom benötigen als bisherige (AMD-)CPUs, dies ist dem neuen Powergating alias C6-Modus geschuldet, welches Intel seit Jahren verwendet: Wird ein Modul nicht genutzt, wird dessen Energieversorgung gekappt, wodurch das TDP-Budget für die anderen Module steigt - auch wichtig für den Turbocore 2.0.
Real benötigt ein Phenom II im Leerlauf (ohne Wandler) derzeit über 10 Watt, eine aktuelle Intel-CPU unterbietet diesen Wert deutlich, was sich bei den Messungen des gesamten Systems ebenfalls zeigt. Auch sei es AMD dank der Kombination aktueller wie neuer Stromsparmodi (so "feuern" die Transistoren des Bulldozers in allen Lastszenarien seltener) möglich gewesen, nunmehr acht Kerne statt derer sechs ins gleiche TDP-Budget zu packen, also ein Drittel mehr. Allerdings gilt es hier zu beachten, dass Bulldozer im 32-Nanometer-Verfahren gefertigt wird und nicht mit 45 Nanometer, auch zählt Frühe (nur) die Integer-Kerne. Da sich erste Samples bereits bei den Testern befinden, können sich dieses von der Sparsamkeit des Bulldozer überzeugen: So schreibt OBR von PC-Tuning Czech, der Bulldozer würde samt Gigabyte-Board im Leerlauf eine geringe Leistungsaufnahme zeigen.
Quelle: Bulldozer Blog
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Hintergrund Bulldozer:
Der im 32-nm-Prozess gefertigte Bulldozer setzt auf sogenannte Module. Ein solches beinhaltet zwei (Integer-)Kerne, diese teilen sich unter anderem den 2 MiByte großen L2-Cache und die "Flex FPU" genannte Gleitkomma-Einheit, welche pro Takt den Kernen neu zugeordnet werden kann. Ein Modul ist laut AMD schneller als ein Zweikerner mit K10-Architektur. Alle Module, bis zu vier beim Orochi-Die (Zambezi für Desktop und Valencia für Server), greifen auf 4 bis 8 MiByte L3-Cache zu - je nach Ausbaustufe werden die Versionen von AMD mit einer TDP mit 95 bis 125 Watt eingestuft. Ein Modul erreicht laut AMD 80 Prozent der Leistung eines (fiktiven) Bulldozer-Dualcores. Auf dem Financial Analyst Day 2010 gab AMD bekannt, dass Bulldozer selbst bei Auslastung aller Kerne per Turbocore bis zu 500 MHz hochtaktet. AMDs John Fruehe sagte zudem, mit weniger Kernen könne es gar mehr sein. Offenbar ist auch ein Taktplus bei stillgelegter FPU möglich, da hierdurch das TDP-Budget für die Integer-Kerne wächst.
Die ISSCC 2011 verriet AMD, dass ein Modul 213 Millionen Transistoren auf 30,1 mm² fasst, das Design ist für 0,8 bis 1,3 Volt ausgelegt. AMD spricht davon, dass ein 8-kerniger Bulldozer weniger Die-Fläche verbraucht als ein Thuban (346 mm²), Hans de Vries von Chip-Architekt schätzt derzeit (Ende Februar 2010) 292 mm². Das Bulldozer-Design soll 3,5 GHz und mehr erreichen, inklusive Turbocore - allerdings ist es von Haus hochtaktend ausgelegt, die Frequenzen lassen sich also nicht direkt mit einem Phenom II vergleichen. Auch sagt der hohe Takt nicht zwingend etwas über den Stromverbrauch des Designs aus. Der Cache bzw. die CPU-Northbridge des Bulldozer läuft mit 1,1 Volt und erreicht 2,4 GHz und unterstützt bis zu DDR3-1866 - ein Phenom II kommt auf nur 2,0 GHz und DDR3-1333. All diese Informationen sprechen zusammen mit der neuen, teils sehr mächtigen FPU für eine massiv gesteigerte Pro-Takt-Leistung gegenüber dem Phenom II. Der Bulldozer mit seinem innovativen Modul-Aufbau wird für das zweite Quartal 2011 erwartet und setzt den neuen Sockel AM3+ für volle Kompatibilität zwingend voraus.


Und denkt dran, ohne solche Missverständnisse wäre es hier doch viel zu langweilig
Ich sprach von dem von Marc erwähntem Atom... der hat 800MHz und 1 Kern. Da läuft nichtmals Win XP flüssig drauf geschweige denn Win 7. Win Vista derweil hatte mir (als ich es installiert hatte) durchaus ein schön flüssiges Arbeitsgefühl gegeben, allerdings kenne ich das auch nur mit Service Pack 1 und einem 3-Kern Prozessor @ 3,5GHz
Das die zweikerner-Atoms mit 1,5+GHz genügend Leistung für Windows haben ist selbstverständlich aber die haben dann auch schon eine TDP von mindestens 8.5W aber eher noch bis zu 13W. Atoms mit integrierter Grafik fangen sowieso erst ab 3W TDP an und sind dabei den AMD APUs deutlich unterlegen (ihr glaubt doch nicht ehrlich, das sich mit der Atom-Grafik wirklich eine Bluray ruckelfrei wiedergeben lässt, oder?). Um sich mit AMDs APUs zu messen muss zu jedem Atom noch der Preis und die TDP für einen Ion-Chipsatz draufgerechnet werden, das darf nicht vergessen werden.
Ach so, ich hatte das jetzt im Zusammenhang mit der News gesehen und dachte du erwartest jetzt vom BD Idle-Werte in dem Bereich. ^^
Geode gab es bis runter von 1W. An dem Punkt stellt sich die Frage, wie AMD damals die Verbrauchsangaben in Stufen geteilt hat. Dann gab es noch AMDs alchemie, worüber es aber recht wenig Infos zu finden gibt in welchem Verbrauchsrahmen die lagen, ist ja aber auch kein x86. Da könnte man dann eher die 286er nehmen, Verbrauchsangaben aus der Zeit finde ich aber nicht. Man kann also festhalten, dass AMD neben dem C50 mit 9W nurnoch den "imaginären" C50 mit 5W hat. Wobei man hier auch nicht differenzieren kann, wieviel der 5 bzw. 9W jetzt für die Grafik draufgehen. Man kann natürlich spekulieren, wie weit der Verbrauch runter ginge, würde AMD die Grafik rausnehmen und einen nativen Bobcat-Single-Core rausbringt mit 800MHz.
Aber zurück zu deiner Frage, mir ist da auch nichts bekannt
Ja... schneller als ein Desktop mit Pentium II...