Anmerkung der Redaktion: Wir haben den Artikel aktualisiert, da seit der letzten Veröffentlichung einige neue Spiele erschienen sind, die von Spielern schlechter bewertet wurden als von Fachjournalisten. Sie finden die neuen Bilder zu Beginn der Galerie.
NEU -
Call of Duty: Modern Warfare 3: 78 versus 22 (Presse versus User) [Quelle: siehe Bildergalerie]
Wenn die Bewertungen durch Fachpresse und User weit auseinander driften, bietet das jede Menge Zündstoff und wirft unbequeme Fragen auf. Sehen beinharte Fans eines Spiels Ihren Titel anders als der Fachtester? Bekamen die Fachjournalisten vom Entwickler auch genug Zeit, gerade komplexe Spiele ausführlich zu prüfen? Blieben Bugs im Test unerwähnt, weil die Entwickler versprochen hatten, sie bis zum Launch des Spiels zu beheben - was dann aber doch nicht klappte? Wurde ein Spiel nach dem Launch durch Patches und Upgrades massiv verbessert, was die Fachpresse manchmal aus Zeitgründen nicht mehr nachverfolgt? Bewerten User bestimmte Spiele schlecht auf den einschlägigen Testseiten, auch wenn sie das Spiel gar nicht gezockt haben? Konnten die professionellen Tester das Spiel womöglich gar nicht so prüfen, wie es der Kunde daheim macht (Stichwort: Kopierschutz)?
Es gibt vermutliche sehr viele Gründe, warum ein Spiel in der User- und Fachpresse-Wertung unterschiedlich wegkommt. Antworten auf diese komplexen Fragen kann dieser Artikel nicht geben. Allerdings wollen wir Ihnen in der folgenden Galerie zeigen, bei welchen Spielen
die Pressenote deutlich über der Usernote liegt (ein zweites Special auf pcgameshardware.de dreht den Spieß um und zeigt Spiele, die von
Usern besser bewertet wurden als von Journalisten) - ohne Angaben von Gründen, denn diese erschließen sich nicht immer und sind damit spekulativ. Basis unserer Auswahl sind die Daten von
Metacritics, die sowohl Tests von Fachpublikationen sammelt und anbietet, als auch User-Wertungen und eine direkte Gegenüberstellung erlaubt. Wir beschränken uns vorerst auf Spiele, die mindestens 80 Prozent von der Fachpresse bekommen haben (eine Erweiterung ist aber denkbar). Allerdings sind unter anderem folgende Faktoren zu beachten:
• Hat ein Spiel zu wenig Bewertungen, wirken sich besonders gute oder schlechte stark aus.
• Während Wertungen der Fachpresse "historisch" sind, also rund um den Zeitpunkt der Veröffentlichung veröffentlicht wurden, können Usermeinungen auch aktuell sein. Spiele sind im historischen Bezug aber immer anders einzuschätzen als beispielsweise Jahre später.
• Während bei einem Test der Fachpresse gesichert ist, dass das Spiel wirklich gespielt wurde, ist das bei einer User-Meinung nicht nachprüfbar.
• "Rachewertungen" dürften gerade bei Spielen wie WoW oder Die Sims nicht untypisch sein
An dieser Stelle möchten wir noch ein kleines Beispiel geben: Grand Theft Auto IV etwa erhielt im Mittel von der Fachpresse stolze 90 Prozent - die User dagegen vergeben mit 48 Prozent kaum mehr als die Hälfte. Warum? Die Presse testet "nur" das Spiel, der User aber das komplette Produkt. Faktoren wie benötigter Festplattenspeicher, hohe Hardware-Anforderungen für maximale Details oder der verwendete Kopierschutz spielen für die Presse kaum eine Rolle, schließlich sind diese Faktoren nicht zu erfassen - jeder User besitzt ein anderes System, eine andere Einstellung zu bestimmten Kopierschutzmethoden, anfallenden Bugs ect. Dennoch lässt jeder Spieler für sich diese Faktoren mit in seine persönliche Wertung einfließen und daher kommt GTA IV sehr schlecht weg - wenngleich das eigentliche Spiel einigermaßen unbestritten exzellent ist.
Sie kennen weitere Spiele, wo die Meinung der Fachpresse im positiven wie im negativen Sinne weit von Ihrer persönlichen Meinung als Spieler abweicht? Dann nutzen Sie die Kommentarfunktion und teilen Sie uns Ihre Meinung mit.
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Komplett-PC-Käufer
13.05.2012 13:03
Also ich hab keine Wertung abgegeben, aber mir gefällt MC auch nicht wirklich. 30 Stunden macht es Spaß, aber es verliert schnell seinen Reiz, immer was zu bauen, was aber auch an den stark eingeschränkten Möglichkeiten mit Redstone liegt
Moderator
13.05.2012 02:16
Das nicht, aber Metacritics zeigt (neben den Einzelwertungen, die du natürlich von Hand übertragen und auswerten könntest), zumindest eine Einteilung in drei grobe Stufen an. Stark bimodale Verteilungen mit entsprechend hoher Stabw sind also erkennbar.
Schraubenverwechsler
12.05.2012 13:24
kann man irgendwo die standardabweichung von dieser statistik nachlesen?