Tageszeitungen kommen aus Ipad. Der Untergang für die Medien? [Quelle: siehe Bildergalerie]
Apple will großen Zeitungen ermöglichen, dass ihre Ausgaben über den Apple Store abrufbar sind. Derzeit werde darüber verhandelt, wie es mit Gewinnbeteiligungen aussieht. Apple will wohl derzeit 30 Prozent der Abogelder und 40 Prozent der Werbegelder für sich einstreichen.
Zusätzlich hat Apple dem Bericht zufolge einen Deal mit den Verlagen abgeschlossen, indem der Ipad-Hersteller Nutzerstatistiken an Verlage abgibt, damit diese ihre Werbung optimieren können. Die Zeitungen hätten keinen Einwand, da sie immer noch mit 60 Prozent von den Mehreinnahmen der optimierten Werbung beteiligt werden und ebenso profitieren.
Vielmehr seien die Macher von Zeitungen daran interessiert, ein Format am Leben zu erhalten, was bei Journalisten und Lesern sehr beliebt war: die klassische Tageszeitung. Ob Download-Versionen mit animierten Werbeeinblendungen für die Leser so angenehm wie bekannte Druck-Formate werden, ist strittig. Außerdem will Apple die Abo-Abwicklung, sprich alle privaten Daten, übernehmen.
Roger Fidler vom Donald W. Reynolds Journalismus-Institut in Columbia, Missouri, geht davon aus, dass diese nur kurzfristige Probleme darstellen werden. Langfristig werden die Zeitungen selber entscheiden, welche Inhalte sie in den Apple Store verlagern. Denkbar ist eine Migration von Papier-Abonnenten in den digitalen Markt. Dort befürchten die Verlage, dass die Werbeeinnahmen der Ipad-Version nicht denen der Print-Version entsprechen könnten, was eine Katastrophe darstellen würde.
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Moderator
17.09.2010 17:00
ipad und co. sind dafür ja auch rein gar nicht geeignet.
dafür gibts ja geräte mit e-ink oder vergleichbarer technik.
dass gerade tageszeitungen irgendwann nur noch oder bevorzugt auf solchen geräten erscheinen werden, halte ich für relativ wahrscheinlich (im gegensatz zu büchern und magazinen).
das ist doch keine gefahr für t-zeitungen, sondern das genaue gegenteil.
Tageszeitungen werden von den meisten Menschen selektiv gescannt und nur teilweise konsumiert - bisherige eInk-Geräte mit ihren Mini-Displays sind dafür auch nicht geeignet (und Geräte, die eInk tatsächlich wie Papier einsetzen, hab ich schon seit nem halben Jahrzehnt nicht mehr gesehen).
Ipad&Co bringen wenigstens die Farbdarstellung mit, die man für Magazine braucht und sie lassen sich noch in anderer Weise nutzen, was eine größere Nutzerbasis bringt. Amazon gibt zwar keine offiziellen Zahlen raus, aber den Schätzungen auf Wikipedia zu Folge haben sie in den ersten zwei Jahren in etwas so viele Kindle (alle Modelle zusammen) verkauft, wie Apple in den ersten zwei Monaten (!) an iPads.
Was ich -neben der "Gefahr für die Medien"- (höchstens für Druckereien, oder?) nicht so ganz verstehe: Wo liegt die Sensation im Vergleich zu den dutzenden bis hunderten von Zeitungs- und Magazin-Apps, die es bereits gibt?
Schraubenverwechsler
17.09.2010 13:05
Die Nachfrage wird erheblich kleiner sein, als Entscheider mit $+€-Zeichen in den Augen ihn gern hätten. Wer unabhängig von derzeitigem Wohn- und Aufenthaltsort seine Zeitung so haben möchte, könnte gefallen daran finden.
Abokunden sterben wohl allgemein weg, da die meisten Menschen unter 40 eher eine Hobby-/Fachzeitschrift im Abo hat als eine Tageszeitung oder gut ohne Abonnements auskommt.
Sehr viele kaufen die Printprodukte, wenn sie im jeweiligen Einzellfalle vom Cover oder Beigaben wie Software angesprochen werden bzw. einfach gerade Zeit haben. Sehr oft wird dann in Nahverkehrsmitteln, am Strand, am Esstisch auf der Terrasse oder einem Ort an dem man Wartezeit überbrückt gelesen.
Dort dann immer das teure, empfindliche und sperrige Technikspielzeug mit genug Batteriekapazität dabei zu haben, auf dem Spiegeldisplay gut lesen können und stattdessen nicht auf andere Informationsquellen ohne direkte Kosten zurückgreifen zu wollen, erscheint mir unwahrscheinlich.
Vielleicht wird es dennoch Kult teuer und unbequemer von Apple zensierte Tageszeitungsinhalte so zu rezipieren.
PC-Selbstbauer
17.09.2010 12:22
ich auch nicht.
ipad und co. sind dafür ja auch rein gar nicht geeignet.
dafür gibts ja geräte mit e-ink oder vergleichbarer technik.
dass gerade tageszeitungen irgendwann nur noch oder bevorzugt auf solchen geräten erscheinen werden, halte ich für relativ wahrscheinlich (im gegensatz zu büchern und magazinen).
das ist doch keine gefahr für t-zeitungen, sondern das genaue gegenteil.