Preismodelle für neue Geräteklassen

Sorgt der Marktstart des Samsung Galaxy Tab für eine Provider-Tarif-Revision?

Mit dem Marktstart der "offenen" Tablet-PCs samt Telefonfunktion kommt auf die Anwender nicht nur ein neues Geräte-Segment abseits der Apple-Welt zu. Auch die Provider müssen sich sputen, teure Geräte samt Subventionierung in die bestehenden Kostenmodelle einzureihen. (Lars Craemer, 08.09.2010)
 
Smasung Galaxy Tab (4)
 
Smasung Galaxy Tab (4) [Quelle: siehe Bildergalerie]
Bereits in unseren Hands-on-Tests des Dell Streak und des Samsung Galaxy Tab haben wir einen Ausblick auf erhältliche und kommende Kombinationen aus Tablet und Telefon gegeben. Beide Geräte werden zwar nicht als Smartphone, sondern wahlweise als MID (Mobile Internet Device) oder Tablet-PC vermarktet. Dank Telefonfunktion und hohem Preis bietet sich aber die Kopplung an einen Telefon- und Datenvertrag an - somit können die Hersteller große Stückzahlen absetzen, die Kunden müssen nicht so tief in die Tasche greifen und die Provider machen als Mittelsmänner ebenfalls ihren Schnitt.

Für eine mobile Datenflatrate muss man momentan im Schnitt nicht mehr als 10 Euro monatlich investieren, dafür hat man dann je nach Angebot ein Geschwindigkeitslimit ab 200 oder 300 MByte hinzunehmen. In der Praxis erreicht man diese Grenze aber eher selten, vor allem bei den größeren Tablets ab 7 Zoll wird die Hauptdatenlast vermutlich in den eigenen vier Wänden am Sofa verursacht - hier sollten Sie grundsätzlich den Datenverkehr über das WLAN abwickeln.

Mit dem Samsung Galaxy Tab nimmt jetzt die Preisgestaltung solcher Tablet-Angebote an Fahrt auf, kostet doch der Tablet-PC beispielsweise bei Amazon 800 Euro. Samsung selbst weist bei diesem recht hohen Preis immer auf die Preisentwicklung des Galaxy S-Smartphones hin. So soll sich der Preis des Galaxy Tab nur unwesentlich über dem des Smartphones einpegeln. Gute Aussichten also für Käufer, die ohne Vertrag kaufen, wer hingegen allerdings schon jetzt samt "Handyvertrag-Subventionierung" zuschlagen will, muss vermutlich bei der Kostenberechnung der Anbieter in den sauren 800 Euro-Apfel beißen. Preisbewusste Tablet-Fans sollten also noch warten, egal ob man mit oder ohne Vertrag kaufen will.

Als einer der ersten Anbieter in Deutschland hat O2 das Samsung Galaxy Tablet ins Portfolio aufgenommen. Wer sich das Gerät ohne Tarif bei O2 kaufen will, zahlt schon jetzt "nur" noch rund 760 Euro. Die Kosten können auch auf 24 Monate verteilt werden, der Kunde muss dann 99 Euro als Anzahlung und 27,50 Euro als Monatsraten investieren - für die Gerätekosten an sich zahlt man damit vermutlich also schon mehr als Kunden, die sich noch etwas gedulden.

O2 bietet darüber hinaus die "Handy-Surf"-Flatrate mit einem Geschwindigkeits-Cap ab 200 MByte für 10 Euro im Monat an - hier ist man als Kunde also auf der sicheren Seite und zahlt einen moderaten Preis für eine mobile Datenflatrate. Die andere Tarifvariante (Smartphone) kostet 15 Euro im Monat und die Geschwindigkeit wird erst ab 1 GByte im Monat reduziert - Einsteiger sollten allerdings vorerst die kleinere Variante mit 200 MByte testen, nachbestellen kann man immer noch.

Erste Gerüchte und Informationen aus den Staaten werfen aber auch noch ein anderes Bild auf den Tarifdschungel. Nicht, dass man die USA und Deutschland 1:1 vergleichen kann, aber zumindest bekommt man so ein Gefühl, was an den reinen Anschaffungskosten im Provider-Kontext noch so drin ist. So behauptet das WSJ, dass ein Samsung-Mitarbeiter die Kosten eines subventionierten Galaxy Pad auf 200 bis 300 Dollar beziffert; dies wäre schon etwas weniger als die Anschaffungskosten von über 700 Euro. Andere Angaben kommen aus Korea, wo man den subventionierten Preis eher bei 300 bis 400 Dollar sieht.

Unser Rat: Die kommenden Tablets werden von verschiedenen Providern subventioniert, für den Start tut es in der Regel auch eine kleine Datenflatrate, aber erst der Konkurrenzkampf wird den Preis drücken. Auf monatlicher Ebene wird sich vorerst noch nicht so viel tun, aber man kann gewiss sein, dass die Anschaffungskosten für die Hardware in den nächsten Monaten drastisch fallen - spätestens nach dem Weihnachtsgeschäft. Hier greift also auch der angestaubte PC-Ratschlag: Wer vor Weihnachten kauft, ist selber schuld.

Quelle: O2

(Ansicht vergrößern für Quellenangaben)
     
 
 
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