OCZ Revodrive: SSD-RAID auf einer PCI-Express-x4-Karte (1) [Quelle: siehe Bildergalerie]
OCZ will sich weiter im Premium-Segment für Flash-Speicher etablieren und bringt zusätzlich zu seinen Solid-State-Disks, wie der kürzlich getesteten Vertex 2 Extended, nun das Revo-Drive auf den Markt. Im Testlabor fühlen wir dem Revodrive mit 120 GByte Speicherplatz auf den Zahn.
Im Preisvergleich von PC Games Hardware sind noch weitere Modelle gelistet - die Spanne reicht dabei von 50 bis 480 GByte, die Preise zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses für diesen Artikel von rund 220 bis über 1.000 Euro.
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OCZ RevoDrive 50GB, PCIe x4 (OCZSSDPX-1RVD0050)
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OCZ RevoDrive 80GB, PCIe x4 (OCZSSDPX-1RVD0080) •
OCZ RevoDrive 120GB, PCIe x4 (OCZSSDPX-1RVD0120) •
OCZ RevoDrive 180GB, PCIe x4 (OCZSSDPX-1RVD0180) •
OCZ RevoDrive 240GB, PCIe x4 (OCZSSDPX-1RVD0240) •
OCZ RevoDrive 360GB, PCIe x4 (OCZSSDPX-1RVD0360) •
OCZ RevoDrive 480GB, PCIe x4 (OCZSSDPX-1RVD0480) (Die ermittelten Benchmarkwerte sind, SSD-typisch, nicht übertragbar auf Modelle mit abweichender Speicherausstattung, die Auflistung der anderen Modelle dient nur der Leserinformation) OCZ gibt auf seiner Revo-Drive-Produktwebseite eine MTBF-Zeit von 2.000.000 Stunden an und gewährt eine dreijährige Garantie. Steht ein Mainboard mit freiem PCIe-x4-Steckplatz zur Verfügung, sind die Systemvoraussetzungen bereits erfüllt. Während das Revodrive auf allen aktuellen Mainboards laufen sollte (und es bei den im Test ausprobierten Modellen auch tat), stellt OCZ auf der
Produktwebseite Lösungsvorschläge für einige wenige Kompatibilitätsprobleme bereit.
Die Leistungsaufnahme fällt mit einer Werksangabe von 3 Watt im Leerlauf und 8 Watt unter Last in aktuellen Rechnern kaum ins Gewicht.
OCZ Revodrive: SSD-RAID auf einer PCI-Express-x4-Karte - zwei Sandforce-1200-Controller (davon einer im Bild) werden über einen SIlicon Image-Chip zum RAID-Verbund geschaltet [Quelle: siehe Bildergalerie]
Die Hardware des Revo-Drive Beim OCZ Revodrive handelt es sich um eine PCI-Express-Gen1-Karte mit vier Lanes, aber keinen weiteren Anschlüssen. Darauf versammelt sind eine PCIe-PCI-X-Bridge, ein Silicon Image SiL3124 RAID-Controller, zwei Sandforce-SF1200-Controller und - im Falle unseres Testmusters - 120 GByte Flash-Speicher. Diese werden an den beiden Sandforce-Controllern ab Werk im RAID-0-Modus betrieben und erreichen so Transferraten weit jenseits der herkömmlicher SSD-Modelle, soviel sei bereits verraten. Über einige blaue LEDs signalisiert das Revodrive seinen aktuellen Betriebszustand - leider nur innerhalb des PC-Gehäuses, die Slotblende gibt keinen Hinweis darauf, was hinter ihr steckt.
Mag die Bauform "PCI-Express-Karte" für ein SSD-RAID auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheinen, ist sie in der Praxis durchaus praktisch: wenn Sie ein Mainboard mit einem freien PCIe-x4-Steckplatz oder höher besitzen, haben Sie bereits die Systemvoraussetzungen erfüllt und das Revodrive nimmt nach dem Einbau und der Installation der Treiber unauffällig seine Arbeit auf - eine weitere Verkabelung wie bei anderen SSDs oder Festplatten ist nicht nötig. Dank vier PCI-Express-Lanes, welche selbst in der ersten Generation der schnellen Punkt-zu-Punkt-Verbindung 4x 250 MB/s Datentransfer stemmen, wird das Revo-Drive zu keiner Zeit ausgebremst.
Während des Bootvorgangs können Sie per CTRL+A das eigene BIOS der PCIe-Karte aufrufen und dort zum Beispiel den RAID-Modus von 0 auf 1 umstellen. Das BIOS ist auch wesentlich für die zweite Besonderheit der Karte. Schieben Sie Windows 7 während der Installation per USB-Stick die Treiber unter, können Sie vom Revodrive auch booten und die Karte so als Systemlaufwerk nutzen. Das funktionierte an unserem Testsystem auf Basis eines Athlon X3 705e, einem MSI 890GXM-G65 unter Windows 7 x64 problemlos.
Die Performance-Werte des Revo-Drive Neben den reinen Transferraten-Messungen haben wir auch einige weitere Messungen angestellt - unter anderem mit dem Atto Diskmark, IOMeter und dem AS SSD-Benchmark.
Die reinen Transferraten sind, wie nicht anders zu erwarten, überragend. Im
Atto Diskmark erreichen wir eine maximale Leserate von 531 Megabyte pro Sekunde, die Schreibleistung fällt mit maximal 466 Megabyte pro Sekunde ebenso überragend aus. Gegenüber einer einzelnen 60-GB-Sandforce-SSD, wie der Corsair Force F60 oder OCZs hauseigener Vertex 2 Extended, bedeutet das eine Steigerung um 87 respektive 77 Prozent in der Datentransferrate. Der
HD Tach (Long Bench) bescheinigt dem Revodrive eine mittlere lesende Transferrate von 245 MB/s, die Burst-Rate liegt bei 433 MB/s. Zum Vergleich: Eine einzelne 60-GB-SSD mit dem schnellen Sandforce-Controller erreicht hier 164,3 MB/s im Mittel und 243 MB/s im Burst. Im
AS SSD-Benchmark sind die Resultate größtenteils sehr gut: Beim sequenziellen Lesen und Schreiben stehen 380 bzw. 179 MB/s im Ergebnis, während eine Einzel-SSD hier 198/63 MB/s erreicht. Im 4K-Zugriff, keiner Sandforce-Stärke in diesem speziellen Benchmark, werden mit 23,4/75,4 (Lesen/Schreiben) 20 bzw. 38 Prozent höhere Werte als bei einer Einzel-Sandforce erreicht. Die Kopier-Tests des AS-SSD absolviert das Revodrive mit 158, 128 und 131 MB/s für die Bereiche ISO, Programm und Spiel. Das sind 120, 117 und 115 Prozent mehr als bei einer Single-Sandforce.
Die etwas praxisnähere HDD-Suite des
PC Mark Vantage in der x64-Version liegt mit 40.171 Punkten deutlich über den 28.606 Punkten einer einzelnen Sandforce-SSD - der Vorsprung beträgt rund 40 Prozent. Die Praxisleistung im
PCGH-Kopiertest (1,5-GiByte-Datei) sinkt mit 24 Sekunden gegenüber den 43 einer Sandforce-SSD um 44 Prozent. Im Test mit 25.000 Dateien (zusammen ebenfalls 5 GiByte) fällt der Vorsprung mit 49 gegen 71 Sekunden deutlich geringer aus und liegt noch bei 31 Prozent.
Lediglich im
H2Benchw erreicht das Revodrive aus bislang ungeklärten Gründen und im Gegensatz zu allen anderen Benchmarks niedrige Werte als eine einzelne Sandforce-SSD. Die mittlere Lese-Transferrate liegt bei 196 MiB/s, schreibend erreicht das Revo-Drive 201,5 MiB/s - das sind jeweils rund 7 weniger als eine normale Sandforce-SSD mit 60 GByte. In den Profiltests des H2Benchw jedoch kann sich das Revodrive wieder ein eher den Erwartungen entsprechendes Ergebnis erreichen und folgerichtig steigt der Anwendungsindex von 134,4 auf 162,7 gegenüber einer Einzel-SSD. Die Zugriffszeit liegt mit 0,2 ms auf dem Niveau anderer Sandforce-SSDs.
Ein Highlight noch zum Schluss: Im
IOMeter-Benchmark (Version 2008_06_28) mit 4K aligned Writes und unter Ausnutzung des AHCI-Command-Queings mit 32 Operationen in der Warteschlange schafft OCZs Revodrive knappe 75.000 IOs pro Sekunde und damit rund doppelt soviel wie eine einzelne SSD.
Die genauen Benchmarkergebnisse des Revodrive haben wir für Sie in der BIldergalerie als Screenshot platziert.
OCZ Revodrive: SSD-RAID auf einer PCI-Express-x4-Karte (3) [Quelle: siehe Bildergalerie]
Fazit OCZ Revodrive Im controllerbestimmten Markt der SSDs tut sich das Revodrive als wohltuende Abwechslung hervor. Streng genommen ist es zwar "nur" ein RAID entsprechend zweier Sandforce-60-GB-SSDs, aber OCZ macht das komplizierte Thema RAID durch die Integration auf einer PCI-Express-Karte einsteigerfreundlich. Auch der Preis liegt mit rund 300 Euro für das getestete 120-GB-Modell nicht wesentlich über dem zweier 60-GB-SSDs mit aktuellem Controller - dafür entfällt der Aufwand der Einrichtung und Verkabelung. Die TRIM-Probleme bei RAID-Controllern kann jedoch auch das Revo-Drive nicht umgehen, ebenso die Idle-Garbage-Collection. Die Übertragungsraten erreichen in den meisten Fällen 40 Prozent und mehr Vorsprung vor einer einzelnen SSD erreichen, sodass OCZs Revodrive das insgesamt schnellste SSD-Produkt, welches bisher im PCGH-Testlabor vermessen wurde.
Moderator
16.01.2011 15:36
Tjo - Asus ist nicht schlecht darin, einen Chipsatz in eine stabile Umgebung zu pflanzen (eine stabile Halterung für den Chipsatzkühler gehört aber nicht dazu. Vorsicht bei Asus-Ösen.). Aber alles andere... Ich persönlich finde die Layouts regelmäßig daneben, die Preis- und Modellpolitik z.T. auch und der Support hat definitiv keine Ahnung von den eigenen Produkten und keine Ahnung davon, wofür ein Support da ist (merke: Den Satz "nicht zuständig" kann ich mir auch selbst wiederholen). Überrascht nicht ernsthaft, dass die Handbuchabteilung an ähnlichen Symptomen kränkelt. (wobei man sagen muss: Asus ist der einzige Hersteller, der das INT-Routing im Handbuch angibt
Bezüglich des Problems: Man kann nie ausschließen, dass ein hochindividuelles Kompatibilitätsproblem vorliegt. Aber in aller Regel sollte das Board auf die eine x4 Karte genauso reagieren, wie auf eine andere (zumal das Revodrive gegenüber dem System einen Festplattencontroller darstellt) und es sollte sich von gar keiner am booten hindern lassen.
Was du auf die Schnelle noch ausprobieren könntest: Die Grafikkarte in den Slot bauen und gucken, ob die @x1 läuft. Technisch/vom Standard her sollte auch das möglich sein.
Schraubenverwechsler
16.01.2011 14:38
ja dachte asus wär was gutes :/ aber davon abgesehen, ich hab mir einen raid controller pcie 4x ausgeborgt und sobald der eingebaut ist, werden die lanes auf 8x/8x geschalten! auch wenn ich im bios dies ändere wirkt sich das nicht aus, ABER wenn ich wie lt. handbuch 16x/1x schalte, bootet der pc nicht mehr, nichtmal der bios screen kommt!! ich hab dann die 2. karte ausgebaut und alles war wieder in butter! dh für mich die controller karte springt mit 1x NICHT an, das revodrive wohl auch nicht?!
so long
Moderator
16.01.2011 14:28
Ich vertraue Asus prinzipiell nicht mehr, aber es gibt ja auch 14tage Rückgaberecht.