Zocker-Maus mit Tastenüberschuss

Hands-on-Test: Logitech G700 - Multifunktions-Maus mit Makrofunktion und G-Keys

Logitech G700 im Test: Mit der G700 kommt die erste Logitech-Maus für Spieler, die per Kabel und Funk mit dem PC kommuniziert. Darüber hinaus sollen viele Tasten und eine umfangreiche Ausstattung dem Zocker das Leben leichter machen. PC Games Hardware hat den Hands-On-Test gespielt. (Lars Craemer, 26.08.2010)
 
Logitech G700 (11)
 
Logitech G700 (11) [Quelle: siehe Bildergalerie]
Die G700 von Logitech wird entweder per Kabel oder über einen Funkempfänger an den PC angeschlossen. Der verbaute Laser-Sensor löst dabei maximal mit 5.700 dpi auf, darüber hinaus lässt sich die Polling-Rate des USB-Ports über die Software bis auf 1.000 Hz anheben - ein gelungener Gamer-Einstand also. Auch die weitere Ausstattung kann sich sehen lassen, so gibt es elf Knöpfe und ein 4-Wege-Mausrad (mit deaktivierbarer Rasterung), Profilspeicher in der Maus, eine gut zugängliche, wiederaufladbare Batterie und drei LEDs zur Anzeige verschiedener Statusinfos.

Test: Logitech G700 - die Ausstattung
Auf der Unterseite der G700 findet sich ein Batteriefach samt Akku in AA-Form, der Stromlieferant für den kabellosen Einsatz kann somit also in Sekundenschnelle ausgetauscht werden. Außerdem ist dort ein Schalter, mit dem man die Maus ausschalten kann, wenn man mal länger nicht am PC ist. Zwar fährt die Maus bei Nichtbenutzung in einen Stromsparmodus, wenn Sie in Urlaub fahren, sollten Sie die G700 aber ganz ausschalten. Die Maus an sich ruht auf vier Gleitpads, die bei Qualität und Reibungswiderstand auf dem Niveau aktueller Spitzenmäuse liegen.

Logitech G700 (3)
 
Logitech G700 (3) [Quelle: siehe Bildergalerie]
Die rechte Seite der Maus ist leicht geschwungen, bietet den Fingern aber eine angenehme und sichere Auflagefläche. Die linke Seite der G700 besitzt drei kleine LEDs und vier Seitentasten. Die LEDs informieren über das gewählte Mausprofil, so können Sie verschiedene Belegungen abrufen, wenn eine der Tasten als "Umschalter" in der Software definiert ist. Im Gegensatz zu den beiden Seitenbereichen ist die obere Schicht der Maus sehr glatt - bei der Oberfläche schieden sich die Geister in der Redaktion. Dem einen war die Oberfläche zu rau, fast schon wie feines Schleifpapier, der andere mochte die Oberfläche - hier sollten Sie vor dem Kauf im Geschäft selbst Hand anlegen und urteilen.

Hinter dem massiven 4-Wege-Mausrad sitzt der Schalter zur Deaktivierung der Mausrasterung, dahinter einer der G-Keys (G11). Der Anschlag der Haupttasten ist perfekt, der Gegendruck nicht zu stark oder zu schwach. Neben dem linken Finger befinden sich drei weitere G-Tasten, diese sind nicht einfach nur eben, sondern haben eine "Zacken"-Ausprägung. Der Gedanke dahinter: Wenn Sie den linken Finger zur Seite schieben und die ungefähre Position der Taste anpeilen, rutscht der Finger automatisch auf die richtige Position; allerdings funktioniert das nur bei mittelgroßen Händen. Wenn Sie eher große Hände haben, ist der hintere Knopf nicht mehr optimal erreichbar. Darüber hinaus sollten Sie die Knöpfe mit der Fingerkuppe auslösen. Einfach nur den Zeigefinger auf die Knöpfe legen und versuchen, sie wie eine Wippe zu bewegen, klappt nicht besonders gut.

Test: Logitech G700 - die Praxis
Die Maus wiegt mit Akku rund 150 und ohne Batterie rund 120 Gramm. Zum Vergleich: Die MX 518 bringt rund 110, die G7 rund 130 Gramm auf die Waage. Unserer Meinung nach ist mit der G700 die obere Gewichtsgrenze für Mäuse erreicht, mit mehr Gewicht steigt die Trägheit der Maus nämlich deutlich. Das stellt für MMO-Spieler vielleicht noch kein Problem dar, wer allerdings schnelle Shooter mit vielen Infights bevorzugt, sollte mit Kabel, aber ohne Akku zocken.

Eine der kritischsten Fragen dürfte sein: Wie gut ist die Latenz und das Spielgefühl mit einer kabellosen Maus? Bei der Abtastung können wir Entwarnung geben, da die G700 selbst im Grenzbereich weder springt, noch Aussetzer hat und darüber hinaus sehr genau abtastet. Dabei ist es egal, ob Sie mit oder ohne Kabel spielen. Die Mär, dass kabellose Mäuse nicht für schnelle Spiele geeignet sind, gilt ohnehin seit der legendären G7 nicht mehr. Positiv: Der sehr kleine Funkempfänger ermöglicht Entfernungen von über 10 Metern und dies sogar durch zwei dünne Wände; außerdem kann man in der Software das Nutzungsmuster auswählen. Zocker wählen natürlich im kabellosen Betrieb die "Gaming"-Einstellung, bei der die Informationen laut Logitech 1.000 Mal pro Sekunde übertragen werden - quasi gleichzusetzen mit der Polling-Rate, die man ja auch auf 1.000 Hz hochschrauben kann. Logitech denkt aber auch an die Bürozeiten und so gibt es auch weniger energiehungrige Settings. Tests deuten auf eine Laufzeit von deutlich über 24 Stunden im Betrieb hin; dieselben Tests und Logitech attestieren der Maus sogar eine Laufzeit von 14 Tagen, allerdings gibt es keine näheren Angaben zum Übertragungsmodus.

Bildergalerie zum Artikel


Test: Logitech G700 - die Ergonomie
Die Ergonomie der Maus an sich ist sehr gut - zumindest, wenn Sie Rechtshänder sind. Die gedrängten Seitentasten lassen sich überraschend sicher auslösen, auch wenn die hintere der oberen Tasten bauartbedingt nicht optimal zu erreichen ist. Etwas seltsam mutet die Scrollrad-Umstellung auf einem zentralen Punkt der Maus hinter dem Mausrad an. Zocker werden dieses Feature weder benutzen, noch gutheißen; im Bürobetrieb, mit vielen Excel-Tabellen, ist es hingegen Gold wert.

Die Mechanik der Rasterung arbeitet ohne Aussetzer, allerdings variiert die Rasterung manchmal ein wenig. Wir hätten uns lieber ein normales Mausrad ohne 4-Wege-Funktion, aber mit einer satten und sehr ausgeprägten Rasterung gewünscht. Die Position der Maustasten und Zusatzfunktionen sind gut bis sehr gut, aber wie auch bei allen anderen Eingabegeräten sollten Sie unbedingt probespielen - Verkrampfungen und Ermüdungen könnten sonst die Folge sein.

Setpoint 5.40.39
 
Setpoint 5.40.39 [Quelle: siehe Bildergalerie]
Test: Logitech G700 - die Software

Bei der Software hat Logitech eindeutig nachgelegt. Die einzige Funktion, die noch fehlt, ist eine Justierung der Lift-off-Distanz. Diese ist eine Idee höher als bei der MX 518 oder G7, allerdings noch völlig spieletauglich. Über die Software lassen sich alle Tasten frei belegen, auch die Achsen können mit unterschiedlicher dpi-Steigerung versehen werden. Positiv: Auch Logitech erlaubt bei der G700 eine "Cycle"-Funktion. In der Praxis benötigen Sie bei zwei dpi-Werten also nur eine Taste, mit der Sie durch die vorgewählten Stufen durchschalten. Fast schon G15-Niveau: Logitech erlaubt über die Software die Speicherung und Aufnahme von Makros, bei der sowohl die Maus (nur Knopfbetätigung), als auch die Tastatur abgefragt werden - mit Zeitintervallen versteht sich. Über einen Hotkey bei laufender Maussoftware können Sie sogar Makros im Spiel aufnehmen. Eine Direktaufnahme wie bei den Spieletastaturen von Logitech gibt es (noch) nicht.

Logitech G700 - Test-Fazit
Technisch ist die G700 solide Handwerkskunst und dabei perfekt auf Rechtshänder abgestimmt. Auch als kabellose Maus überzeugt sie für Spieler. Allerdings sollte man sich bei rund 80 Euro Anschaffungspreis überlegen, welche der Spielefunktionen man wirklich benötigt. Wem die 80 Euro zu viel des Guten sind, findet auch gute Modelle am Markt für deutlich weniger Geld.

(Ansicht vergrößern für Quellenangaben)
     
 

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Aktuelle Kommentare
Invisible_XXI
Software-Overclocker
03.05.2011 12:47
AW: Hands-on-Test: Logitech G700 - Multifunktions-Maus mit Makrofunktion und G-Keys

das probleme bei der g7 ist, dass die akkus zwar geil sind, aber dass diese relativ bald anfangen abzubauen! somit hält eine akku-ladung immer kürzer. und ersatz gibt es entweder gar nicht oder nur sehr schwer einzeln zu kaufen. die akkus sind cool, aber normale AA-Akkus sind dann langfristig gesehen doch praktischer.

bltpgermany
Komplett-PC-Aufrüster
23.11.2010 13:48
AW: Hands-on-Test: Logitech G700 - Multifunktions-Maus mit Makrofunktion und G-Keys

Quote: (Zitat von BaronSengir)
Eine Funkmaus ohne diesen geilen Austauschbaren Akku der G7 kommt mir auch gar nicht mehr ins Haus. Keine Ahnung warum Logitech das nicht mehr macht. Das war für mich DAS Feature schlechthin. Leider gibt meine G7 langsam den Geist auf... die Mausradtaste funktioniert nicht mehr.
Nach der Dauerbelastung aber auch kein Wunder. Hat schon länger durchgehalten als jede andere Maus bei mir.



Das ist bei meiner MX 1000 leider auch der Fall, hab die Maus bestimmt schon über 6 Jahre, funktionieren tut sie noch top! Aber es gibt schon abnutzungsspuren beim Daumenbereich und das MX Schildchen löst sich langsam ab.

Noch nie hatte ich eine Maus so lange wie diese, aber die mx 1100 hab ich auf der gleichen Oberfläche ausprobiert (Schreibtisch ohne Mousepad) und sie war einfach dermaßen ungenau....

Habe mir jetzt das Roccat Taito Mousepad zugelegt, und bin am überlegen ob ich mir die MX 1100 nochmal holen soll, um sie auf dem Mousepad zu testen, oder vll die G7 bei ebay oder die G700.

Die G700 sieht schon nicht schlecht aus, aber doch etwas bullig. Und ich hab gelesen, dass sie bei normaler Nutzung doch nur 3 Tage halten soll. Wenn ich mit meiner MX 1000 jeden Tag nur ca. 4h am Rechner sitze hält der Akku bestimmt 2-3Wochen. Im Urlaub bei auch mal 12h+ Nutzung hält sie aber dennoch mehrere Tage.

Ich denke ich werde die G700 dennoch mal testen, und sollte mir die Akku laufzeit nicht ausreichen werde ich vom 14 Tage Umtauschrecht gebrauch machen und meine MX 1000 wird wieder aus dem Schrank genommen, so wie es bei der MX 1100 auch war

Dann stehe ich wieder vor der Qual der Wahl. Ich Zocke schon gelegentlich, und dann sollte die Maus auch ihren Dienst tun, aber eine Kabelmaus kommt mir nicht mehr ins Haus, da dreh ich durch .

Logitech bitte baut eine Mischung aus der G7 und der G700 => eine G70

ruyven_macaran
Moderator
26.10.2010 00:48
AW: Hands-on-Test: Logitech G700 - Multifunktions-Maus mit Makrofunktion und G-Keys

Quote: (Zitat von COM48)
Hab die Maus auf der Game City getestet, weiß nicht ob die dort schon so abgegriffen war, aber die Haupttasten waren damals echt schlecht der Druckpunkt war echt schwammig. Ärgerlich, weil die Maus sonst eine gute Mischung (tastenmäßig) zwischen Razer Naga und Mamba ist.


Also hier im Laden war der Druckpunkt eigentlich recht präzise - aber eben insgesamt sehr schwach. Und wenn eine Maus nach 1-2 Tagen Messe schon hinüber ist, dann wird sie auch nach 3-4 Jahren Heimeinsatz nicht mehr ganz perfekt sein

Ich weiß nicht, ich krieg immer Krämpfe wenn ich meinen Ringfinger auf die rechte Maustaste lege. Irgendwie is es anders angenehmer, find ich. Deswegen find ich die Razers auch am angenehmsten.


Bei ner Razer würde mir das nicht anders gehen, die sind halt sehr konsequent auf 2-Finger-Betrieb ausgelegt.

 
 
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