Einsteiger-Smartphone ohne WLAN, Multitouch und GPS

Handy-Test: HTC Smart - erstes Handy mit der Brew-Plattform von Qualcomm

Das HTC Smart ist mit dem Brew-Betriebssystem von Qualcomm ausgestattet, richtet sich mit seiner Ausstattung aber eher an Smartphone-Einsteiger. PC Games Hardware macht den Test beim HTC Smart. (Lars Craemer, 31.07.2010)
 
HTC Smart (1)
 
HTC Smart (1) [Quelle: siehe Bildergalerie]
Das Smart ist mit dem Brew-Betriebssystem von Qualcomm ausgestattet, HTC hat die Software allerdings noch mit der eigenen HTC Sense-Oberfläche garniert. Auf den ersten Blick fällt Anwendern, die bislang mit Windows Mobile 6.5.x oder Android im Mix mit Sense gearbeitet haben, auf, dass der Funktionsumfang der Brew-Variante deutlich abgespeckt ist. So fehlen beispielsweise Gimmicks wie eine Komplettübersicht der verschiedenen Homescreens, wie man es beim HTC Desire vorfindet - ein Zugeständnis an die simple Hardware-Ausstattung.

HTC Smart (6)
 
HTC Smart (6) [Quelle: siehe Bildergalerie]
HTC Smart - die Hardware

Das Brew-Smartphone arbeitet mit einem 300 MHz-Prozessor von Qualcomm zusammen. Das Handy besitzt 256 MiByte RAM und genau so viel ROM-Speicher. Der Speicher lässt sich mit einer microSD-Karte auf 32 GiByte aufrüsten. Als Bildschirm kommt ein resistives 2,8-Zoll-Touchdisplay mit einer Auflösung von 320 x 240 Bildpunkten zum Einsatz. Als Funkstandards werden unter anderem Edge und HDSDPA angeboten, letzteres liefert maximal allerdings nur 3,6 MBit/s - Standard ist momentan 7,2 MBit/s. WLAN wird nicht geboten, immerhin gibt es Bluetooth samt EDR und A2DP.

HTC Smart (7)
 
HTC Smart (7) [Quelle: siehe Bildergalerie]
Als Kamera kommt ein 3,0 Megapixel-Modell mit Blitz und fester Brennweite. Der verwendete Akku hat eine Kapazität von 1.100 mAh.

HTC HD Smart - Form, Verarbeitung und Finish
Das Auftreten des HTC Smart wird der zu Grunde liegenden Hardware nicht ganz gerecht, denn das Gerät ist wirklich sehr schick und kompakt geworden. Auch die Verarbeitung ist gut und die Metalleinfassungen um den Bildschirm oder die Kamera unterstreichen die gute Verarbeitung. Das HTC Smart ist mit 104 x 55 x 12,8 Millimeter durchaus kompakt und ist mit Brechern vom Typ Desire oder HD2 nicht zu vergleichen. Selbst das relativ kleine HTC Hero ist deutlich größer - es wirkt eher wie ein leicht plattgeklopftes Standard-Handy. Das Einsteiger-Smartphone wiegt rund 108 Gramm und vermittelt so zusätzlich etwas Wertigkeit. Die größeren Flächen sind mit leicht gummiertem Plastik versehen, dies wirkt aber keinesfalls billig. Alles in allem ist das Design und die Verarbeitung des HD Smart gut.

Auf der oberen Kannte des Geräts befindet sich ein ungeschützter 3,5-mm-Klinkenstecker für das beiliegende Headset. Die Rückseite wird durch Silber und Schwarz dominiert, die 3,0-MP-Kamera samt Blitz ist mit einer schicken Metallfassung versehen. Auf der rechten Seite des Rahmens befindet sich der Auslöser für die Kamera und auf der linken Seite die obligatorische Schaltwippe für die Lautstärke. Der untere Rahmen beherbergt mittig den USB-Anschluss. Die Gerätefront wird durch den Bildschirm dominiert, darunter befinden sich vier Knöpfe, "Abnehmen" und "Auflegen" sind quasi auf einer großen Wippe zusammengefasst, halbwegs in der Mitte ist ein großer "Back"-Knopf und links unterhalb vom Bildschirm ist ein winziger Knopf, mit dem man Kontextmenüs aufrufen kann; dieser ist eindeutig zu klein geraten. Wir haben zwar schon besser verarbeitete Knöpfe gesehen, die Qualität der Bedienelemente trübt den Gesamteindruck allerdings nicht.

HTC Smart - Fotos und Video
Um es kurz zu machen, die Kamera im Smart taugt nur für Notfälle und man ist besser farbenblind, wenn man auf akzeptable Ergebnisse hofft. Zwar können wir die extrem langen Auslösezeiten, die bislang beim Smart bemängelt wurden, nicht bestätigen, aber die Bilder werden selbst bei halbwegs guter Beleuchtung oft unscharf und manche Farben passen gar nicht. Den Blitz kann man auch ignorieren, da die Ausleuchtung bei Bildern mit Blitz keine Freude bereitet. Diese Kamera ist kein Digicam-Ersatz. Ähnlich sieht es bei der Video-Funktion aus, hier werden Videos mit 320 x 240 Pixeln aufgenommen - sieht zwar gut auf dem nativen Display aus, aber vergrößert sieht die Pracht schnell matschig aus. Auch die Bildwiederholrate liegt etwa bei 15 bis 20 Bildern pro Sekunde und ist somit gerade noch erträglich. Der Sound im Video ist sehr dumpf, auch kein Ohrenschmaus. Im Notfall tut es die Kamera, aber wer öfter als einmal in der Woche ein Video aufnehmen will, sollte diese Funktion ignorieren.

HTC Smart - die Software
Beim HTC Smart hat der Hersteller die Qualcomm-Software Brew mit einer eigenen Benutzeroberfläche versehen, eine gute Entscheidung. An dieser Stelle ein kleiner Einwurf, Frust bei der OS-Bedienung kommt zu 99 Prozent durch das resistive Touchdisplay, die Eingaben werden durch den nötigen Druck einfach ungenau oder, wenn man zu lauwarm drückt, werden erst gar nicht wahrgenommen. Die Software ist an sich sehr intuitiv, auch wenn man vorher noch kein Handy mit HTCs Sense in der Hand hatte. Verschiedene Bildschirme können mit mitgelieferten Widgets verfeinert werden und mit einem Fingerstreich Fingerdruck kann man zwischen diesen wechseln. Man kann die Kontakte bequem mit dem PC synchronisieren, leider nur mit angeschlossenem Kabel, WLAN fehlt ja. Dies ist für Anwender, die in Sachen Smartphone völlig auf Google setzen, in diesem Fall sind Kontakte und Kalender gemeint, ein echtes No Go.

E-Mails können vom Gerät via POP oder IMAP übertragen werden, Exchange-Support fehlt allerdings. In der Praxis kann man also Mails empfangen, ein Kalender- oder Kontakte-Sync über Exchange ist aber nicht möglich.

HTC Smart - das Smartphone in der Praxis
In der Praxis fällt als erstes das schlechte Display hinsichtlich der Eingabe auf, die Darstellungsqualität ist durchaus gut, aber wenn man zum dritten Mal über den Bildschirm streichelt, weil man zu wenig Druck ausgeübt hat, nervt das doch. Positiv überrascht waren wir von der Sprachqualität und der Batterielaufzeit. Klar, wo kein GPS oder WLAN am Akku saugt, da ist länger Saft drin. Selbst nach drei Tagen im Einsatz hatte das Gerät noch mehr als genug Leistung - sehr gut.

Im Internet-Betrieb zeigen sich beim Smart weitere Schwächen, die gebotene Auflösung auf dem kleinen Schirm in Kombination mit dem schwergängigen Display lassen kaum Freude aufkommen, die fehlende Multitouch-Funktion fällt da kaum noch weiter ins Gewicht. Überraschenderweise funktioniert jedoch das Keyboard recht gut und mit etwas Übung kann man problemlos Texte eingeben.

Als letzter Todesstoß für den zufriedenstellenden Dienst als Einsteiger-Gerät sorgt ein fehlender GPS-Sensor in Kombination mit einer ebenfalls nicht vorhandenen Maps-Software.

HTC Smart - Fazit
Das HTC Smart ist kein Einsteiger in den Smartphone-Bereich, zu schwer wiegt die spärliche Ausstattung und die Einschränkungen bei elementaren Smartphone-Funktionen. Das Gerät kostet momentan zwischen 160 und 180 Euro (beispielsweise bei Amazon), für rund 200 Euro bekommt man schon das HTC Wildfire - dazwischen liegen Welten und die Mehrinvestition lohnt sich in absolut jedem Fall.

(Ansicht vergrößern für Quellenangaben)
     
 

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Aktuelle Kommentare
xeonking
Komplett-PC-Aufrüster
02.08.2010 07:58
AW: Handy-Test: HTC Smart - erstes Handy mit der Brew-Plattform von Qualcomm

naja, weder gut noch schlecht. also nix wirklich bewegendes.


gruß

thor1995
Komplett-PC-Käufer
31.07.2010 22:52
AW: Handy-Test: HTC Smart - erstes Handy mit der Brew-Plattform von Qualcomm

also ich find es gibt schlimmere designs wenn man mal bei nokia oder sony ericsson guckt da sehen mansche handys wirklich viel schlimmer aus

twack3r
Freizeitschrauber
31.07.2010 21:35
AW: Handy-Test: HTC Smart - erstes Handy mit der Brew-Plattform von Qualcomm

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