Flash-Cache als Siebenmeilenstiefel

Seagate Momentus XT: Die Flashplatte im Praxiseinsatz

Die Seagate Momentus bekommen Zuwachs: Die Momentus XT ergänzt die 2,5-Zoll-Festplatten um eine hybride Baureihe, die zur Beschleunigung auf 4 GiByte Flash-Speicher als Lese-Cache setzt. Der PCGH-Test zeigt, wie sich das in der Praxis auswirkt. (Carsten Spille, 02.08.2010)
 
Seagate Momentus XT: Hybrid aus HDD und SSD.
 
Seagate Momentus XT: Hybrid aus HDD und SSD. [Quelle: siehe Bildergalerie]
Gleich drei neue Modelle der Momentus-XT-Reihe hat Seagate vorgestellt. Die Kapazitäten reichen dabei von 250 über 320 bis zum 500-GByte-Topmodell, welches PC Games Hardware als Testmuster erhalten hat. Die unverbindlich empfohlenen Preise liegen bei 113, 132 und 156 US-Dollar, der PCGH-Preisvergleich listet die Festplatten folgendermaßen:

Seagate Momentus XT ST92505610AS (250 GB) zurzeit ca. 90 Euro nach PCGH-Kriterien
Seagate Momentus XT ST93205620AS (320 GB) zurzeit ca. 110 Euro nach PCGH-Kriterien
Seagate Momentus XT ST95005620AS (500 GB) zurzeit ca. 130 Euro nach PCGH-Kriterien

Für 2,5-Zoll-Festplatten mit 7.200 Umdrehungen pro Minute erscheinen die Preis auf den ersten Blick hoch, doch Seagate hat den XT-Modellen einen zusätzlichen Trumpf in den Ärmel geschoben: Alle drei setzen auf einen zusätzlichen Controller, welcher einen 4 GiByte großen Flash-Speicher anbindet. In diesem sollen häufig gelesene Daten für eine deutliche Beschleunigung der Lesevorgänge zwischengelagert werden - Seagate nennt diese Technik "Seagate Adaptive Memory” und spricht ihr in internen Benchmarks bis zu 40 Prozent Performance-Steigerung gegenüber vergleichbaren, aber herkömmlichen Festplatten zu.

Die Kombination aus HDD und (Mini-) SSD soll eine gute Kombination aus Performance und günstigen Kosten ermöglichen - Baustellen an denen normale HDDs bzw. SSDs jeweils kranken.

Sorgenkind: Benchmarks
Aufgrund der "lernenden” Technik sind normale Durchsatz-Benchmarks für Festplatten und SSDs nur bedingt geeignet, die Vorteile der Seagate Momentus XT darzustellen. Im Atto Diskmark erreicht unser Testmuster zum Beispiel eine Lese-/Schreibgeschwindigkeit von bis zu 112/111 Megabyte pro Sekunde. Der H2BenchW der Kollegen der c't lieferte 86,3 Megabyte pro Sekunde lesen und 85,7 Megabyte pro Sekunde schreibend. Gute, aber bei weitem nicht berauschende Werte. Auch andere synthetische Tests zeigen lediglich die Performance des Festplatten-Teils der Momentus XT. Lediglich die HDD-Tests des 3DMark Vantage können bei mehrmaliger Wiederholung einen deutlichen Zuwachs von zum Teil 50 Prozent verbuchen. Besser noch schneidet die Hybrid-Kombo in praxisnahen Tests ab, die mehrfach wiederholt werden, sodass der Cache-Effekt seine Wirkung zeigen kann - der Windows-Start ist eines der alltäglichen Beispiele.

PC Mark Vantage Pro x64 v1901: HDD-Suite          
Sub-Test 1. Durchlauf 2. Durchlauf 3. Durchlauf 4. Durchlauf 5. Durchlauf (nach Reboot)
Windows Defender 0,0 23,5 30,9 33,8 35,4
Gaming 16,5 38 38,9 39,8 38,7
Import Windows Photo Gallery 45,3 61,9 62,2 62,2 59,4
Windows Vista Startup 18,2 30,3 32,5 33,4 33,9
Video editing w/Movie Maker 38 44,4 44,7 43,5 43,3
Windows Media Center 88,9 86,6 83 86,3 89,8
Adding music to Windows Media Player 8,7 16,7 16,5 16,5 16,4
Application Loading 7,8 12,8 13,8 13,8 14,4







Der Praxistest: Windows 7 starten
Um die "gefühlte Performance” besser zu illustrieren, haben wir eine Windows-7-Installation in einen "benutzten” Zustand versetzt, wie er auf vielen PCs Gang und gäbe ist - sprich: Wir haben unsere frische Installation ordentlich vollgemüllt. Folgende Programme waren daran beteiligt:
• Windows 7 Ultimate 64 Bit
• Games for Windows Live
• Google Desktop
• ICQ
• Skype
• Opera mit der PCGH-Webseite
• Itunes
• Adobe Auto-Updater
• Java Auto-Updater
sowie - nur für die Benchmarks, nicht für das Video! - Steam mit automatischer Anmeldung.
Als Vergleich herangezogen haben wir eine sündhaft teure Crucial RealSSD C300 mit 256 GB, um zu zeigen, was nach oben hin noch möglich ist, sowie die derzeit schnellste herkömmliche Festplatte, Western Digitals Velociraptor WD6000BLHX und eine normale Notebook-Festplatte mit 5400 Umdrehungen pro Minute.


Fazit:
Fallen die "normalen” Benchmarkwerte insgesamt eher mäßig, für eine 2,5-Zoll-Platte jedoch durchaus ansehnlich aus, kann Seagates neuer Versuch, schnellen Flash-Speicher mit günstigem "Platter-Platz” zu verheiraten, in der Praxis durchaus überzeugen und liegt oft weit vor anderen Festplatten gleicher Bauform. In einigen Anwendungsfällen schlägt die Momentus XT sogar die schnellste herkömmliche SATA-Festplatte, Western Digitals Velocirapor (WD6000HLHX).

(Ansicht vergrößern für Quellenangaben)
     
 

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Aktuelle Kommentare
ruyven_macaran
Moderator
02.08.2010 15:52
AW: Seagate Momentus XT: Die Flashplatte im Praxiseinsatz

Quote: (Zitat von PCGH_Carsten)
Ich weiß nicht, wie du dir das vorstellst, aber der Flash ist transparent für die Nutzung, das heisst, ohne selbstprogrammierte Firmware hast du keinerlei Einflussmöglichkeit auf dessen Nutzung, ergo kannst du ihn auch nicht abschalten für deine Messungen.


Quote: (Zitat von Olstyle)
Den Zugriff auf eine vorher lange ungenutzte Datei zu messen müsste doch irgendwie möglich sein.


genau.
Umsetzen würde ich es wie folgt: Image erstellen, dass die Platte komplett füllt, aufspielen, booten, Benchmark starten.
Es ist eher unwahrscheinlich, dass ausgerechnet die Benchmarkdatei im Cache gehalten wurde. (wenn man sich mehr Mühe macht und auf Wahrscheinlichkeit testen will: Image mehrfach in z.B. drei Blöcken in unterschiedlicher Reihenfolge einspielen)

Starwave
Komplett-PC-Käufer
02.08.2010 13:03
AW: Seagate Momentus XT: Die Flashplatte im Praxiseinsatz

Quote: (Zitat von FortunaGamer)
Die Idee hat was, die Geschwindigkeit ist aber nich schlecht. Aber ich würde lieber eine richtige SSD und eine normale Festplatte holen.


absolutely sign !

Bei all den Gedanken über Raid, um günstig an eine schnelle Lösung zu kommen bleibt zu bedenken, daß dieses hohe Geschwindigkeit der C300 nämlich den IOPS geschuldet ist (abgesehen von Traumzugriffszeiten von 0,180ms zu ~ 8ms), diese sind einfach bei einer SSD brachial (und besonders bei dieser, wie schon gesagt theoretische ~ 60000 IOPS (SATA3) - also nur um sich´s nochmal auf der Zunge zergehen zu lassen 60000 InputOutputOperations pro Sekunde ).
Ein Raid mit magnetischen HDD´s bleibt hier einfach mit unter 100 um Welten zurück.
Ich bin mit der Kombi CrucialC300256Gig als System, Programm und wichtigste Games Platte mit HDD´s als Datenplatten absolut zufrieden.
Jetzt fühlt sich ein Quadcore erst wie einer an, da die Systembremse magnetische HDD zum größten Teil beseitig wurde.

FortunaGamer
Volt-Modder
02.08.2010 12:31
AW: Seagate Momentus XT: Die Flashplatte im Praxiseinsatz

Die Idee hat was, die Geschwindigkeit ist aber nich schlecht. Aber ich würde lieber eine richtige SSD und eine normale Festplatte holen.

 
 
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