Manch einem wird es aufgefallen sein: Studios scheinen DirectX 11 zu meiden wie der Teufel das Weihwasser. Auf der E3 war kein DirectX-11-Titel zu sehen und auf der Gamescom wird DX11 mutmaßlich ebenfalls nicht gerade das Top-Thema sein. Einzig über Crysis 2 steht ein Fragezeichen, denn Entwickler Crytek ist durchaus in der Lage, dem Shooter die neueste API zu spendieren und dürfte dies wohl auch tun, wenn man sich die PC-Spieler zu Freunden machen will. Darüber hinaus winkt nur Medal of Honor am Horizont: Während der DirectX-11-Modus im Singleplayer nicht enthalten ist (Unreal Engine 3), kommt er im Multiplayer dank Frostbite-Engine quasi automatisch mit. Hätte man nicht DICE den Multiplayer von Bad Company 2 auf Medal of Honor umbauen lassen, würde es hier sicher auch keine Verwendung für die neueste API geben.
Halten wir also fest, welche DirectX-11-Spiele bereits erschienen sind: Da wären beispielsweise Metro 2033 und Colin McRae Dirt 2 - beides Launchtitel für Grafikkartenhardware. Metro 2033 sollte die Geforce-GTX-400-Serie unterstützen, während Colin McRae Dirt 2 dies für die Radeon-HD-5000-Serie schaffen sollte. Auch andere Spiele, beispielsweise Aliens vs. Predator (mittlerweile indiziert), sind nur mit entsprechendem Zubrot der Grafikkartenhersteller entstanden, weil diese verständlicherweise ihre neue Hardware verkaufen wollen. Daran ist grundsätzlich nichts auszusetzen, wenn es dem Spieler eine hübsche Grafik mit moderner API verschafft, aber es beschleicht einen das Gefühl, dass die Studios kaum freiwillig auf das DX11-Pferd setzen.
Da muss man die Frage nach dem "Warum?" stellen und die offensichtlichste Antwort ist wohl auch der Hauptgrund: Entwicklungsaufwand kostet bekanntermaßen Geld und in Zeiten von Cross-Platform-Titeln lohnt es sich kaum, weitere Zeit in ein Spiel zu investieren, nur um PC-Spielern eine Grafik auf Basis der neuesten API zu bieten. Der geringste Aufwand ist, ein Spiel technisch auf dem PC lauffähig zu machen und damit ist die Schuldigkeit fast schon getan. Viele Entwickler spendieren ihrer PC-Version weitere kleine Verbesserungen, die aber alleine aufgrund der ohnehin vorhandenen Mehrleistung sinnvoll sind (beispielsweise eine höhere Weitsicht und bessere Texturen). Eine weitere API parallel zu entwickeln oder für PC-Spieler nachträglich einzubauen, scheint aber wohl zu viel des Guten.
Logisch ist, dass man sich bei der Entwicklung von Software auf dem kleinsten Nenner treffen muss, den nun mal die aktuellen Konsolen mit ihrer fest vorgegebenen Leistung bilden. Hier wird zudem gutes Geld verdient, es besteht weniger die Gefahr von Raubkopien und Download-Inhalte lassen sich ebenfalls an den Mann bringen - kein Entwickler würde da Nein sagen.
Diese ganze Entwicklung führt PC Games Hardware zur Frage "Quo Vadis DirectX 11?". Die Redakteure geben kund, was sie über die Zukunft von DirectX 11 denken. Flop oder doch noch ein Meilenstein der grafischen Entwicklung? Die Bildunterschriften verraten Ihnen, was die Redaktion denkt.
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Schraubenverwechsler
26.07.2010 11:23
"Spiel-Industrie" braucht meistens 1-2 Jahre bis sie das Spiel komplett programmiert haben.
ATI hat die 5xxx Serie von heute auf morgen raus gebracht. Falls dir bei Nvidia aufgefallen ist. Zuerst GTX280 dann GTX295 und dann sollte angeblich GTX380 kommen.. Was war?? 1/2 Jahr später kam GTX480 etc raus .. und die Industrie hat sich drauf eingestellt. Spiele für DirectX11 zu programmieren.
Du hast kein Fehler gemacht, weil du jetzt eine DirectX11 Karte gekauft hast. Die Spiele, die jetzt programmiert werden, sind alle auf DirectX11 eingestellt. d.h. ab 2011 gibts nur noch DirectX11 Spiele.
ATI bringt zu dieser Zeit die 6. Generation raus, die auch DirectX11 haben wird aber nur Leistungsfähiger.
Gruß Can
Software-Overclocker
23.07.2010 10:37
war klar das die Software-Industrie nichts unternimmt, solange nvidia nicht im Boot sitzt
denke jetzt wo auch endlich Fermi (sogar die Performance GTX (460)) released haben
kommen die Titel schon noch
BIOS-Overclocker
23.07.2010 00:54
Ich habe bei Release der HD 5000 Reihe gedacht, mit DX11 kommt wieder der große Durchbruch, aber nichts war. Jetzt gibt es drei Spiele die Tesselation nutzen, und das bald ein Jahr, nachdem DX11 das erste mal nutzbar war.