Ati Eyefinity und Matrox TH2Go im Gaming-Einsatz

Multi-Monitoring in MMOs - Aion, STO und WoW in 5.760 x 1.200 Pixeln

Mehrere Monitore in einem Spiel nutzen zu können, kann ein echter Vorteil sein. PC Games Hardware macht den Test mit drei Displays und überprüft Aion, Star Trek Online und MMO-König World of Warcraft bei einer Auflösung von 5.760 x 1.200 Pixeln. (Kristoffer Keipp, 27.05.2010)
 
Multi-Monitoring in MMORPGs
 
Multi-Monitoring in MMORPGs [Quelle: siehe Bildergalerie]
Wie sehen die Vorteile einer höheren Auflösung aus? Im Normalfall bekommen Sie ein besseres, weil größeres, Bild und haben auch mehr Platz auf dem Desktop. Besonders dann, wenn der PC als Arbeitsgerät genutzt wird und ständig mehrere Programme gleichzeitig laufen, lässt sich der Vorteil der zusätzlichen Fläche nicht mehr von der Hand weisen. Doch auch in Spielen, gerade bei MMORPGs, ist eine Übersicht oft ein großer Vorteil. Mit der Einführung von AMDs Ati-Eyefinity-Technologie lassen sich sogar Surround-Auflösungen, auf mehrere Monitore verteilt, einfach realisieren und für Spiele nutzen. Gleiches gilt für die Triple Head 2 Go von Matrox, deren Handhabung im Vergleich mit einer Grafikkarte der Radeon-HD-5000-Serie etwas komplizierter ist. Es gibt aber auch noch andere Hersteller, wie zum Beispiel Dell, die Multi-Monitoring-Lösungen anbieten. Es gibt jedoch immer gewisse Einschränkungen die Sie beachten müssen.

Der Grundgedanke hinter dem extra­breiten Bild der Surround-Auflösung ist, durch die größere Fläche einen erweiterten Sichtbereich zu erhalten. Allerdings gibt es für Spieleentwickler mehrere Möglichkeiten, die Breitbildunterstützung in ihren Titeln zu realisieren. Die für den Spieler beste Methode ist es, den horizontalen Sichtbereich zu erweitern. Dadurch vergrößert sich das Sichtfeld und Sie können nicht nur Objekte sehen, die frontal vor Ihnen stehen, sondern auch solche, die leicht seitlich versetzt platziert sind. Diese zusätzlichen Bereiche werden verzerrt dargestellt, was jedoch nicht schlimm ist, denn der relevante Teil des Spiels wird weiterhin mittig wiedergegeben - ein Effekt, ähnlich dem peripheren Sehen des menschlichen Auges, das auch nur einen bestimmten Teil des Sichtfeldes scharf aufnimmt.

Eine für Besitzer von Multi-Monitor-Systemen deutlich schlechtere Lösung der Breitbildunterstützung ist es, das Bild nicht in der Breite zu erweitern, sondern es in der Höhe zu beschneiden. Diese Variante wird häufig durch den Versuch gerechtfertigt, im PVP-Bereich keine möglicherweise spielentscheidenden Vorteile zuzulassen. Dabei wird unabhängig von der Auflösung der gezeigte Bildbereich auf der gesamten Breite der Monitore dargestellt. Damit das Seitenverhältnis gewahrt bleibt und es nicht zu Verzerrungen kommt, werden - vereinfacht ausgedrückt - der obere und der untere Rand des Bildes abgeschnitten.

Die Triple head 2 go von Matrox war eine der ersten spieletauglichen Multi-Monitoring-Lösungen
 
Die Triple head 2 go von Matrox war eine der ersten spieletauglichen Multi-Monitoring-Lösungen [Quelle: siehe Bildergalerie]
Matrox Triple Head 2 Go

Die Triple Head 2 Go Digital Edition von Matrox ist eine externe Hardware-Lösung für Multi-Monitoring-Spielesysteme. An den DVI-Ausgang der Grafikkarte angeschlossen, teilt das Gerät das Videosignal auf drei Ausgänge auf. An jedem dieser Anschlüsse können Sie einen Monitor anschließen und über die zugehörige Software die gesamte Breite der Displays zu einem einzelnen Windows-Desktop umfunktionieren. Dessen Auflösung lässt sich auch in den meisten Spielen einsetzen. Durch die technischen Gegebenheiten der Matrox Triple Head 2 Go Digital Edition gibt es jedoch eine Obergrenze. Das Maximum für die Gesamtauflösung liegt bei 3 x 1.680 x 1.050 (5.040 x 1.050) Pixeln mit einer Bildwiederholrate von 57 Hertz. Diese Bedingungen senken die Kompatibilität der Matrox-Lösung, da eine native Auflösung von 1.680 x 1.050 Bildpunkten für Displays mit einer Diagonale von rund 22 Zoll üblich ist. Größere Monitore oder solche, die nicht mit einem 57-Hertz-Bildsignal umgehen können, sind zur Triple Head 2 Go inkompatibel.

Da die Triple Head 2 Go Digital Edition bereits einige Jahre alt ist, hat Matrox inzwischen eine neuere Version des Gerätes vorgestellt: Die Triple Head 2 Go DP Edition mit Displayport-Anschlüssen. Vorteil dieser Variante ist, dass die Maximalauflösung von 5.040 x 1.080 Pixeln bei einer Bildwiederholrate von 60 Hertz, in Einzelfällen auch 59 Hertz, dargestellt werden kann. Dadurch wird eine der technischen Einschränkungen der älteren Matrox-Lösungen aufgehoben. Allerdings tut sich durch die Verwendung des Displayports gleichzeitig ein neuer Nachteil auf. Nur wenige Grafikkarten, außer der Radeon-HD-5000-Familie von AMD, und Monitore verfügen über den entsprechenden Anschluss. Letztere sind derzeit noch verhältnismäßig selten und dementsprechend teuer. Für eine neue Phalanx aus drei gleichen DP-Monitoren müssen Sie tiefer in die Tasche greifen als für die gleiche Anzahl von Displays die nicht mit dem Anschluss ausgerüstet sind.

Ein weiterer Nachteil der Triple Head 2 Go ist die mangelnde Unterstützung seitens der Grafiktreiber. Einerseits listen sowohl die modernen Geforce-Pakete als auch die aktuellen Catalyst-Software-Suiten die Surround-Auflösungen der Multi-Monitoring-Lösung nicht mehr unter den offiziell unterstützten Features. Andererseits werden die Breitbild-Seitenverhältnisse auch nicht explizit als inkompatibel aufgeführt. Deshalb besteht die Möglichkeit, dass Ihre Triple Head 2 Go mit den neusten Grafiktreibern einwandfrei funktioniert, aber es kann genauso gut sein, dass Sie auf veraltete Treiberversionen zurückgreifen müssen, die wiederum nicht für die neuesten Spiele optimiert wurden und so zu Problemen führen können.

Die Ati Radeon HD 5000 Serie unterstützt im Referenz-Design (unten) bereits mehrere Monitore, bei der Eyefinity 6 Edition (oben) sogar bis zu sechs.
 
Die Ati Radeon HD 5000 Serie unterstützt im Referenz-Design (unten) bereits mehrere Monitore, bei der Eyefinity 6 Edition (oben) sogar bis zu sechs. [Quelle: siehe Bildergalerie]
Ati Eyefinity

Im Zuge der Markteinführung der Radeon-HD-5000-Serie stellte AMD eine neue Multi-Monitoring-Technologie vor: Ati Eyefinity. Mithilfe dieser Funktion können Sie bis zu sechs Monitore an eine entsprechende Grafikkarte anschließen. Dafür benötigen Sie aber eine Grafikkarte der sogenannten Eyefinity-6-Edition die mit sechs Mini-Displayports ausgerüstet ist. Die meisten anderen Modelle der HD-5000-Familie arbeiten jedoch mit drei Monitoren. Anders als bei der Triple Head 2 Go ist die Bandbreite an unterstützten Auflösungen hier deutlich größer. Selbst drei 30-Zöller mit je 2.560 x 1.600 können über das Catalyst Control Center kombiniert werden. Allerdings gibt es auch hier eine technische Einschränkung: Zwei Monitore können per DVI angeschlossen werden, jeder weitere muss per Displayport verbunden werden. Sie stehen also wieder vor dem gleichen Problem wie bei der Displayport Edition der Matrox-Lösung: Drei gleiche Monitore und eine passenden Grafikkarte mit ausreichend Leistung sind eine nicht zu verachtende Investition.

Widescreen-Unterstützung in World of Warcraft
Blizzard macht vor wie es richtig geht. In WoW haben die Entwickler das Prinzip der horizontalen Bilderweiterung umgesetzt. Falls Sie ein Multi-Monitoring-System besitzen, können Sie die entsprechende Auflösung direkt in den Grafikeinstellungen auswählen. Im Spiel haben Sie ein deutlich größeres Sichtfeld und auch mehr Platz für Menüs, Inventar und weitere nützliche Anzeigen. Allerdings gibt es auch Teile von World of Warcraft, die nicht optimal an Surround-Auflösungen angepasst sind. Das betrifft zum Beispiel Videos oder Zwischensequenzen. Für das eigentliche Spielgeschehen sind diese allerdings nicht relevant und Sie können im nächsten Raid die bessere Übersicht auf drei Monitoren ungetrübt genießen.


Widescreen-Unterstützung in Star Trek Online
Auch die Cryptic Studios haben in ihrem Star-Trek-MMORPG eine gute Unterstützung für Breitbild- und Surround-Auflösungen abgeliefert. Da Sie das Interface fast nach Belieben anpassen können, können Sie dank des großen Platzangebots auf mehreren Monitoren alle für Sie wichtigen Elemente in gewünschter Form anordnen. In unserem Praxistest haben wir festgestellt, dass es gerade auf Monitoren mit geringer Auflösung und einem Seitenverhältnis von 4:3 oder 5:4 vorkommen kann, dass die Übersicht verloren geht, da das Bild mit Anzeigen regelrecht zugepflastert ist. Der Vorteil, den Sie durch die Verwendung mehrerer Monitore erhalten, kommt Ihnen sowohl bei großen Schlachten im Weltraum als auch im Bodenkampf zugute.



Widescreen-Unterstützung in Aion
Bei der Programmierung von Aion haben sich die Entwickler bei NC Soft dafür entschieden, den horizontalen Sichtbereich für Breitbildauflösungen nicht zu erweitern. Bei normalen Seitenverhältnissen, wie sie bei den gängigen Widescreen-Monitoren üblich sind, fällt das nicht weiter ins Gewicht. Mit einem Multi-Monitor-System haben Sie als Spieler jedoch das Nachsehen. Die Darstellung von Aion wird, wie anfangs erklärt, in der Vertikalen reduziert. Angesichts der starken PvP-Gewichtung des auf der Cryengine basierenden Spiels bleibt es eine Grundsatzfrage, ob diese Entscheidung im Sinne des Wettbewerberhalts die richtige war. Wenn Sie bereits mehrere Monitore zum Spielen benutzen, empfiehlt es sich, in Aion auf die Technologie zu verzichten und sich auf ein einzelnes Display zu beschränken.



Widescreen-Gaming-Leistungstest
Wie sich extreme Breitbildauflösungen auf die Darstellungsgeschwindigkeit von Aion, Star Trek Online und World of Warcraft auswirken, haben wir in einigen Vergleichsbenchmarks überprüft. Unser Testsystem basiert auf einem Mainboard mit X58-Chipsatz, auf dem ein Core i7-965 und sechs GiByte DDR3-Speicher arbeiten. Die Grafikberechnung übernimmt eine HD 5870, an die drei Monitore mit einer Auflösung von je 1.920 x 1.200 Pixeln angeschlossen sind. Alle drei Spiele haben wir dementsprechend mit einfacher bis dreifacher Bildbreite getestet.


Während Aion und World of Warcraft selbst auf drei Monitoren bei einer Auflösung von 5.760 x 1.200 und hohen Grafikdetails mit durchschnittlich über 45 respektive 34 Bildern pro Sekunde laufen, ist Star Trek Online etwas fordernder für die Hardware. Auf dreimal 1.920 x 1.200 verteilt, sackt es durchschnittlich auf knapp 26 Fps ab. In allen von uns getesteten Titeln zeichnet sich eine proportionale Abhängigkeit zwischen Anzahl der Monitore beziehungsweise der Auflösung und der erzielten Leistung ab.

(Ansicht vergrößern für Quellenangaben)
     
 
 
Alle Infos zu The Witcher 2, dem Rollenspiel von CD Projekt, finden Sie auf der PCGH-Themenwebseite. Alle Infos zu The Elder Scrolls 5 Skyrim (TES 5) gibt es auf der Themenwebseite. Den stets aktuellen Download des aktuellen WoW Patch finden Sie in einem separaten Artikel. News, Tests und Wissen zu Adventures und Rollenspielen finden Sie auf der Adventures-/Rollenspiele-Übersichtsseite von PC Games Hardware Online.
 
 
 
 
 
 
Aktuelle Kommentare
afufo
Schraubenverwechsler
28.05.2010 15:54
AW: Multi-Monitoring in MMOs - Aion, STO und WoW in 5.760 x 1.200 Pixeln

Quote: (Zitat von PCGH_Kristoffer)
Also die Bilder sind in der Breite auf 650 Pixel herunter gerechnet. Falls Interesse besteht, kann ich auch größere Versionen an den Artikel hängen. Die Original 5760 x 1200 Screenshots sind mit rund 20 MiB pro Bild aber doch "etwas" groß.

Ja, Du kannst die beiden 19er mit dem 24er kombinieren, allerdings wird dann auch auf dem 24er das Bild mit 1280 x 1024 ausgegeben. Eyefinity nimmt derzeit für aller Monitore die kleinste der nativen Auflösungen.



Hmm... wen man 2 19"W hat und die in die um 90° dreht ^^ dann müsste das gehen ...

habe an meiner GF275 leider 2 Monitore, einer ist 24" 1920... 2te ist 22" 1650... beide laufen auf ihren Maximum und Fenster aus dem 24" wen du rüber ziehst werden einfach größer auf den 22" , das ist im windoff so aber Games gehen leider nur im Fenster modus^^

WOW Fenster Modus geht .... musste halt Fenster passend ziehen...


Ps... mich würde mal freuen wen man wow auf 1nen zocken kann und ganze addons auf andere Monitor schieben könnte, leider geht das nicht

Weichkeks
Sysprofile-User
28.05.2010 15:10
AW: Multi-Monitoring in MMOs - Aion, STO und WoW in 5.760 x 1.200 Pixeln

Ich würde es auch Interessant finden wenn ihr auch noch ein Paar Monitore hinzuziehen würdet welche sicher für diesen Betrieb besonders eignen da sie ein Schmalen Rahmen oder Diverse anschlüsse haben. Ihr testet doch grad 40 Stück da werden doch sicher ein paar dabei sein die man dafür Favoriesieren könnte

PCGH_Kristoffer
Ex-Redakteur
28.05.2010 13:52
AW: Multi-Monitoring in MMOs - Aion, STO und WoW in 5.760 x 1.200 Pixeln

Quote: (Zitat von rebel4life)
Mach ich irgendwas falsch oder kann man die Grafiken nicht vergrößern? Ich würde die gerne etwas größer anschauen.

Kann ich neben meinem 24"er (1920x1080) an meine HD5770 einfach nochmal 2 19"er mit z.B. 1280x1024 anschließen und dann Eyefinity nutzen oder müssen die Auflösungen gleich sein?


Also die Bilder sind in der Breite auf 650 Pixel herunter gerechnet. Falls Interesse besteht, kann ich auch größere Versionen an den Artikel hängen. Die Original 5760 x 1200 Screenshots sind mit rund 20 MiB pro Bild aber doch "etwas" groß.

Ja, Du kannst die beiden 19er mit dem 24er kombinieren, allerdings wird dann auch auf dem 24er das Bild mit 1280 x 1024 ausgegeben. Eyefinity nimmt derzeit für aller Monitore die kleinste der nativen Auflösungen.

 
 
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