Keine gesetzliche Regulierungsbehörde

US-Netz bleibt neutral: FCC unterliegt vor Gericht

Die schwierige Rechtslage in den USA zur Regulierung des Internet ist um eine Episode reicher: Die FCC unterlag Comcast vor einem Berufungsgericht. Ihr ist es nicht gestattet eine Regulierung des Internets in den USA vorzunehmen. Sie darf allenfalls Weisungen weitergeben. (Andreas Link, 08.04.2010)
 
US-Netz bleibt neutral: FCC unterliegt vor Gericht
 
US-Netz bleibt neutral: FCC unterliegt vor Gericht [Quelle: siehe Bildergalerie]
Die Federal Communications Commission (FCC) unterlag in den USA vor Gericht. Die von der Kommission ausgesprochene einstweilige Verfügung gegenüber Comcast ist damit nichtig. Bereits 2007 begann der Streit: Comcast unterbindet in seinem Netz Filesharing woraufhin Nutzer sich bei der FCC beschwerten. Diese forderte Comcast zur Offenlegung des Netzwerkmanagements auf und untersagte zudem die Filterung.

Ein Berufungsgericht in Washington hat jedoch nun entschieden, dass die Behörde damit ihre Kompetenzen überschritten hat. Die FCC, so das Gericht, darf Providern nur Weisungen erteilen, die allenfalls ergänzend zur Rechtslage sind. Die Kernfrage des Streits, ob nun Filesharing von Comcast im Netz untersagt werden darf oder nicht, wurde nicht vor Gericht behandelt.

Problematisch ist in den USA, dass die Rechtslage nicht gesichert ist. Die FCC fühlt sich durch den Communications Act, der seit Mitte der Neunziger Telecommunications Act ergänzt ist, berufen. Eine per Gesetz klar definierte Regulierungsbehörde ist in den USA nicht vorhanden. Eine Ergänzungsvorlage existiert seit 2005, doch der US-Kongress konnte sich hier bisher nicht einigen. Umso mehr Gewicht bekommt nun die Entscheidung des Berufungsgerichtes und gilt als Präzedenzfall.
 
 
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Aktuelle Kommentare
ruyven_macaran
Moderator
08.04.2010 22:34
AW: US-Netz bleibt neutral: FCC unterliegt vor Gericht

Quote: (Zitat von gehav)
Ich fürchte, die Überschrift drückt genau das Gegenteil von dem aus, was tatsächlich stimmt. Die Netzneutralität ist nun eben in Gefahr! Die FCC kann eben nun keinen Provider mehr dazu zwingen, alle Inhalte gleich zu behandeln. Filtermaßnahmen können also von den Providern wieder umgesetzt werden.


*Zustimmung*
Das Netz bleibt unabhängig von staatlichen Institutionen, aber eine gezielte Einschränkung der Netznutzung auf bestimmte Dienste ist wohl alles andere als "neutral", im Gegenteil. Je nach Methode werden dazu sogar die übertragenen Daten ausgewertet.

puntarenas
Kabelverknoter
08.04.2010 16:02
US-Netz bleibt neutral: FCC unterliegt vor Gericht

Seltsam, seltsam... Überschrift, Bildunterschrift und Fließtext stehen in ziemlichem Widerspruch.

Die FCC wollte die Netzneutralität durchsetzen und ist vor Gericht gescheitert.

-> US-Netz bleibt nicht neutral

Wobei mir ehrlich gesagt nicht ganz klar ist, ob die Provider nur den Zugang ihrer Kunden zu bestimmten Diensten drosseln wollen oder eben auch darauf abzielen, gewisse Dienste in der Netzinfrastuktur selbst nachrangig zu befördern. Letzteres wäre dann das Ende der Netzneutralität in Bezug auf das Internet selbst und dann könnte man auch nicht mehr vom "US-Netz" sprechen, das hätte direkt internationale Auswirkungen.

BaronSengir
Software-Overclocker
08.04.2010 15:59
AW: US-Netz bleibt neutral: FCC unterliegt vor Gericht

Quote: (Zitat von gehav)
Ich fürchte, die Überschrift drückt genau das Gegenteil von dem aus, was tatsächlich stimmt. Die Netzneutralität ist nun eben in Gefahr! Die FCC kann eben nun keinen Provider mehr dazu zwingen, alle Inhalte gleich zu behandeln. Filtermaßnahmen können also von den Providern wieder umgesetzt werden.



Das habe ich auch daraus gelesen. Wäre vielleicht gut die Überschrift dahingehend zu ändern.

 
 
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