Chartered-Übernahme durch ATIC abgeschlossen - Update: Chartered ist eingegliedert
Advanced Technology Investment Company (ATIC) aus Abu Dhabi hat Chartered Semiconductor Manufacturing (Chartered) mit Sitz in Singapur nun übernommen. Die Behören in Singapur nickten den Deal ab. Chartered soll in Globalfoundries integriert werden.
[IMGGALLERY=20 type=s imgid=994534 ]Original-Artikel vom 30.12.2009: Die Übernahme des Auftragsfertigers Chartered durch ATIC (Advanced Technology Investment Company) ist abgeschlossen. Die Kartellbehörden in Singapur haben dem 3,9 Milliarden US-Dollar schweren Deal zugestimmt. Somit hat ATIC neben Globalfoundries nun einen weiteren Halbleiterhersteller unter seinem Dach. Chartered soll in Globalfoundries (Joint-Venture zwischen AMD und ATIC) eingegliedert werden.
Chartered war vor der Übernahme der drittgrößte Auftragsfertiger nach TSMC und UMC. Sechs Werke werden in Singapur unterhalten. Darüber hinaus ist Chartered in der IBM-Allianz Advanced Technology Investment Company. Zu den Kunden zählen unter anderem AMD, Broadcom, IBM und Qualcomm. Am bekanntesten dürfte die Power-PC-CPU für Microsofts Xbox 360 sein, die bei Chartered produziert wird. Die Kollegen von planet3dnow.de berichteten und bieten weiterführende Informationen.
Update vom 13.01.2010: Globalfoundries gab heute die Integration der Fertigungsbereiche von Globalfoundries und Chartered Semiconductor bekannt und tritt ab heute als ein Unternehmen unter der Marke Globalfoundries auf. Globalfoundries hat sich so zum weltweit größten Auftragsfertiger entwickelt.
Das verbundene Unternehmen mit Firmensitz im Silicon Valley beschäftigt weltweit rund 10.000 Mitarbeiter und betreibt Fertigungszentren in Singapur und Dresden. Ein weiteres Werk wird derzeit im Bundesstaat New York gebaut. Alle Standorte sind durch ein globales Netzwerk von Forschung und Entwicklung, Design Enablement sowie Kundenservicezentren in Singapur, China, Taiwan, Japan, den USA, Deutschland und Großbritannien verbunden.
Globalfoundries betreibt derzeit fünf 200-mm-Werke und ein 300-mm-Werk in Singapur sowie einen 300-mm-Cluster in Dresden. Um der zunehmenden Nachfrage eines wachsenden Kundenstamms entsprechen zu können, plant das Unternehmen einen Ausbau seiner Kapazitäten, so der neue Halbleiterriese. Insbesondere Fab 1 in Dresden, Fab 7 in Singapur sowie das im Bau befindlichen 300-mm-Werk in Saratoga County, New York sollen erweitert werden. Dieses Werk wird in Fab 8 umbenannt und nimmt die Produktion voraussichtlich 2012 auf.
Zusammen erreicht das Unternehmen einen Gesamtumsatz von 2 Milliarden US-Dollar im Jahr 2009 und soll einen Kundenstamm von 150 Unternehmen haben, darunter Branchengrößen wie AMD, Qualcomm, ST Micro, Texas Instruments und IBM.
Interessante Links zum Thema:
• Übernahme: ATIC hat Interesse an Chartered - was passiert mit Globalfoundries?
• IBM und Chartered entwickeln gemeinsam den 22-nm-Prozess

) und sehr großer Zahl in eine kontrollierte Struktur bringen soll. Das mag sich in den nächsten 12 Jahren ändern - aber einen Umschwung wird es auch dann nicht geben: Zum einen ist Silizium dann immer noch eine gute Wahl als Trägermaterial und zur Erstellung der feinen Verbindungen, zum anderen sind es die heutigen Halbleiterriesen, die sich am ehesten die Entwicklung der Großserienverfahren leisten können.
Darüber hinaus wären noch Leistungssteigerungen mit anderen Halbleitern, z.B. auf Germaniumbasis möglich.
Für CNFETs dagegen hat man afaik weiterhin keinen Plan, wie man sie in hoher Dichte (Kohlenstoffnanoröhren können sowieso Durchmesser von bis zu 50nm haben
Aber: Aus dem Konsolenmarkt ist man komplett rausgeflogen, im Ultramobilen-Bereich hat man harte Konkurrenz, im Supercomputing-Markt das Nachsehen und im Heim-PC-Markt macht einem ein schnöseliger Grafikchiphersteller nicht nur das Geschäft madig, in dem er immer größere Teile der Rechenleistung an das eigene Produkt bindet - nein, der macht auch noch Druck auf eine weitere Öffnung des x86-Marktes.
Unter diesen Bedingungen könnte es in ein paar Jahren durchaus so sein, dass Intel sich mit weiteren ernstzunehmenden Konkurrenten rumschlagen muss und sich demnach viele Restriktionen gegenüber AMD erlauben könnte, ohne das eine Klage wegen Monopolmissbrauch Erfolg hätte. (muss ja nicht gleich x86 sein - aber z.B. SSE5&6, IA128, diverse Schnittstellen,...) In so einem Szenario wäre AMD dann schlichtweg der schwächste Konkurrent von vielen.
Im Worst Case kann Intel aber auch einfach so die Tür zu machen:
Den Elektronikmarkt kann man auch durch schiere Größe dominieren - da muss man nicht unbedingt restriktive Lizenzpolitik betreiben. Die einzige Vorraussetzung ist, dass es erst gar keinen Konkurrenten gibt, der es sich leisten kann, etwas vergleichbar gutes zu entwickeln. (siehe z.B. Microsoft. Die entwickeln einfach immer mal wieder n neues Element und dokumentieren das schlecht - sie haben es aber nicht nötig, jemandem zu verbieten, Betriebssysteme zu entwickeln) Der Weg in so eine Situation bestände darin, AMD einfach so die Lizenz zu entziehen - auch wenn man genau weiß, dass 2-3 Jahre Verhandlungen später das ganze verboten wird. Nur: Nach 2-3 Jahren Produktionsverbot wäre AMD weg, Recht hin oder her.
Fazit: Auch wenn Intel derzeit wert darauf legen muss, dass AMD erhalten bleibt - das gilt nur solange, wie AMD kein alzu großes Ärgerniss wird. Stänkerndes AMD ist nämlich nicht besser, als kein AMD - siehe Intels Aktionen nach AMDs Kampfansage mit dem Opteron. Da wurde mit durchaus weniger netten Tricks gekämpft und es wäre sicherlich noch schärfer geworden, wenn der Phenom I nicht genauso ein Fehlschlag gewesen wäre, wie der Prescott, der dieses Intermezzo eingeleitet hatte.
dabei ist diese meldung weit bedeutender als fermi oder radeon 5k. wir werden es in 2 jahren sehen, ob es auf seiten von amd bei der fertigung einen vorsprung von gegenüber nvidia gibt bzw der nachholebedarf gegenüber intel geringer geworden ist. fertigung wird immer anspruchsvoller und die markteintrittsbarrieren werden immer höher, weil die investierten summer immer höher werden. und wenn der markt genügend konsolidiert ist, haben die reinen entwicklungsfirmen ein kleines problem.
Nö, ganz erlich ich finds gut: ressourcen werden zusammengelegt, doppelte Stellen hoffentlich abgebaut.
Von dieser "Ehe" erhoffe ich mir viel, kann man die ganzen Forschungszentren in 1-2 große zusammenlegen und die Stellen/Jobs die bisher doppelt belegt waren (weil sie ja konkurrenz waren) in experimentelle Prozesse oder verbesserungen der bisherigen Prozesse verlegt werden könnten schneller Schritte vorwärts gemacht werden und man könnte zu Intel in ferner Zukunft aufschließen. Wäre gut.
Interessant ist auch, was Intel da gedenkt zu tun, immerhin werden die früher oder später die hohen Entwicklungskosten für Prozesse nicht mehr alleine tragen können (denn diese steigen und bleiben nicht gleich, sie steigen aber schneller als Intel an Umsatz und Gewinn zulegen wird).
Ich hoffe, dass AMD nun bald schnellere Prozesse bekommt ebenso wie für die Grafikchips. Und ich finde es gut, dass sie sich nur noch aufs Designen und nicht mehr produzieren konzentrieren müssen.
Gewinnmeldungen von GF wären bald mal interessant.
Intel würde nie AMD die liz entiehen das würde für die nicht gut aus gehen, lieber ein Konkurrent wo finanziel stark ist als eine Kartelbehörde vor der tür wo mit Zerschlagung droht warum wohl ist intel sich doch eing geworden mit amd! Bestimmt nicht weil die mitleid hatten.
Was in Ihren Köpfen vorgeht wissen nur die wo auch wirklich in die Schublade schauen
dabei ist diese meldung weit bedeutender als fermi oder radeon 5k. wir werden es in 2 jahren sehen, ob es auf seiten von amd bei der fertigung einen vorsprung von gegenüber nvidia gibt bzw der nachholebedarf gegenüber intel geringer geworden ist. fertigung wird immer anspruchsvoller und die markteintrittsbarrieren werden immer höher, weil die investierten summer immer höher werden. und wenn der markt genügend konsolidiert ist, haben die reinen entwicklungsfirmen ein kleines problem.
Noch eine Ergänzung zu deinem Geschriebenen: Die Zukunft wird vermutlich Kohlenstoffnanoröhren gehören, wenn das Silizium in Sachen Fertigung am Minimum und bei der Verlustleistung bei einem gewissen Maximum angekommen ist. Viel weiter als bis 22 nm kann man vielleicht nicht mehr kommen und unter 0,7 V funktioniert die Technik eh nicht. Was ich damit sagen will: Mit Kohlenstoffnanoröhren könnte vielleicht eine neue, billige Technik auf den Markt drängen, die das System enorm durcheinander wirbeln könnte; es ist also von Vorteil, wenn man sich vorher schon auf dem Markt sicher aufstellen konnte. ...vielleicht zukünftig auch eine Möglichkeit für kleine Firmen?
Noch zur News: Allein die Tatsache, dass AMD seit Jahren seine Chips mitunter bei Chartered produzieren lässt, ist ein doppelter Pluspunkt für die Übernahme, denn hinzu kommt noch, dass Chartered wie auch AMD in Sachen Fertigung zum Entwicklerstamm rund um IBM gehört. Hinzu kommen die Vereinfachung in der Verwaltung, bessere Auslastung der Fabriken mit ihren unterschiedlichen Fertigungsstrukturen, etc.