Die meisten aktuellen Spiele sind entweder Cross-Plattform-Titel oder kommen vorerst exklusiv für die Playstation 3 oder die Xbox 360 (beispielsweise The Force Unleashed oder Alan Wake); die seltenen PC-only-Titel beschränken sich meist auf die Genres MMORPG oder RTS. Es ist nur logisch, dass sich die Spieleentwickler - gerade zu Zeiten der immer noch existenten Wirtschaftskrise - nicht mit Risiken belasten wollen. Aus diesem Grund werden Spiele für die drei großen Plattformen entwickelt, da dies in der Regel den finanziellen Erfolg steigert oder erst garantiert - den PC aber wird hierdurch langfristig "konsolisiert".
Stranglehold: Miserable PC-Steuerung [Quelle: siehe Bildergalerie]
Die Steuerung Stichwort Steuerung: Playstation 3 und Xbox 360 setzen in erster Linie auf ein Gamepad, der PC dagegen auf Maus und Tastatur. Ergo steht es im Verhältnis 2:1 gegen den PC, auch die Verkaufszahlen sprechen gegen den PC - Optimierungen in Sachen Steuerung werden daher meist eher für die Konsolen vorgenommen. Ein saubere PC-Portierung lässt sich mit Maus und Tastatur im Idealfall genauso gut oder gar besser steuern als mit einem Gamepad. In der Praxis reicht die Bandbreite von grausam bis gelungen - ihr "konsoliges" Feeling können die meisten Cross-Plattform-Titel ohnehin nicht verbergen, vor allem in den Menüs oder im Inventar.
Colin McRae Dirt 2: Nur auf dem PC tesselliert [Quelle: siehe Bildergalerie]
Die Leistung Stichwort Leistungsfähigkeit respektive API: Playstation 3 und der Xbox 360 sind einem aktuellen Mittelklasse-PC vor allem hinsichtlich der GPU massiv unterlegen, die Rohleistung ist deutlich geringer und statt mit fortschrittlichem DirectX 11 rechnen die Grafikchips der PS3 (Nvidia RSX - "Reality Synthesizer") und der Xbox 360 (Ati Xenos) noch auf Basis von DirectX 9. Wird ein Spiel nun Plattform-übergreifend entwickelt, orientieren sich die Hersteller an den aus heutiger Sicht vergleichsweise schwachen Konsolen. Dies resultiert meist in matschigen Texturen aufgrund des geteilten und damit zu knapp bemessenen Speicher samt einem aggressiven Level-of-Detail (LOD) beziehungsweise Streaming, der (oft) fehlenden Unterstützung von Kantenglättung und optischen Aufwertungen, welche nur mit DX10 oder DX11 performant zu erreichen sind. Diese Kluft bremst den technischen Fortschritt, selbst Crytek entwickelt mittlerweile auch für die Konsolen. In der Praxis erhält der geneigte PC-Spieler meistens nur detailreichere Texturen, eine höhere Auflösung sowie Anti-Aliasing und anisotrope Filterung. Immerhin scheint AMD - verständlicherweise - DirectX 11 pushen zu wollen, ergo erhalten die Cross-Plattform-Titel Colin McRae Dirt 2 und Aliens vs. Predator Hardware-Tesselation spendiert.
Borderlands: Kostenpflichtiger DLC [Quelle: siehe Bildergalerie]
DLC, Archievements und Preise Auf den Konsolen längst Standard schwappen mit Download Content (DLC, downloadbare Zusatzinhalte), Achievements und hohen Preisen gleich drei "Eigenheiten" von der Playstation 3 und der Xbox 360 auf den PC hinüber: Zusätzliche Inhalte wie neue Missionen oder Waffen kosten oft Geld, anstatt den Spielern kostenlos per Download zur Verfügung gestellt zu werden. Aktuelles Beispiel ist Gearbox' Borderlands, "The Zombie Island of Dr. Ned" kostet 10 US-Dollar und ist bereits angekündigt. Achievements (Errungenschaften) bieten mittlerweile die meisten Konsolen-Titel, teils jedoch als Ersatz für gelungenes Gameplay und nicht als zusätzliche Motivation. Ursprünglich als sinnvolles Feature geplant, um die Stärke eines Online-Mitspielers einzuschätzen, verkommt es heute zur reinen Sammelorgie.
Modern Warfare 2: Keine dedicated Server, keine Mod-Tools [Quelle: siehe Bildergalerie]
Ein weiterer Punkt sind die anziehenden Preise: Infinity Ward ging mit Modern Warfare 2 einen Schritt zu weit und forderte bis vor Kurzem 60 Euro für den Shooter - soviel kosten normalerweise nur Spiele für die Playstation 3 und die Xbox 360, da hier die Subventionierung der Hardware wieder eingespielt werden muss. Mittlerweile sind die Entwickler zurück gerudert und verlangen nur noch 45 Euro. Waren Dedicated Server und Mods auf dem PC bisher selbstverständlicher Standard, bahnt sich womöglich ein Sinneswandel an: Im Nachfolger des vor allem im Multiplayer extrem beliebten Call of Duty 4 verzichtet Infinity Wards auf Dedicated Server und bietet vorerst auch keine Mod-Tools an. Anstatt den Spielern die Chance einzuräumen, einen dedizierten Server mit individuellen Regeln, Rotationen und Mods aufzusetzen, kommt nun eine Matchmaking-Applikation zum Einsatz. Damit soll sichergestellt werden, dass Spieler gleicher Stärke aufeinander treffen. Der Grund ist einfach: Man möchte die breite Masse ansprechen - genau die gleiche Argumentation, welche für Konsolen auch benutzt wird. Eine zusätzliche Annäherung ist die Verwendung von Steam: Dieses erinnert mit seinem integrierten Anti-Cheat-Tool VAC, seinem Store und dem Kopierschutz durch Online-Aktivierung frappierend an Microsofts Xbox-Live oder PSN, auch wenn hier kein Zwang zur Online-Aktivierung vorliegt.
Fazit: Konsolisierung des PCs Die ständig größer werdende Verbreitung des Internets, die technische Unterlegenheit der Konsolen und der Trend zum Cross-Plattforming sorgen dafür, dass sich der PC in Sachen Spiele und der Software drumherum immer mehr der Playstation 3 und der Xbox 360 annähert. Für PC-Spieler bedeutet dies Abstriche bei der Steuerung, der Optik und weitere Ärgernisse wie beispielsweise kostenpflichtige DLCs - eine Mentalität, die mehr und mehr aus dem amerikanischen Raum nach Europa schwappt. Etwas Gutes aber hat die "Konsolisierung" des PCs natürlich auch: Nach wie vor sind Cross-Plattform-Titel weniger Bug-geplagt und benötigen oft seltener Patches als reine PC-Spiele. Und nur dank der finanziellen Absicherung durch die Playstation 3 oder die Xbox 360 wagen es die Entwickler, innovative und frische Spielideen umzusetzen. Auch Steam bietet ähnlich wie Xbox-Live diverse Features, die auf dem Papier durchaus nützlich sind, darunter automatische Patches, Steam Cloud oder den Verzicht auf lästige Kopierschutzmechanismen wie Securom.
Nintendos Wii haben wir in dieser Kolumne bewusst außen vor gelassen, da diese technisch und auch vom Gameplay her nicht mit dem PC, der Playstation 3 und der Xbox 360 direkt konkurriert.
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Software-Overclocker
24.03.2010 14:39
Vor allem: Was nützt einem der schnellste Prozessor, wenn er sauschwer zu programmieren ist und die Grafik eh von einem anderen Chip abhängt, der bei weitem nicht ausreicht
PCGH-Community-Veteran
23.03.2010 16:06
Ich sagte ja, es kommt auf die Disziplin an. Bei einfacher Präzision schafft der Cell immernoch mehr FLOPs als jede Desktop-CPU, bei doppelter Präzision sieht's dann aber wieder ganz anders aus. Auch im Spielebreich gibt es Beispiele, in denen sich ein Core 2 Quad/Duo theoretisch besser gegen einen Cell behaupten kann.
Schraubenverwechsler
23.03.2010 16:04
"Bei einem Test unter Linux wurde der PS3 Cell gegen einen Core 2 Duo mit 2,4 GHz verglichen. Die OpenSource-Bibliothek „OpenCV“, die zum Test verwendet wurde, stammte dabei aus der Entwicklung der Intel Corporation. Das Ergebnis waren bis zu 27-mal schnellere Berechnungen mit dem Cell gegenüber der 2,4 GHz schnellen Doppelkern-CPU von Intel."
Ok, das stammt aus Wikipedia, aber ich will mich hier nicht in eine Hardware Diskussion stürzen, davon hab ich zugegebenermassen zu wenig Ahnung, vor allem was die PS3 angeht