Der schnellste luftgekühlte PC der Welt?

Fujitsu Celsius Ultra: Test des angeblich schnellsten luftgekühlten PCs

Fujitsu stellt mit dem Celsius Ultra den angeblich schnellsten luftgekühlten PC vor. In unserem Test werden wir dieser Aussage nachgehen und den High-End-Rechner in aktuellen Spielen mit extremen Einstellungen einem Tauglichkeitstest unterziehen. (Thomas Kniess, 23.08.2009)
 
Fujitsu Celsius Ultra: Test des angeblich schnellsten luftgekühlten PCs
 
[Quelle: siehe Bildergalerie]

Fujitsu Celsius Ultra: Die Hardware
Fujitsu verbaut als Prozessor im Celsius Ultra einen Core i7 975 Extreme Edition. Dieser wurde auf 3.770 MHz (26 x 145) übertaktet. Der Turbomodus der Core i7-Prozessoren sorgt dafür, dass sich die CPU bei Belastung nur eines Kerns um einen weiteren Multiplikator übertaktet. Daraus resultiert beim Celsius Ultra ein maximaler Takt von 3.915 MHz. SMT, über welches der Core i7 975 Extreme Edition verfügt, ist bei der Auslieferung nicht aktiv. Ob dies ein Vor- oder Nachteil ist, ist von den jeweiligen Anwendungen abhängig. Während viele auf Mehrkernprozessoren optimierte Anwendungen davon profitieren, kostet der Einsatz von SMT bei den meisten aktuellen Spielen ein paar Frames.

Als Mainboard verwendet Fujitsu das FTS D2778-X mit Intels X-58-Chipsatz. Dieses ist mit 12 GByte Arbeitsspeicher vom Typ DDR3-1333 bestückt, welcher mit 725 MHz taktet. Als Grafikkarten kommen zwei GTX 295 zum Einsatz. Damit besitzt das System satte vier Grafikprozessoren, welche mit Quad-SLI betrieben werden. Die beiden GTX 295 stellen zwar aktuell den maximal möglichen Grafikkartenausbau dar, allerdings bringt ein Quad-SLI-System auch jede Menge Probleme mit sich. Dazu zählen zum einen der mit nur 896 MiByte "geringe" Speicherausbau, zum anderen hat man bei wenigen FPS mit dem Auftreten von Mikroruckeln zu kämpfen. Wenn in Grafik-lastigen Spielen eine hohe Kantenglättung parallel mit einer hohen Auflösung gewählt wird, brechen Multi-GPU-Systeme mit zu wenig Grafikspeicher schnell ein. Da der Celsius Ultra vier GPUs beherbergt und jede GPU eben nur 896 MiByte Grafikspeicher besitzt, tritt dieses Problem hier verstärkt auf. Da ein System wie dieses, vor allem für sehr hohe Settings bestimmt ist, ist der Einsatz der zwei GTX 295 eher unglücklich. Bei zwei oder gar drei GTX 285 mit jeweils 2 GiByte Grafikspeicher würde dieses VRAM-Problem wesentlich seltener auftreten. Das die beiden GTX 295 bei "kleineren" Auflösungen wie z.B. 1.680 x 1.050 schneller sind, als alle andere Grafikkartenkombinationen, spielt in der Praxis keine Rolle. Niemand gibt mehrere Tausend Euro für einen Rechner aus und will dann mit dieser Auflösung spielen.

Die Systemplatte ist eine Raptor von Western Digital, diese ist 150 GByte groß und rotiert mit 10.000 U/min. Als Datenspeicher sind zwei Festplatten mit jeweils 1.000 GByte verbaut. Das man anstatt einer Solid-State-Drive eine "alte" Festplatte als Systemplatte verwendet, ist sehr fragwürdig. Aktuelle SSDs sind der Lage wesentlich höhere Datenraten und niedrigere Zugriffszeiten zu erreichen als gewöhnliche Festplatten, gerade in dem schnellsten luftgekühlten PC darf eine SSD also nicht fehlen.

Die Stromversorgung sämtlicher Komponenten übernimmt ein Netzteil mit 1000 Watt. Das man auf einen Blu-ray-Brenner, wegen der Ausrichtung als Gamer-PC verzichtet hat, ist verständlich. Anhand des hohen Preises hätte aber auch dieser durchaus ausgewählt werden können.
(Ansicht vergrößern für Quellenangaben)
     


Fujitsu Celsius Ultra: Lautstärke und Kühlung
Auf dem Prozessor sitzt ein Towerkühler, welcher keinen eigenen Lüfter besitzt. Der zum Kühlen notwendige Luftzug wird von einem an der Rückseite sitzenden Gehäuselüfter erzeugt. Die ganze Konstruktion wird von einer Plastikabdeckung bedeckt, welche dazu dient, den Luftzug des Lüfters zu verstärken.

Anmerkung: Ein High-End-PC mit stromschluckender Hardware wie der Celsius Ultra, darf natürlich etwas lauter arbeiten als ein Office-PC, allerdings ist diese übermäßige Lautstärke unter Last für viele nicht akzeptabel. Das die CPU-Temperatur trotz dieser hohen Lautstärke nur knapp an der 80-Grad-Grenze (Messung Tcore) vorbeischrammt, kann nicht toleriert werden. Hier muss Fujitsu auf jeden Fall nachbessern.

Fujitsu Celsius Ultra: Gehäuse und Ausstattung
Das Gehäuse des Celsius Ultra stammt aus der Workstation-Serie von Fujitsu. Aus diesem Grund ist es sehr robust gebaut und der gesamte Rechner ist etwas schwerer - natürlich auch aufgrund der verbauten Hardware - als ein Durchschnitts-PC. Wer den Celsius Ultra nicht von LAN-Party zu LAN-Party schleppen will, wird an dem höheren Gewicht aber nichts auszusetzen haben. Das Gehäuse ist optisch eher schlicht gestaltet, aufgrund der Tatsache, dass es beim Thema Design viele verschiedene Meinungen gibt, kann man es deshalb durchaus als gelungen bezeichnen.
An der Front des Celsius Ultra finden sich zwei USB-Anschlüsse, ein Firewire-Port und zwei Audio-Anschlüsse.

Fujitsu Celsius Ultra: Benchmarks
Wer sich einen Rechner mit dieser Ausstattung zulegt, wird auch beim Monitor keine Kompromisse eingehen. Da aktuell bereits Monitore mit einer Bildschirmdiagonalen von 24 Zoll oder mehr, keine Seltenheit mehr sind, besitzt der potenzielle Käufer eines Celsius Ultra mindestens einen TFT mit 24 Zoll und einer Auflösung von 1.920 x 1.200 Pixel oder sogar einen 30-Zoll-TFT mit einer Auflösung von 2.560 x 1.600 Pixel. Aus diesem Grund werden hier nur extrem hohe Settings in Kombination mit einer hohen Auflösung in den Spielen getestet.

Anhand von Crysis Warhead mit sehr hohen Einstellungen lässt sich erkennen, dass die vier GPUs aufgrund des mangelnden Grafikspeichers einbrechen. 2.560 x 1.600 Pixel und 4x MSAA/16x AF sind für die Karten eindeutig zu viel. Erst wenn man die Auflösung und die Kantenglättung senkt, wird wesentlich weniger Grafikspeicher verbraucht und die Grafikkarten können die Anzahl der Bilder pro Sekunde deutlich steigern. Anzumerken sei hierbei, dass die 35 Fps des Celsius Ultra im Setting (1.920 x 1.200, 4x MSAA, 16x AF) aufgrund der Mikroruckler als nicht flüssig wahrgenommen werden.



Fujitsu Celsius Ultra: Fazit
Auch wenn Fujitsu viel High-End-Hardware im Celsius Ultra verbaut hat, muss man trotzdem an einigen Komponenten Kritik üben. Die WD Raptor ist zwar eine schnelle Systemplatte, eine aktuelle SSD überbietet diese in der Leistung aber deutlich. Die zwei GTX 295 sind nur in der Theorie die beste Wahl, in der Praxis würde ein System mit zwei oder drei GTX 285 und jeweils 2 GiByte Grafikspeicher besser abschneiden.

Die Kühlung des Prozessors ist denkbar schlecht umgesetzt worden, laut und gleichzeitig heiß, ist ein K.O.-Kriterium. Nicht vergessen werden darf, dass der Celsius Ultra bei vielen Spielen solide Fps-Werte abliefert. Bei vielen, bedeutet leider nicht bei allen, und das darf man bei einem Rechner für den vielfachen Preis eines gewöhnlichen PCs durchaus erwarten. Fujitsu muss am Celsius auf jeden Fall noch einiges nachbessern, aktuell kann man aufgrund der vielen Defizite und des gleichzeitig hohen Preises keine Kaufempfehlung aussprechen.

Produktname Celsius Ultra
Hersteller (Webseite) Fujitsu (www.fujitsu.com/de)
Preis 3.999 Euro
Garantie keine Angabe
Ausstattung 1,63
CPU Intel Core-i7 975 Extreme Edition
Grafikkarte 2x Nvidia Geforce EVGA GTX 295 Ultra Clocked
Mainboard/Chipsatz FTS Mainboard D2778-X (Intel X58)
Anschlüsse (USB, PATA, SATA, E-SATA, Firewire) 8, 0, 5, 0, 2
Gehäuse Fujitsu (Eigenbau)
Gehäuse-Einbauschächte "2x 5,25"", 4x 3,5"""
Festplatten 1x Western Digital Raptor 150 GiByte, 2 x 1000 GiByte
Optische Laufwerke 1x Kombolaufwerk (Bluray-Laufwerk/DVD-Brenner)
Gehäuselüfter 2x 120 mm, 1x 70 mm
Eigenschaften 1,32
CPU-Taktung 3,77 GHz, über Turbomodus 3,915 GHz
Belegung der Speicherbänke 6 von 6
Arbeitsspeicher 6x 2048 MiByte (DDR3-1333)
Speichertaktung/CAS-Latenzen 725 MHz/CL9
Grafikkartentaktung (GPU/Shader/VRAM) 632 MHz/1.363 MHz/1.008 MHz
Netzteil 1000 Watt
Betriebssystem Windows Vista Business 64 Bit
Leistung 2,29
Betriebssystem-HD (Zugriff/Transfer) 7,4ms/106,6 MiByte/s
Lautstärke aus 50 cm Entfernung (Windows/3D) 2,5/10,4 Sone
Stromaufnahme (Windows/3D) 165/315 Watt
3D Mark Vantage (Extreme) X18718 Punkte
7-Zip 16251 kb/s
Endnote 1,96
Kommentare + Hohe Leistung
  - Sehr laut
  - Sehr hoher Energiebedarf
  - Sehr teuer
 
 
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Aktuelle Kommentare
Hansvonwurst
Volt-Modder
30.06.2011 01:42
AW: Fujitsu Celsius Ultra: Test des angeblich schnellsten luftgekühlten PCs

Wo hast du die Forenleiche denn ausgegraben?

HES_Xenon
Schraubenverwechsler
30.06.2011 01:38
AW: Fujitsu Celsius Ultra: Test des angeblich schnellsten luftgekühlten PCs

Sagt mir bitte, liebe PCG Hardware Tester, wieso ihr bei diesem Monster, das in allen Teilen besser als mein jetziger PC ist (F M470-2) nur marginal höhere FPS schafft, als ich auf 1080p?
Was läuft hier falsch? Das Kühlsystem ist übrigens immer das selbe in der Workstation Serie von Fujitsu, und ist vielleicht laut (obwohl die meisten anderen PCs die ich kenne lauter sind) aber hält die Temperatur sehr effektiv unter ca 70°. Die ca 60-100 Kühlrippen verteilen die Hitze sehr schön, und durch den Luftzug wird das ganze auch effektiv raus befördert. Wie sind denn die Vergleichswerte bei diesem i7?

Zum Preis.. naja, man kann schlecht leugnen, dass er überteuert ist, da würde ich mir lieber den R670 nehmen. Ach ja, 12 GB sind mitnichten das Maximum, das wären 48 GB, eben 6x8GB.

Umut
Komplett-PC-Aufrüster
16.02.2010 14:39
AW: Fujitsu Celsius Ultra: Test des angeblich schnellsten luftgekühlten PCs

Total überteuert
für das Geld hätte ich mir einen besseren Pc gebaut
selbergebaut ist am besten

 
 
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Geforce GTX 590 (0.40%)
Geforce GTX 580 (8.42%)
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Geforce GTX 550 Ti (0.50%)
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