Die ersten tragbaren Computer wogen über 20 Kilogramm und hatten keinen Akku. Heute wiegen Notebooks teilweise weniger als ein Kilogramm und arbeiten über 10 Stunden ohne Steckdose. In diesem Artikel wirft PC Games Hardware einen Blick auf die Geschichte der tragbaren PCs.
Notebooks: Die Anfänge
Das Toshiba T3200 stammt ebenfalls aus dem Jahr 1987 und arbeitete mit einer 12-MHz-CPU. [Quelle: siehe Bildergalerie]
Adam Osborne bringt im April 1981 den ersten kommerziellen, portablen Computer auf den Markt: den Osborne 1, welcher nicht IBM-kompatibel ist. Er verfügt über einen 4-MHz-Prozessor von Zilog, 64 KiByte RAM und zwei Diskettenlaufwerke. Wirklich mobil ist das Gerät mit eingebautem 5-Zoll-Röhrenmonitor allerdings nicht – es wiegt 12 Kilogramm. Selbst heutige Dual-GPU-Notebooks (Desktop-Replacements) erreichen höchstens die Hälfte dieses Gewichts.
Ein weiterer nicht IBM-kompatibler und tragbarer Computer ist der GRiD Compass 1100 mit gleichnamigem Betriebssystem. Das Gerät wird im April 1982 in den Markt eingeführt. Allerdings kostet der Rechner 8.000 bis 10.000 US-Dollar und wird hauptsächlich von der NASA eingesetzt.
Notebooks: Jetzt auch IBM-kompatibelDie richtige Entwicklung nimmt ihren Anfang am 4. November 1982: An diesem Tag kündigt die junge Firma Compaq den ersten IBM-kompatiblen, aber nicht direkt von IBM stammenden Computer an: den Compaq Portable PC. Das ist nicht im Sinne des Erfinders, denn IBM vergibt eigentlich keine Lizenz für den Bau eines kompatiblen Rechners. Doch das ist auch nicht nötig: Alle Bauteile, wie der von Intel gefertigte Prozessor, sind frei erhältlich, das DOS-Betriebssystem stammt von Microsoft und das BIOS baut Compaq im legalen Reverse-Engineering-Verfahren nach. Dadurch ist der Compaq-PC fast hundertprozentig kompatibel zum Original, kann also das gleiche Software-Angebot nutzen - bei einem deutlich niedrigeren Preis. Doch nicht nur das: Der Compaq Portable PC ist mit seinem integrierten Bildschirm auch der erste halbwegs tragbare x86-PC. Der Erfolg dieses Rechners, der Anfang 1983 auf den Markt kommt, inspiriert weitere Firmen, sich ebenfalls am Nachbau des IBM-PCs zu versuchen – die Geschichte nimmt ihren Lauf ...
Notebooks: Die späten 1980iger JahreAuch Nixdorf bringt 1985 ein Laptop auf den Markt. Der Portable 8810/25 wiegt allerdings über 8 Kilogramm. Die japanische Firma Toshiba führt Ende der 1980er Jahre die Bezeichnung "Notebook" für tragbare Computer ein. Man will sich mit den besonders kompakten und leichten PCs von der "schweren" Konkurrenz absetzen.
Notebooks: Die Neunziger JahreAm Anfang des neuen Jahrzents gibt es bereits einfarbige LCDs in Notebook, die 16 Graustufen darstellen können. Die ersten Laptops mit Farb-LCD, wie das Compaq Ambra, erscheinen Mitte der 90er-Jahre und werden von einem 100 MHz schnellen 486er Prozessor angetrieben. Ebenfalls zu dieser Zeit kommen die ersten Sub-Notebooks auf den Markt. Darunter sind Geräte von Compaq, HP und Apple.
Glare-Type: Vor einigen Jahren kamen spiegelnde LCDs auf. Von den PCGH-Lesern laut Umfragen wenig geliebt, in Elektronikmärkten jedoch sehr erfolgreich, haben sich die tragbaren Spiegel fest etabliert. [Quelle: siehe Bildergalerie]
Notebooks: Das Millennium und darüber hinaus Wie Desktop-PCs werden auch Notebooks immer leistungsfähiger. Damit dies aber nicht zu Lasten der Akkulaufzeit geht, führt Intel für den Pentium III die Speedstep-Technik zur Senkung von Takt und Spannung ein. AMD folgt bald darauf mit Power Now!. Ähnliche Techniken finden wir heute auch bei Grafikkarten und Desktop-Prozessoren. 2003 folgte Centrino: Intel stellt eine komplette Plattform für Notebooks vor und macht WLAN zur Standardausstattung. Es folgen weitere Centrino-Generationen. AMDs Gegenschlag in Form des Turion-Prozessors war aufgrund des schwächeren Leistung-pro-Watt-Verhältnisses nur mäßig erfolgreich.
Weitere Notebook-Technologien folgten im Laufe der Zeit mit SLI und Crossfire. Dual-GPU wird auch heute noch von einigen Herstellern (etwa Alienware und Schenker) eingesetzt, die bekannten MGPU-Probleme sind jedoch auch im Mobilbereich omnipräsent. Den nächsten großen Clou landet Asus mit dem Eee-PC Ende 2007: Ein Minirechner für 300 Euro mit weniger als einem Kilogramm Gewicht sorgt für viel Wirbel in den Medien – obwohl das klobige Design an die eingangs erwähnten Pioniere erinnert. Alle großen Hersteller zogen in den Jahren darauf mit eigenen Netbooks nach. Obwohl der Rummel und die Verkäufe mittlerweile abgenommen haben bzw. rückläufig sind, erfreuen sich die aktuellen Netbooks großer Beliebtheit. Insbesondere Geräte auf AMD-Brazos-Basis eignen sich dank Dualcore-CPUs zwischen 1,0 und 1,6 GHz für die produktive Nutzung.
Asus Eee Pad Slider: Tablet und Netbook in einem. Ist das die Zukunft - oder werden Tablets irgendwann die Welt beherrschen? [Quelle: siehe Bildergalerie]
Notebooks: Das aktuelle JahrzehntIm Laufe des Jahres 2010 kamen nicht nur SSDs ins Rollen, auch der Siegeszug von Windows 7 war nicht zu stoppen. Gerade im Notebook machen sich die schnellen Flash-Speicher bezahlt: Sie benötigen wenig Strom, erzeugen keine Hitze, arbeiten lautlos und sind ganz nebenbei auch noch resistent gegen Erschütterungen – wenn der hohe Preis nur nicht wäre!
Vierkern-Prozessoren, 4 GiByte Arbeitsspeicher und ein 64-Bit-Betriebssystem: Diese Hardware steckt mittlerweile in jedem Notebook über 500 Euro. Desktop-Replacement-Notebooks (DTR) bilden seit jeher die Spitze der Entwicklung: 17-Zoll-Boliden mit Clevo-Chassis (X7200) bieten sogar Platz für Intels Hexacores auf Gulftown-Basis (i7-900X, Xeon), viele Hersteller packen zwei Grafikeinheiten im SLI/Crossfire daneben. Derartige Geräte haben mit ihrem Gewicht jenseits von 6 Kilogramm zwar nicht mehr viel mit dem Grundgedanken eine Notebooks gemein, aber sie nähern sich wieder den gewichtigen Anfängen ...
Anmerkung: Achten Sie in der Bildergalerie auf die Entwicklung beim Design der Notebooks und auf die erläuternden Texte. Bei den ganz alten Notebooks haben wir auf Wikipedia-Bildmaterial zurückgegriffen. Für die Quelleninfos müssen Sie per Mausklick in der richtige Bildergalerie wechseln.
Bildergalerie zum Artikel
Komplett-PC-Aufrüster
14.09.2011 23:53
Oha toll. Ihr habt meinen Laptop(nur in Rot) auf Seite
F@H Team Member & F@H-Moderator
14.09.2011 12:56
Ja, da kommt Nostalgie auf...
Ich habe es nie übers Herz gebracht die alten Teile (386er / 486er etc.) zu entsorgen - so fristen die auch heute noch ein Dasein in meiner Sammlung
PC-Selbstbauer
14.09.2011 10:05
So ein Toshiba T1100 benutzen wir auf der Arbeit immer noch.
Es gibt einige Behördenmessung die sich nur damit nachstellen lassen.
Da die Messungen unglaublich teuer sind und immer noch einwandfrei messen wird das Toshiba T1100 wohl noch einige Zeit in Gebrauch bleiben.
Immerhin gibt es imer noch ersatzteile für die Dinger !