Politiker weiterhin auf Konfrontationskurs

Intel Friday Night Game: Nach Stuttgart streicht auch Nürnberg das LAN-Event - Update 2

Der politische Druck gegen die Killerspiele scheint weiter zu wachsen. Nach Stuttgart hat sich nun auch die Stadt Nürnberg dazu entschlossen, das große LAN-Event Intel Friday Night Game von Veranstaltungskalender zu streichen. (Mario Riemann, 30.04.2009)
 
IFNG
 
IFNG [Quelle: siehe Bildergalerie]
Am 29. Mai sollte die IFNG in der Meistersingerhalle in Nürnberg stattfinden, die von der Stadt selbst verwaltet wird. Aufgrund von politischen Gründen fühlte sich das Bürgermeisteramt jedoch nicht in der Lage, solch einem Event zuzustimmen und strich diesen wieder aus dem Veranstaltungskalender.

Aus dem ausführlichen Bericht auf readmore.de geht hervor, dass auf Anfrage ein Sprecher direkt auf die Gräueltaten von Winnenden (11. März) verwies. Aufgrund dieser Ereignisse, in denen vermehrt Computer-Spiele als angeblicher Auslöser in den Mittelpunkt rückten, fühle man sich außer Stande, solch einem Event in Nürnberg zuzustimmen. Die Entscheidung stamme direkt aus dem Bürgermeisteramt, dem seit dem Jahre 2002 der Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) vorsteht. Eine Stellungnahme gegenüber readmore.de steht immer noch aus.

Diese harte Vorgehensweise der Politiker bekommt einen recht zweifelhaften Beigeschmack, wenn man bedenkt, dass die Internationale Waffenmesse, die vom 14. bis 17. März in Nürnberg stattfand, trotz des Amoklaufes genehmigt wurde.

Vor Nürnberg sagte auch schon Stuttgart die Intel Friday Night Game ab und begründete dies mit der zeitlichen Nähe zu den Ereignissen in Winnenden. Ursprünglich sollte die IFNG dort am 27. März stattfinden.

Die ESL (Electronic Sports League) äußerte sich ebenfalls zu dem Thema. Dort bedaure man die Entscheidung der Stadt Nürnberg zu tiefst. Die Veranstaltung wäre eine gute Gelegenheit gewesen, besonders für die Politiker, sich mit dem Thema auseinander zu setzen. In Offenbach fand die IFNG in der letzten Woche statt. Der dortige Magistrat hatte ebenfalls Vorbehalte, ging aber einen anderen Weg. Man entsandte Fachleute des Jugendamtes zum Event, um die Einhaltung des Jugendschutzes zu überprüfen. Diese äußerten sich daraufhin in der Presse sogar positiv - einzig die Suchtgefahr würde zu wenig angegangen.

Update: Der eSport-Ligenbetreiber Turtle Entertainment ließ nun in einer Pressemitteilung verlauten, man habe bereits einen Ersatz für die Intel Friday Night Game gefunden. So scheint es, als ob das Star-Event-Center in Hannover bereitwillig eingesprungen wäre. Genaue Details zum Zeitpunkt stehen noch nicht fest, würden aber in Kürze bekannt gegeben.

Update: 30.4.2009
Nun hat sich auch der BIU, der Bundesverband der interaktiven Unterhaltungswirtschaft, zur Absage in Nürnberg geäußert. Unter anderem werden dem Nürnberger Oberbürgermeister politischer Aktionismus und eine Unkenntnis gegenüber dem Grundanliegen der Veranstaltung unterstellt. Hier das komplette Statement, das auf der ESL-Webseite nachzulesen ist.
"Der BIU missbilligt die Entscheidung des Nürnberger Oberbürgermeisters. Der eSport bietet Spielern eine attraktive Plattform, um ihr Hobby Computer- und Videospiele um sportlichen Wettkampf und Teamgeist zu bereichern. Andererseits bietet sich hier jedem Interessierten auch die Möglichkeit des Austauschs mit einer aktiven und sozialen Jugendkultur. Eltern und Pädagogen haben bei der Eltern-LAN etwa die Möglichkeit, sich persönlich ein Bild von Computer- und Videospielen zu machen. Dass solche Angebote mit Aufklärungscharakter nun in Nürnberg einem politischen Aktionismus zum Opfer fallen, ist aus Sicht des BIU nicht nachvollziehbar. Hier wird nicht nur aus Unkenntnis gegenüber dem Grundanliegen der Veranstaltung argumentiert - Computerspieler werden unter Generalverdacht gestellt."




Links zum Thema:
Bayerischer Innenminister: Killerspiele sind Tötungstrainingssoftware - Update: Petition mit großem Erfolg
Spieleverbände wehren sich gegen Kinderpornografie-Vergleich
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Studie sagt: 14.000 Jugendliche süchtig nach Computerspielen
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Der Amoklauf von Winnenden: Gewaltspiele sind nicht der einzige mögliche Auslöser
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Aktuelle Kommentare
[ILA]L0n3St4R
Komplett-PC-Käufer
05.05.2009 14:34
AW: Intel Friday Night Game: Nach Stuttgart streicht auch Nürnberg das LAN-Event

Quote: (Zitat von Blausucht)
Ist es nicht toll in einer so kleinkarierten und beschränkten Welt zu leben?
Warum gibt es kein Fahrverbot für Autos bei tödlichen Unfällen?


Wenn du das "kleinkariert" auf Bayern beziehst, ist das ein genialer Wortwitz!

Also ich weis nicht, was das werden soll. Lächerlich ist das schon nicht mehr, nur noch lächerlich. Man könnte meinen, das ergraute Pack will einen Gamer zum ausrasten bringen der alle erschiesst, so dass sie nen Vorwand zum Verbot bekommt (jetz aber nich ernst nehmen).

Jedes mal der selbe Kappes. Wenn das so weiter geht, suche ich mir nach dem Studium nen Job in Amerika, am besten Westküste, un zwar bei irgend nem IT-Unternehmen. Dann kann mir das entgültigt gestohlen bleiben!

Also warum es Bayern gibt, die Ossis wie mich dumm machen, kann ich nich mehr verstehen...denen geht es doch mit solchen Herrschern viel schlimmer.

socio
Komplett-PC-Käufer
01.05.2009 14:30
AW: Intel Friday Night Game: Nach Stuttgart streicht auch Nürnberg das LAN-Event

... wenn man bedenkt, dass die Internationale Waffenmesse, die vom 14. bis 17. März in Nürnberg stattfand, trotz des Amoklaufes genehmigt wurde. ...




die politiker sollten aufhören uns zu provozieren.



Blausucht
Kabelverknoter
01.05.2009 01:38
AW: Intel Friday Night Game: Nach Stuttgart streicht auch Nürnberg das LAN-Event

Ist es nicht toll in einer so kleinkarierten und beschränkten Welt zu leben?
Warum gibt es kein Fahrverbot für Autos bei tödlichen Unfällen?

 
 
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