Bayerischer Innenminister: Killerspiele sind Tötungstrainingssoftware - Update: Petition mit großem Erfolg
Keine Geschäfte mit Tötungstrainingssoftware - so lautet die Headline einer Pressemitteilung des bayerischen Innenministers, Joachim Herrmann.
(Thilo Bayer, 03.04.2009)
Bayerischer Innenminister: Killerspiele sind Tötungstrainingssoftware [Quelle: siehe Bildergalerie]
Unter der Headline "Killerspiele sind Tötungstrainingssoftware" verpackt der Innenminister einige Forderungen, die wir Ihnen im Originalton liefern.
"Ich fordere die Computerspielbranche auf, den schönen Worten endlich Taten folgen zu lassen und auf Herstellung und Vertrieb von Killerspielen in Deutschland freiwillig zu verzichten. Killerspiele gehören bislang zu den intensiv beworbenen Hauptumsatzträgern der Branche. Mit derartiger Tötungstrainingssoftware, die zum Beispiel von der US-Army zur Vorbereitung von Soldaten auf Kampfeinsätze verwendet wird, dürfen in Deutschland keine Geschäfte mehr gemacht werden."
Herrmann behauptet in der Presseerklärung, dass es "wissenschaftlich erwiesen sei, dass der andauernde Konsum derartiger Spiele, in denen Gewalt und Brutalität anders als bei Filmen aktiv ausgeübt und gesteuert wird, die Gewaltbereitschaft fördert und die Fähigkeit, Mitleid zu empfinden, verkümmern lässt."
Derartige Spiele seien deshalb eine der Ursache für Jugendgewalt und Amokläufe. Auch die Suchtgefahr, die von derartigen Spielen ausgehe, macht dem Innenminister Sorge. "Virtuelle Gewaltwelten" würden dafür sorgen, dass Jugendliche keine Zeit für Schule und Ausbildung hätten und dass sie "für die Gesellschaft verloren gehen würden". Weiterhin stellt Herrmann wieder einen direkten Bezug zwischen "Killerspielen" und Drogen sowie Kinderpornografie her, da sie sie "in ihren schädlichen Auswirkungen (...) auf einer Stufe mit Drogen und Kinderpornografie stehen".
Wie empfinden Sie diese Aussagen? Nutzen Sie die Kommentarfunktion. Wenn Sie mit dieser Aussage nicht einverstanden sind, sollten Sie auch die Mails auf der Presseseite des bayerischen Innenministers nutzen, um ihre Meinung kundzutun.
Update 2.4.2009: Nach dem verbalen Amoklauf von Innenminister Joachim Herrmann regt sich nun auch Widerstand bei Spielern und sogar bei Politikern aus den eigenen Reihen.
So fordert ein offener Brief an den bayerischen Ministerpräsident Horst Seehofer die Zurechtweisung von Herrmann für seine jüngsten Äußerungen. Außerdem hat sich die CDU in Düsseldorf eingeschaltet und findet die Vergleiche von Herrmann, Computerspiele und Drogen sowie Kinderpornografie stünden auf einer Stufe hinsichtlich ihrer schädlichen Auswirkungen "vollkommen unangemessen". Der Vergleich zeuge davon, "dass Medienkompetenzdefizite auch in Regierungen zu finden sind. Wer solche Vergleiche zieht, disqualifiziert sich für die weitere Diskussion über Jugendmedienschutz in Deutschland." Mehr zum Thema haben die Kollegen von PC Games.
Update 3.4.2009: Der Clan German Game Force hat eine Online-Petition als Reaktion auf die Äußerungen des bayerischen Innenministers gestartet. PC Games Hardware unterstützt diese Petition in allen Punkten und empfiehlt allen Lesern nachdrücklich, sich mit dieser Petition auseinanderzusetzen.
Mittlerweile sind über 1.300 Unterschriften in der Online-Petition eingegangen.
Thilo Bayers Meinung
„Wenn die Politik Amok läuft “
Ich muss zugeben: Meine persönliche Hemmschwelle für wagemutige Aussagen zu meinem Lieblings-Hobby ist in den letzten Wochen und Monaten bedenklich gesunken. Eigentlich reicht schon die kleinste Kleinigkeit, damit ich durch die Decke gehe. Woran liegt das? Sicherlich an solchen Pressemitteilungen. Nun lebe ich ja in Bayern und sollte einen gewissen Respekt vor der Obrigkeit haben. Wenn ich aber solche infamen Machwerke lese, muss ich ernsthaft über Auswanderung nachdenken. Wer es wagt, in einem Satz das Wort Spiele und Kinderpornografie in den Mund zu nehmen, gehört meines Erachtens dringend in psychologische Behandlung. Und wenn Shooter-Spiele als Tötungs-Trainings-Software bezeichnet werden (für mich das Unwort des Jahres), dann fliegen auch bei dem ruhigsten Zeitgenossen die Sicherungen raus. Unfassbar, welche Stammtischenparolen da von einem deutschen Innenminister und seinen Flüsterern im Hintergrund auf den Weg gebracht werden. Ich kann nur sagen: Armes Bayern!
der andere haufenweise illegale Waffen (Schweiz). Denkst du wirklich, die würden sich die Waffen der Wahl nicht einfach illegal besorgen, und wenn sie eh schon illegal einkaufen, warum nicht gleich vollautomatische Waffen?
Der Schweizer benötigt keine illegalen Waffen, vor allem muss er darüber hinaus nicht Vollautomaten illegal kaufen, da ihm die Armee kostenfrei das extrem schusspräzise SIG 550 Sturmgewehr(Kadenz bis 1000rounds/min) mit nach Hause in den Kleiderschrank gibt. Jeder Wehrdienstleistende nimmt seine Waffe mit nach Hause, bis sie beim Einsatz wieder benötigt wird. Nach dem Wehrdienst bleibt sie in seinem Besitz. Dennoch liegt die Zahl der Tötungsdelikte durch Schussverletzungen prozentual deutlich unter denen der Bundesrepublik
Komplett-PC-Aufrüster
11.04.2009 22:10
In das eine Ohr rein ,durch das andere wieder raus....
Ich finde dass recht dumm aber ist mann ja gewönt von Politikern viel reden und viel zu viel Geld einstreichen.
BIOS-Overclocker
11.04.2009 11:36
@ cesium137
Ich hab mich auf den Zuger Amoklauf bezogen, bei der 57-Jährige Täter neben dem Sturmgewehr noch illegale Waffen benutzte.
Komplett-PC-Käufer
11.04.2009 11:34
Der Schweizer benötigt keine illegalen Waffen, vor allem muss er darüber hinaus nicht Vollautomaten illegal kaufen, da ihm die Armee kostenfrei das extrem schusspräzise SIG 550 Sturmgewehr(Kadenz bis 1000rounds/min) mit nach Hause in den Kleiderschrank gibt. Jeder Wehrdienstleistende nimmt seine Waffe mit nach Hause, bis sie beim Einsatz wieder benötigt wird. Nach dem Wehrdienst bleibt sie in seinem Besitz. Dennoch liegt die Zahl der Tötungsdelikte durch Schussverletzungen prozentual deutlich unter denen der Bundesrepublik