Amokläufer Tim K. spielte unter anderem Counter-Strike [Quelle: siehe Bildergalerie]
Auf einer Pressekonferenz der Polizei Baden-Württemberg am heutigen Tage wurde bekannt, dass unter anderem Counter-Strike auf den PCs des Täters Tim K. gefunden wurde. Auch Pornofilme seien sichergestellt worden. Offenbar als Reaktion auf diese Details hat der Präsident der Deutschen Stiftung für Verbrechensbekämpfung, Hans-Dieter Schwind, unter anderem ein Totalverbot von "Gewaltspielen" gefordert.
Gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung sagte Schwind: "Dass der 17-Jährige auf der Flucht noch weiter um sich geschossen hat, ist ein Verhalten, das Jugendliche auch in Spielen wie Counter-Strike oder Crysis lernen können." Die Einflüsse durch Medien seien zwar keine "vorrangigen Einflussfaktoren", sie würden aber solche Gewalttaten "begünstigen".
Schwind wies außerdem darauf hin, dass in Deutschland zehn Millionen legale und geschätzt rund 20 Millionen illegale Waffen im Umlauf seien. Der Zugriff auf diese Waffen durch Jugendliche sei immer noch zu wenig reglementiert, in der Praxis wären die Schutzmaßnahmen unzureichend.
Update: 13.3.2009Der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) hat heute eine Stellungnahme zum Amoklauf in Winnenden veröffentlicht. Darin wird vor allem eine Versachlichung der Diskussion gefordert. Besonders die unsachlichen Äußerungen von CSU-Innenpolitiker Hans-Peter Uhl wurden gerügt. BIU-Geschäftsführer Olaf Wolters spricht im Interview mit PC Games davon, dasss "Herr Dr. Uhl als Innenpolitiker keinerlei Kenntnisse über das bestehende Jugendschutzsystem in Deutschland hat."
Die alleinige Tatsache, dass der Amokläufer Computerspiele besaß, sei nicht verwunderlich, da diese "Bestandteil der Jugendkultur" wären. Es sei außerdem noch nicht erkennbar, dass es einen "Zusammenhang zwischen dem Konsum gewalthaltiger Medien und der Tat in Winnenden gebe". Forderungen nach einem verschärften Jugendschutz-Gesetz erteilt der BIU eine Absage: "Die bestehenden gesetzlichen Regelungen sind ausreichend", sagt der Verband. Allerdings müsse der Vollzug bestehender Gesetze verbessert werden. Hier sei der Staat gefragt, auch bei der Beschränkung des Zugangs zu Feuerwaffen.
Auch der Bundesverband der Spielentwickler GAME unterstützt die Reaktion des BIU. "Computerspiele sind niemals schuld an Amokläufen", heißt es in einer Presserklärung.Wie stehen Sie zu solchen Verbotsforderungen für Computerspiele einen Tag nach dem Amoklauf? Nutzen Sie die Kommentarfunktion.
Hintergrund: Amoklauf in Winnenden Der Täter Tim K. erschoss am 11.3.2009 neun Schüler und drei Lehrerinnen in seiner ehemaligen Schule in Winnenden. Auf der Flucht tötete er drei weitere Menschen. Später wurde er bei einem Schusswechsel mit der Polizei verletzt und richtete sich vermutlich anschließend selbst.
Weitere Hintergründe zum Amoklauf: •
Amoklauf: Forendiskussion in PCGH Extreme•
Amokläufe, Täter, Studien, Hintergründe: Deutschlands hitzige Diskussion über Killerspiele •
Der Amoklauf von Winnenden: Gewaltspiele sind nicht der einzige mögliche Auslöser
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Freizeitschrauber
19.09.2009 19:38
Die einzigen hierfür in Frage kommenden Personengruppen sind Ü50er, die sich jedoch kaum / überhaupt nicht für das Internet bzw. die Pläne der Bundesregierung bezüglich Spielen, Sperren von Kinderpornographie (Zensur) etc. interessieren,l und Schüler/Studenten. die jedoch bekanntlicherweise Probleme haben, sich in der politik bemerkbar zu machen. Da bräuchte es schon ungemein viele, die sich in der Art einsetzen, wie du es forderst - und dass der Fall eintritt, ist extrem unwahrscheinlich.
Irgendwie ist das ganze doch verkackt. Vernünftige Politiker gibts kaum, denn alle die Vernünftig sind geben sich nicht für sowas her, bzw lassen sich nicht gerne verarschen.
Alles was bleibt sind ein paar komische Leute die sich dann auch von denen die sich nicht für Politik hergeben wollte anhören müssen wie es gemacht gehören täte.
Aber auch das ist quatsch, denn einem Minderbemittelten kann man auch nicht Integralrechnung beibringen.
Software-Overclocker
13.09.2009 23:24
Wobei ich mal irgendwo n Artikel darüber gelesen hab, dass es konstruktiver sein dürfte, wenn man sich als "Digitalist" ein eine etablierte Partei eintritt und dort eben von innen heraus eine Veränderung herbei führt. Das hört sich eigentlich auch erfolgversprechender an, da ich nicht glaube, dass es die Piraten über die 5% schaffen... leider.
Und die Aktion mit dem Tauss könnte sich auch noch als hinderlich herausstellen.
Und wie soll ein 30-jähriger Arbeitnehmer das hinkriegen? Beruf, Familie, sonstige Aktivitäten - und dann auch noch politisch engagieren? Praktisch unmöglich, außer wenn er einen 23-Stunden-Tag schiebt.
Die einzigen hierfür in Frage kommenden Personengruppen sind Ü50er, die sich jedoch kaum / überhaupt nicht für das Internet bzw. die Pläne der Bundesregierung bezüglich Spielen, Sperren von Kinderpornographie (Zensur) etc. interessieren,l und Schüler/Studenten. die jedoch bekanntlicherweise Probleme haben, sich in der politik bemerkbar zu machen. Da bräuchte es schon ungemein viele, die sich in der Art einsetzen, wie du es forderst - und dass der Fall eintritt, ist extrem unwahrscheinlich.
PCGH-Community-Veteran
13.09.2009 19:59
Eine der weitreichendsten Möglichkeiten wird wohl sein, am 27. September wählen zu gehen und kleine, junge Parteien zu unterstützen - denn es sind weitestgehend die großen Parteien, die durch oben genanntes Verhalten auffallen.
Werd ich wohl ziemlich sicher auch so machen.
Wobei ich mal irgendwo n Artikel darüber gelesen hab, dass es konstruktiver sein dürfte, wenn man sich als "Digitalist" ein eine etablierte Partei eintritt und dort eben von innen heraus eine Veränderung herbei führt. Das hört sich eigentlich auch erfolgversprechender an, da ich nicht glaube, dass es die Piraten über die 5% schaffen... leider.
Und die Aktion mit dem Tauss könnte sich auch noch als hinderlich herausstellen.