Thermalright True Copper (Bild: PCGH) [Quelle: siehe Bildergalerie]
Wie heißt er denn nun? "Ultra-120 eXtreme True Copper Heatsink" nennt Distributor
PC-Cooling den neuesten Thermalright-Turmkühler, während der Hersteller schlicht vom "True Copper" spricht. Doch unter welchem Namen auch immer: Es handelt sich um die Kupferversion des bewährten Modells Ultra-120 Extreme, das es seit Kurzem auch als schwarze "True Black"-Variante gibt (siehe PCGH 12/2008). Thermalright bietet seinen Klassiker also in drei Versionen an, die sich nur in Farbe beziehungsweise Material unterscheiden.
Kupfermonster im Detail Der Kühler leitet die Prozessorwärme über sechs Heatpipes zu den fest verlöteten Kühlrippen. Nicht nur Bodenplatte und Heatpipes, sondern auch die Lamellen sind vollständig aus Kupfer gefertigt, ganz wie beim Scythe Ninja Copper - daher wiegt der Kühlkörper mit 1,9 Kilogramm auch doppelt so viel wie die beiden "normalen" Ultra-120-Versionen, die selbst mit Lüfter jeweils knapp unter einem Kilo bleiben. Einen Ventilator legt Thermalright wie üblich nicht bei, dafür gibt's Montagesätze für S775- und AM2-Systeme; mit einem optionalen Montagekit ist auch eine Befestigung auf dem Sockel 1366 der Core-i7-Familie möglich. Das Befestigungssystem mit seinen vier Schrauben samt Backplate ist wie gewohnt sehr stabil und hält den Kupferklotz sicher auf der Platine, allzu viel Bewegung sollten Sie einem so gekühlten System jedoch nicht zumuten - mehr dazu später.
Thermalright True Copper im Test Doch wie schlägt er sich im Test? Wir prüfen den True Copper auf unserer bewährten offenen Testplattform, bestehend aus einem P35-Board samt Core 2 Extreme QX6850 (TDP: 130 Watt), den wir mit Prime 95 aufheizen; die Temperatur ermitteln wir mit Core Temp, anschließend ziehen wir die Umgebungstemperatur ab und erhalten so vergleichbare Delta-Werte.
Bestückt mit unserem Referenzlüfter, dem Scythe S-Flex SFF21E (1.200 U/min), sorgt der True Copper für eine kleine Überraschung im Testlabor: Bei voller Drehzahl liegt er praktisch gleichauf mit dem bislang besten Luftkühler, dem Thermalright IFX-14.
Erst bei 7 Volt Lüfterspannung und entsprechend geringerer Drehzahl geht der IFX-14 in Führung, mit sehr geringen Drehzahlen (5 Volt oder weniger) liegen wiederum andere vorn. Der True Copper bietet sich daher im Zusammenspiel mit schnell drehenden Lüftern (bis zu zwei 120-Millimeter-Modelle lassen sich montieren) als High-End-Kühler für Overclocking-PCs an, für den (semi-)passiven Betrieb sind die Lamellenabstände zu klein.
Die Lautstärke ist naturgemäß abhängig vom gewählten Lüfter und dessen Drehzahl. Der von uns verwendete Scythe-Lüfter kommt aus 0,5 Metern Entfernung auf 0,9 Sone, wenn die maximale Spannung von 12 Volt anliegt (1.200 U/min). Bei 7 Volt ist er mit 0,1 Sone kaum noch zu hören. Dies gilt für alle aufgeführten Kühler - das unterschiedliche Design der Lamellen hat nur geringen Einfluss auf die Luftgeräusche.
2 Kilogramm: zu viel für den Sockel? Hält der Sockel überhaupt diese Belastung von zwei Kilogramm aus? Intel sieht für Sockel-775-Kühler ein maximales Kühlergewicht von 550 Gramm vor (siehe PDF: "
Thermal and Mechanical Design Guidelines", S. 23/24 und 52). Intels Boxed-Kühler bleiben meist unter dieser Grenze, der True Copper samt Lüfter erreicht hingegen fast die vierfache Masse. Doch diese Grenze gilt nur für den Standard-Haltemechanismus, also die Intel-Pushpins - für verschraubte Kühler anderer Hersteller macht Intel keine Angaben. Außerdem gelten die 550 Gramm unter "shipping conditions", das heißt: Bleibt das Kühlergewicht unter dieser Grenze, hält die Befestigung auch den Transport des PCs aus. Was aber, wenn der Rechner an seinem Platz bleibt? "Wenn der 2-Kilogramm-Kühler in einem stationären Gehäuse verbaut ist, das also nicht verschickt wird, ist er noch unterhalb der Lastgrenze des Sockels", sagte man uns bei Intel auf Nachfrage.
Unbewegt stellt das hohe Gewicht also keine Gefahr für die Hardware dar. Wer seinen PC jedoch zur LAN-Party transportiert, sollte den Rechner nur vorsichtig bewegen oder den Kühler zuvor abmontieren. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass sich ein korrekt verschraubter Kühler aus seiner Halterung löst, doch die Belastung für das Mainboard und die empfindlichen Leiterbahnen ist nicht zu unterschätzen.
Fazit Der kupferne Ultra-120 Extreme ist ein exzellenter Kühler, keine Frage, und ein Schmuckstück obendrein. Mit schnellen Lüftern erreicht er die Kühlleistung des Klassenprimus IFX-14 und ist dabei deutlich kompakter. Er hat aber zwei gravierende Nachteile: Der True Copper ist sehr teuer, für satte 79,90 Euro ist er bei
PC-Cooling.de erhältlich - hinzu kommt noch der Preis für den Lüfter. Zudem ist er extrem schwer. Wer sich daran nicht stört, sollte schnell zugreifen: Den True Copper gibt es nur in limitierter Auflage.
Bildergalerie zum Artikel
BIOS-Overclocker
17.11.2008 13:22
Nein der True Copper ist besser!
(True Copper besitzer)
Der True Copper ist im Vergleich zum Mugen, den ich vorher hatte, richtig winzig.
Hab trotzdem bessere Temps als mit dem Mugen.
mfg, Shibi
Software-Overclocker
16.11.2008 14:05
Abgesehen von dem IFX-14, der ist auf jedenfall der beste!
(IFX-14 Besitzer)
Schraubenverwechsler
16.11.2008 06:01
Bin immer noch hochzufrieden mit meinem Zalman CNPS9700 NT. Wenn ich mich nicht irre, schlägt der unter Volllast noch immer alles andere, was auf dem Markt ist und wiegt "nur" 740 g