Crysis Warhead

Crysis Warhead: Die Hochs und Tiefs der Grafik

Wo HDR-Rendering strahlt, da fallen auch Soft Shadows: Auch ein optischer Hochkaräter wie Crysis Warhead leistet sich grafische Schnitzer. Wir werfen einen Blick auf die Ausmaße. (Vötter, Sauter, 18.09.2008)
 
Crysis Warhead: Wo Licht ist, da fallen Schatten.
 
Crysis Warhead: Wo Licht ist, da fallen Schatten. [Quelle: siehe Bildergalerie]
"Meckern auf hohem Niveau" ist unsere Spezialität. Tatsächlich fallen optische Unstimmigkeiten speziell auf einem so hohen Niveau wie in Crysis Warhead auf. Inmitten der State-of-the-Art-Pracht stechen einzelne Matsch-Texturen, flimmernde Oberflächen und sonstige Artefakte weit mehr ins Auge als bei homogen schlechterer Optik. Unglücklicherweise sieht der wache Spieler oftmals solche Entgleisungen auf Psychos Reise. Tendenziell wirkt die Erweiterung optisch unfertiger als der Vorgänger.

Crysis Warhead: Optische Güte ...
Wenn Sie das Ur-Crysis mit "Very High"-Optik oder diversen Tweak-Konfigurationen unter Windows XP spielten, wirken die grafischen Verbesserungen Warheads wie Kosmetik auf einer ohnehin formschönen Basis. Die Explosionen wirken bombastischer, außerdem weisen viele Texturen nun feinere Strukturen auf. Das gilt nicht nur für die "normalen" Polygontapeten, auch das Parallax Occlusion Mapping (POM), das mittels Höheninformationen Vertiefungen und Furchen vortäuscht, wurde aufpoliert. Das Resultat ist eine Bodenbeschaffenheit, die auf den ersten Blick einem Realbild gleicht.

... und die Schattenseiten
Das POM ist jedoch nicht nur für den guten, sondern auch für so manch schlechten Eindruck verantwortlich. Zwar kommen nun auch WinXP-/DX9-Nutzer in den Genuss des Features, erleben damit aber auch seine Restriktionen: Anisotrope Filterung lässt es unangetastet, desweiteren glättet auch Multisampling-AA keine der entstehenden Vertiefungen.

An entlegenen Stellen der Levels tun sich weitere Schönheitsfehler auf. Oft begegnet der Spieler verzogenen oder schwebenden Texturen. POM lebt vom richtigen Betrachtungswinkel. Zu schräg angesehen, geht der Effekt kaputt (siehe Bilder). Ebenfalls unschön sind die "Retro-Texturen", die sich immer wieder unter die sehr hoch auflösenden Exemplare mischen. Der scharfe Kontrast stört dabei am meisten. Davon betroffen ist nicht nur die Landschaft, auch die Flora erinnert stellenweise an deutlich ältere 3D-Spiele.

Dem gegenüber steht Überschärfe, ein Effekt, der durch mangelnde Abtastung entsteht - Aliasing. Crysis-Spieler kennen den stark flimmernden Urwald, der unverändert in Warhead übernommen wurde. Die Strukturen des Blattwerks sind meist feiner als einzige Bildschirmpixel, wodurch in Bewegung das Flimmern auftritt. Dagegen hilft nur Supersampling (genauere Abtastung des Bildes), am besten in Form von Anti-Aliasing (SSAA). Eine höhere Bildschirmauflösung hat weniger Einfluss. Das gilt übrigens auch für so manchen Shader, der stark flimmert:

Die Wirkung von SSAA auf die Crysis-Optik werden wir in einem weiteren Artikel abhandeln.

Fazit: Warhead-Grafik
Etwas Feinschliff tut vielen neuen Spielen gut - Stalker: Clear Sky lässt grüßen. Natürlich liefert Crysis Warhead trotz dieser Mängel die schönsten Pixel der aktuellen Spielewelt. Perfektion im Rahmen der technischen Möglichkeiten wird wegen der Designmängel aber verfehlt.

Alle Bilder finden Sie wie immer in der Galerie.


Bildergalerie zum Artikel
 
 
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