Intel sieht
Larrabee als logische Konsequenz des Fortschritts auf CPU- und GPU-Seite. [Quelle: siehe Bildergalerie]
Lange blieb Intel eine eindeutige Antwort schuldig: ein Projekt fürs
Visual Computing sei es, aber nicht bloß eine Grafikkarte; eine Architektur mit mehreren x86-Kernen, aber keine CPU; fürs Raytracing geeignet, aber nicht darauf spezialisiert. Nun hat Intel den Schleier gelüftet - und obwohl viele Fragen unbeantwortet blieben, können wir nun ein besseres Bild davon zeichnen, was Larrabee genau ist.
Was genau ist Larrabee? So viel steht fest: Der Codename steht nicht für ein bestimmtes Produkt, sondern für eine Technik, genauer: eine neue Multicore-Mikroarchitektur. Auf Basis dieser Architektur wird voraussichtlich im kommenden Jahr, vielleicht aber auch erst 2010 das erste Produkt auf den Markt kommen, weitere sollen folgen. Und dieses erste Produkt ist zwar für vieles geeignet, vor allem aber dient es zunächst als GPU - als gewöhnlicher Grafikchip, der auf Grafikkarten für den PCI-Express-Slot eingesetzt wird, dort unter anderem Spielegrafik berechnet und so in Konkurrenz zur AMD Radeon und Nvidia Geforce tritt.
Das klappt natürlich nur, wenn sich der Chip auch auf den Umgang mit aktuellen Spielen versteht - und das tut er: Larrabee wird anfangs durch einen konventionellen Grafiktreiber angesprochen und unterstützt auf diese Weise sowohl DirectX als auch OpenGL. Es ist also nicht nötig, Spiele für Larrabee-Karten umzuschreiben, bestehende Titel sollten problemlos funktionieren, ausgereifte Treiber vorausgesetzt. Doch nicht nur das: Da Larrabee den x86-Befehlssatz gewöhnlicher Prozessoren verwendet, laufen auch C/C++-Programme darauf und damit eignet sich diese GPU für beliebige Anwendungen - sogar ein Betriebssystem ließe sich theoretisch damit steuern. Es soll auch möglich sein, etwa innerhalb eines konventionellen DirectX-Spiels spezielle Effekte durch bewährten C-Code statt wie bisher durch Shader zu erreichen.
Ein Grafikchip, der frei programmierbar ist und so auch Aufgaben einer CPU übernehmen kann: Damit ähnelt Larrabee Nvidias CUDA-Initiative, ist jedoch dank x86-Kompatibilität weitaus flexibler; Programmierer müssen sich keine neue Sprache aneignen, sondern können einfach auf ihre Erfahrungen in der CPU-Programmierung zurückgreifen.
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