Left 4 Dead das erste Spiel mit aufgebohrter Valve-Engine

Die neuen Grafikeffekte der Source-Engine

Valve, der Entwickler der Source-Engine, stellt auf dem Gamefest von Microsoft die neuen technischen Möglichkeiten der Source-Engine vor. Mit Left 4 Dead erscheint Ende des Jahres das erste Spiel auf Basis der überarbeiteten HL2-Engine. (Thilo Bayer, 03.08.2008)
 
Die neuen technischen Möglichkeiten der Source-Engine umfassen unter anderem Effekte aus der Fotografie und des Films (spezielle Farbkorrekturen, künstliche Körnung, Randabschattungen, Erhöhung des lokalen Kontrastes, dynamische Rückkopplung des Spielerzustandes) aber auch ein verbessertes Beleuchtungsmodell (Nebel, Partikel, Spieler als Lichtquelle, nasse Oberflächen).

Source-Engine in Left 4 Dead: mit filmischen Effekten
 
Source-Engine in Left 4 Dead: mit filmischen Effekten [Quelle: siehe Bildergalerie]


Left 4 Dead wird als erstes Spiel diese verbesserten technischen Optionen der Source-Engine sehr gezielt einsetzen. Im Gegensatz zu Team Fortress 2 geht es hier mehr um eine gruselige, "dunkle" Horror-Atmosphäre. Das fängt bei der Farbkorrektur an: Die Farbpalette wird reduziert, nur bestimmte Gegenstände wie Health Packs haben ihre normale Farbe. Die übrige Szenerie wird in einer eher gräulichen Stimmung wiedergegeben. Dazu kommt dann eine Körnung, die aber nicht global angewandt wird, sondern nur in dunklen Bereichen. Ergänzt wird diese Atmosphäre von Vignettierungen, also Randabschattungen in den oberen Ecken.

Filmeffekte werden aber auch dazu benutzt, den Spieler auf seinen Gesundheitszustand hinzuweisen. Wird er zu oft getroffen oder ist sein Gesundheitszustand bedenklich, färbt sich das Bild in Schwarz-Weiß. Bekommt er einen Adrenalinschub, erhöht sich der Bildkontrast.

Die Beleuchtung wird gezielt eingesetzt, um Left 4 Dead mehr Atmosphäre zu verpassen. So werden Lichtquellen platziert, zu denen sich der Spieler hingezogen fühlt. Wenn ein Auto per Scheinwerfer die Szene beleuchtet, aber der Fahrer fehlt, weiß der Spieler sofort, dass etwas im Busch ist. Der Nebel im Hintergrund einer Szene wird beleuchtet, damit der Spieler seine Gegner schon früher erahnen kann. Durch den Einsatz von Partikeleffekten lassen sich die Silhouetten von Gegnern besser erkennen, und der Spieler kann sich besser mit seinem Team koordinieren.

Zusätzlich setzt Left 4 Dead darauf, dass man den Spieler als Lichtquelle nutzt. So ist die Taschenlampe nun auf der Waffe montiert und beleuchtet leicht versetzt die Szene. Beim Nachladen verschwindet die Lampe kurzzeitig. Schließlich sorgen Normal Maps mit Eigenschatten und nasse Oberflächen dafür, dass Oberflächen noch mehr Realismus versprühen.

Source-Engine in Left 4 Dead: die vereinfachte Beleuchtung beim Nebel erlaubt eine bessere Sichtbarkeit der Gegner
 
Source-Engine in Left 4 Dead: die vereinfachte Beleuchtung beim Nebel erlaubt eine bessere Sichtbarkeit der Gegner [Quelle: siehe Bildergalerie]


Alle Effekte der verbesserten Source-Engine, die bei Left 4 Dead zum Einsatz kommen, finden Sie in unserer Bildergalerie.

(Ansicht vergrößern für Quellenangaben)
     
 
 
 
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