Google: Street View erneut im Visier der Datenschützer

Google: Es gibt keinen vollständigen Schutz der Privatsphäre

Googles Straßenansichtsdienst Street View hat in der Vergangenheit schon öfter Datenschützer auf den Plan gerufen, doch jetzt wehren sich auch Privatpersonen gegen die Veröffentlichung von Bildern ihrer Häuser bzw. Wohnorte. (Gerold Pejril, 02.08.2008)
 
Bedroht die moderne Technik unsere Privatsphäre?
 
Bedroht die moderne Technik unsere Privatsphäre? [Quelle: siehe Bildergalerie]
Dies berichten zumindest die Kollegen von Golem.de. So soll das Ehepaar Aaron und Christine Boring aus Pittsburgh im April Klage gegen Google eingereicht haben. Der Grund: Während das Google-Team Aufnahmen von der Außenseite des Hauses der Borings gemacht hat, soll sich der Kamerawagen auf einem Privatweg befunden haben. Nach Ansicht des Ehepaares wurde es damit empfindlich in seiner Privatsphäre gestört, außerdem sei der Wert ihres Anwesens gesunken. Als Schadensersatz und Schmerzensgeld sollen die Borings eine Summe in Höhe von 25.000 US-Dollar von Google fordern wollen.

Natürlich weist Google jegliche Schuld von sich. "Der Anblick eines Hauses sei einfach nicht privat. Des Weiteren sei die Straßenseite eines Hauses für so gut wie für jedermann sichtbar", sollen Googles Anwälte argumentieren. Doch auch schon vor den Aufnahmen durch das Google-Team sollen vergleichbare Bilder des Anwesens im Internet kursiert haben. Weiter soll Google bekannt gegeben haben, dass die Straße der Borings nicht eindeutig als "privat" ausgeschildert gewesen wäre.

Bedingt durch den technischen Fortschritt, sei eine vollständige Gewährleistung der Privatsphäre sowieso nicht mehr möglich. Selbst in der Wüste sei man vor Aufnahmen durch Satelliten nicht sicher. Noch dazu seien die Kläger "weit davon entfernt, in der Wüste zu leben oder Einsiedler zu sein". Außerdem kritisiert Google das Vorgehen des Ehepaares. So habe man gar nicht erst versucht von der in Street View integrierten Möglichkeit zur Entfernung unerwünschter Bilder Gebrauch zu machen und sei direkt vor Gericht gezogen.

Doch nicht nur US-Amerikaner sind verärgert, auch deutsche Datenschützer äußern zunehmend ihre Bedenken. Denn seit kurzem sind die Fotofahrzeuge auch in unserem Land unterwegs und knipsen munter drauflos. Google hingegen sieht die Vorteile wie die Erleichterung der Orientierung im Vordergrund. Zum Schutz von Passanten und Anwohnern werden die Gesichter abgelichteter Personen allerdings verwischt.
 
 
 
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Aktuelle Kommentare
OctoCore
Volt-Modder
10.01.2009 08:05
AW: Google: Es gibt keinen vollständigen Schutz der Privatsphäre

Nach meinem subjektiven Rechtsempfinden ist nichts dagegen zu sagen, solange sich das Haus quasi im öffentlichen Raum befindet, bzw. von öffentlichen Strassen oder Bürgersteigen aus zu sehen ist. Anders wäre es, wenn das Haus auf einem Privatgrundstück stehen würde, von Bäumen oder anderen Objekten verdeckt, und der Fotograf würde das Gelände betreten (müssen), um Aufnahmen zu machen. Das ginge dann zu weit.

Shibi
BIOS-Overclocker
09.01.2009 18:54
AW: Google: Es gibt keinen vollständigen Schutz der Privatsphäre

Mir ist es völlig egal ob ide jetzt ein Foto von meinem Haus machen oder nicht. Kann schließlich auch so jeder anschauen der vorbeikommt. Anders siehts schon aus wenn sie sich vor die Fenster stellen und auch die Inneneinrichtung fotografieren, dann würde ich schon sauer werden weil ich mich dann doch in meiner Privatsphäre verletzt fühlen würde. Aber das machen die ja nicht.

mfg, Shibi

aurionkratos
PCGH-Community-Veteran
09.01.2009 17:16
AW: Google: Es gibt keinen vollständigen Schutz der Privatsphäre

Ich finde das auch absolut in Ordnung, schließlich ist das eigene Haus nicht wirklich privat, jederman kann es sehen, wieso dann nicht auch übers internet?
Praktisch sollte es auch sein - ich habe keinen Grund mich zu beklagen, außer dass google die Bilder von Deutschland mal langsam ins Netz stellen solte...

 
 
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