Wie gut laufen aktuelle Spiele auf der Geforce GTX 260 und der HD 4850 wirklich?

Spielbarkeit der GTX 260 und der HD 4850 in Age of Conan, Assassin's Creed und Mass Effect

Bereits beim GTX-280-Test wollte es PCGH genau wissen: Wie gut lassen sich die aktuellen Top-Spiele Age of Conan, Assassin's Creed und Mass Effect wirklich spielen? Nun macht PCGH den Test auf Spielbarkeit auch mit der GTX 260 und der HD 4850. (Marc Sauter, 22.06.2008)
 
Spielbarkeit der GTX 260 und der HD 4850 in Age of Conan, Assassin's Creed und Mass Effect
 
[Quelle: siehe Bildergalerie]

Bereits zum Launch der Geforce GTX 280 hinterfragten wir die Spielbarkeit in Mass Effect, Age of Conan und Assassin's Creed. Im Laufe dieser Woche folgten der PCGH-Benchmark-Test der GTX 260 und der HD 4850. In diesem Artikel führen wir beide Tests zusammen und prüfen die beiden Neulinge.

GTX 260 und HD 4850 Artikel im Überblick:
Nvidia Geforce GTX 260 im PCGH-Benchmark-Test
AMD Radeon HD 4850 im PCGH-Benchmark-Test


Einleitung Spielbarkeit GTX 260 & HD 4850:
Die meisten Benchmarks veranschaulichen zwar, welche Grafikkarte absolut gesehen die schnellste ist, Rückschlüsse auf die Spielbarkeit eines Titel lassen sich so aber nur eingeschränkt ziehen. Aktueller Standard in vielen Diagrammen sind die nicht immer aussagekräftigen durchschnittlichen Bilder pro Sekunde (average Fps), die wichtigen Minimal-Werte (min. Fps) werden selten bis nie integriert - PCGH.de bildet hier bekanntlich die Ausnahme.

So erlauben beispielsweise 40 Fps im Schnitt theoretisch flüssiges Spielen, repräsentativ für das Spielgeschehen ist dieser Wert aber nicht. So können sich die 40 Bilder pro Sekunde zu einem Teil aus 20 und zum anderen Teil aus 60 Fps zusammensetzen - damit wäre das Spiel zu einem bestimmten Teil nur bedingt spielbar.



GTX 260 & HD 4850: Fps-Verläufe und prozentuale Spielbarkeit
In diesem GTX280/260-Launch-Special verabschieden wir uns daher von den allgegenwärtigen Durchschnitts-Fps und analysieren für Sie anhand von zwei praxisnahen Diagrammen die Leistungsfähigkeit heutiger High-End-Grafikkarten in drei aktuellen Spielen.

Der Fps-Verlauf veranschaulicht, zu welchem Zeitpunkt im Benchmark wie viele Bilder pro Sekunde von der GPU berechnet werden. Einbrüche und Ruckler lassen sich so problemlos identifizieren. Die prozentuale Spielbarkeit zeigt diese Werte aufbereitet in der Balkenform, unterteilt in "flüssig spielbar", "bedingt spielbar" und "kaum spielbar".

GTX 260 & HD 4850: Testsystem
Das Testsystem ist identisch mit dem des vorhergehenden Tests:

CPU: Intel Core 2 Extreme QX6850 @ 3.000 MHz (333x9)
Board: Nforce 680i SLI
RAM: 4x 1.024 MiByte DDR2-800 (5-5-5-23)
OS: Windows Vista 64 Bit samt SP1
Driver:
• Forceware 177.34 (HQ)
• Catalyst 8.5 (AI def.), 8.6 bei der HD 4850

VGA:
• Geforce GTX 280, 1.024 MiB GDDR3, 602/1.296/1.107 MHz
•Geforce GTX 260, 896 MiB GDDR3, 576/1.242/999 MHz
• Geforce 9800 GX2, 2 x 512 MiB GDDR3, 600/1.512/1.000 MHz
• Geforce 8800 Ultra, 768 MiB GDDR3, 612/1.512/1.080 MHz
• Geforce 9800 GTX, 512 MiB GDDR3, 675/1.674/1.100 MHz

• HD 4850, 512 MiB GDDR3, 625/993 MHz
• HD 3870 X2, 2 x 512 MiB GDDR3, 825/901 MHz
• HD 3870, 512 MiB GDDR4, 776/1.125 MHz

Wie immer nutzen wir die High-Quality-Settings im Nvidia-Treiber für alle Geforce-Karten. Bei AMDs Radeon-Modellen belassen wir die Einstellung für Catalyst-A.I. auf Standard, da ansonsten die Bugfixes und anwendungsspezifischen Optimierungen nicht mehr wirksam wären.

GTX 260 & HD 4850: Testverfahren
Age of Conan, Assassin's Creed und Mass Effect bencht PCGH mit Fraps. Dieses Programm zeichnet während der mindestens 30-sekündigen Sequenzen jede Sekunde die aktuellen Bilder pro Sekunde auf; aus diesen Werten erhalten wir Ergebnisse in Form einer Textdatei. Um diese zu verifizieren, werden jeder Benchmark doppelt ausgeführt und die erzielten Fps gemittelt.

Die Auflösung während der Tests beträgt 1.680 x 1.050 Pixel, eines der am häufigsten genutzten Settings. Zusätzlich aktivieren wir für weitere Werte einen 16-fach anisotropen Filter und 4-fache Kantenglättung mit Transparency- respektive Adaptive-Super-Sampling.

Zugunsten der Übersicht hat PCGH sich entschieden, die beiden Dual-GPU-Karten GX2 und X2 aus den Verlaufsdiagrammen zu entfernen und durch die HD 4850 und GTX 260 zu ersetzen. In den Spielbarkeitsdiagrammen sind jedoch die Werte aller Karten enthalten.
[index]



Einleitung: Age of Conan
Der Hardware-Hunger des MMOs ist ähnlich groß wie die Zahl seiner Spieler. Gerade beim Speicherverbrauch macht Age of Conan so schnell kein anderes Online-Spiel Konkurrenz - mehr als 2,5 GiByte schluckt der Titel auf unserem System. Mit maximalen Details und Kantenglättung werden zudem über 800 MiByte Video-RAM benötigt. Ist der lokale Speicher der Grafikkarte nicht groß genug, wandern weitere MiByte in den Arbeitsspeicher. Damit einher gingen auf einem 32-Bit-OS Probleme mit dem Texture-Streaming-System, unter 64 Bit verschwinden diese, da genügend RAM zur Verfügung steht.



Benchmark: Age of Conan
Unser Worst-Case-Szenario spielt in der Stadt Tortage. Dort laufen wir zwei Mal mit unserem Charakter einen Rundgang, der Benchmark dauert 60 Sekunden. In der freien Wildbahn liegen die Fps spürbar höher.



1.680x1.050 ohne AA/AF: Age of Conan
Ohne Bildverbesserungen präsentieren sich die HD 3870 und die GTX 260 überraschend schwach - wir vermuten eine höhere Serverlast, obwohl immer gegen 16 Uhr getestet wurde. Die HD 4850 zeigt sich davon recht unbeeindruckt und zieht fast mit der 8800 Ultra respektive der HD 3870 X2 gleich. Die 9800 GTX oder gar die GTX 280 bleiben für die Radeon jedoch unerreichbar, die 9800 GX2 dagegen lässt Federn.

1.680x1.050 mit 4xTSSAA/16xAF: Age of Conan
Mit Qualitätseinstellungen bricht die HD 3870 zusammen, der HD 4850 ergeht es kaum besser. Nichtsdestotrotz ist die neue Radeon deutlich flotter unterwegs als die alte. Die GTX 260 reiht sich nur knapp vor der 8800 Ultra ein, was aufgrund der technischen Daten nur wenig verwunderlich ist. Die GTX 280 liegt wie gehabt klar in Front, zudem stören auf den GT200 keine Nachladeruckler den Spielfluss - beide verfügen über genügend Video-Speicher.
[index]



Einleitung: Assassins Creed
Ubisofts Meuchelmörder-Simulation verlangt einerseits nach viel CPU-Power, eine flotte Mittelklasse-Karte ist aber ebenfalls Pflicht. Wir verwenden die Version 1.02, daher läuft die Radeon HD 3870 X2 nur im langsameren DX10-Modus ohne die optischen Vorteile der DX10.1-Kantenglättung. Assassins Creed unterstützt nur normales Multisampling, 3-faches Ingame-AA entspricht 4-fachem MSAA.



Benchmark: Assassins Creed
Einen Großteil der Spielzeit verbringen Sie in dem Mittelalter-Titel auf den Dächern der drei großen Städte. Diese Szenen sind zugleich die anspruchsvollsten im Spiel, daher verwenden wir einen solchen Parcours. Dieser dauert 30 Sekunden und führt Altair quer durch Damaskus.



1.680x1.050 ohne AA/AF: Assassins Creed
Ohne Kantenglättung und anisotropen Filter ist das Spiel etwas Prozessor-limitiert und wenig GPU-Leistung fordernd, daher läuft Assassins Creed auf allen Karten ohne den geringsten Ruckler. Die GTX 260 erkämpft sich einen zweiten Platz und liegt damit noch vor der 9800 GX2. Die HD 4850 kann sich gegen die 9800 GTX gut behaupten und ist fast genauso flott unterwegs. Selbst die HD 3870 verliert den Anschluss nicht - subjektiv bewegt sich Altair jedoch schon etwas behäbig.

1.680x1.050 mit 3xIngame-AA/16xAF: Assassins Creed
Mit AA/AF büßen alle Grafikbeschleuniger massiv an Leistung ein. Die GTX 260 zeigt sich wie ihre große Schwester noch am wenigsten beeindruckt, Assassins Creed bleibt auf Nvidias High-End-Riege bis auf kurze Momente ein Genuß. HD 3870 X2 und HD 3870 teilen sich den letzten Platz, offensichtlich zeigt Crossfire keine Wirkung. Stark präsentiert sich dagegen die HD 4850, welche die 8800 Ultra problemlos hinter sich lässt und auch der 9800 GXT zeigt, wozu der RV770 fähig ist.[index]


Einleitung: Mass Effect
Eines der erfolgreichsten Xbox-360 Spiele hat es mittlerweile auf den PC geschafft. Basis des Rollenspiels ist die im Falle von Mass Effect recht CPU-lastige Unreal Engine 3 aus dem Hause Epic. Diese läuft zumindest ohne Kantenglättung auch auf schwächeren Systemen, zusammen mit den teils schwammigen Texturen leidet jedoch die Optik. Mit aktuellen Treibern, Ini-Tuning und Exe-Renaiming werden durch erzwungenes Anti-Aliasing nicht alle Treppeneffekte getilgt, der Leistungsverlust ist nichtsdestotrotz enorm - genau das Richtige für unseren Test also.



Benchmark: Mass Effect
Wirklich anspruchsvoll ist Mass Effect nur in größeren Kämpfen, einen solchen nutzen wir für unsere Vergleiche. Wir machen uns auf, um den außerirdischen Geth zu zeigen, wo der Plasma-Hammer hängt. Für alle Tests deaktiviert PCGH die in der UE3 integrierte Fps-Limitierung von 62 Bildern pro Sekunde.



1.680x1.050 ohne AA/AF: Mass Effect
Sobald der erste Geth auftaucht, fallen auch die Fps der GTX 260, welche sich klar von den restlichen Karten absetzen kann und nur der GTX 280 den Vortritt lassen muss. Auf der HD 3870 wirkt Mass Effect bereits etwas schwammig, zu oft fallen die Bilder pro Sekunde unter die 35er Marke. Die Dauerkonkurrenten 9800 GTX und HD 4850 trennen sich unentschieden, keine Karte kann sich in der Praxis einen klaren Vorteil verschaffen.

1.680x1.050 mit 4xTSSAA/16xAF: Mass Effect
Beim Versuch, Kantenglättung zu aktivieren, stießen wir auf ein Problem. Mit dem Geforce-Treiber 177.34 ließ sich weder auf der GX2 noch auf der GTX 280 Anti-Aliasing nutzen - auf der GTX 260 dagegen schon. Mit den gewählten Settings kommt es kaum noch auf die Rohleistung an, die Größe des Video-Speichers zählt. Daher dominiert die GTX 260 das Testfeld, die 8800 Ultra rangiert trotz ihrer 768 MiB abgeschlagen auf dem zweiten Platz. Die 9800 GTX und die HD 4850 bieten beide nur eingeschränkt flüssige Fps, in der Praxis überzeugte das Spielgefühl auf keinem der beiden Chips. Fast schon unspielbar ist Mass Effect auf der HD 3870, neben zu wenig Speicher ist auch deren Rohpower zu gering. Der Einsatz von AF ist übrigens praktisch "kostenlos”.
[index]



Fazit: Spielbarkeit GTX 260 & HD 4850:
Nvidias Geforce GTX 260 ist eine sehr schnelle Karte, welche jedoch nicht durchgehend überzeugt - im Gegensatz zur GTX 280. In Age of Conan etwa ist die Leistung dem Preis nicht angemessen, Serverlast hin oder her. Auch kommen eine 9800 GTX oder eine HD 4850 teilweise an die kleine GTX heran. Vorteilhaft ist dagegen der große Video-Speicher.

Mit der HD 4850 gelingt es AMD erstmals mit einer Single-GPU-Karte Nvidias 8800 Ultra zu schlagen, die 9800 GTX muss der Radeon stellenweise ebenfalls den Vortritt lassen. Über alle Benchmarks hinweg liegt die 9800 GTX zwar um Haaresbreite in Front, dafür kostet die Geforce auch deutlich mehr. Zudem agiert die Radeon bedeutend leiser, die 9800 GTX brüllt unter Last regelrecht auf. Wer also nicht auf jedes Fps, dafür auf jeden Euro schaut, der macht mit der HD 4850 einen guten Kauf.[index]


Bildergalerie zum Artikel
 
 
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