Die größeren Modelle von Channel Well Technology haben zwei große Spulen direkt vor dem gestanzten Lochgitter. Diese werden immer mit Schrumpfschlauch versehen, wodurch sie sehr gut erkennbar sind. [Quelle: siehe Bildergalerie]
In den letzten Jahren sind viele neue Firmen in den Markt für Netzteile eingetreten. Auch Firmen, die bisher noch keine Netzteilproduktion hatten, haben dieses Geschäftsfeld entdeckt und ihre Angebotspalette entsprechend erweitert. Ein sehr gutes Beispiel sind hier die Hersteller von Arbeitsspeichern, die einen guten Namen haben und am Markt etabliert sind. Warum also nicht noch ein Produkt in das Portfolio aufnehmen? Leider ist es so, dass sich gerade bei Netzteilen sehr große Qualitätsunterschiede feststellen lassen. Diese Unterschiede können im Extremfall sogar eine Gefahr für die Hardware und/oder unangenehme Geräuschbelästigungen zur Folge haben.
Man sollte sich zudem nicht von dem großen Angebot aus der Ruhe bringen lassen, denn Netzteile lassen sich relativ schnell anhand weniger Details als gute oder schlechte Geräte identifizieren. Zwischen einem sehr billigen Netzteil und einem mit höherer Qualität liegen dabei Welten. Eines der wichtigsten Qualitätsmerkmale ist die Effizienz: Gute Werte liegen bei über 80 Prozent und je höher der Wert ist, umso effizienter arbeitet das Netzteil.
Viele Hersteller, wenige Produzenten Den vielen Netzteilfirmen stehen nur wenige Produzenten gegenüber. Im Wesentlichen gibt es drei Vetriebswege: Zunächst gibt es Firmen, die ihr Netzteil in eigener Produktion herstellen und unter eigenem Namen verkaufen. Zweitens, einige Produzenten verkaufen ihr Produkt zusätzlich an andere Firmen, die dann ihren einen eigenen Namen aufdrucken. Schließlich gibt es Hersteller, die ausschließlich Firmen beliefern, ohne den ursprünglichen Hersteller mit Namen zu erwähnen.
Firmen der zweiten Gruppe (also jene, die sowohl unter eigenem Namen Netzteile verkaufen als auch für Kunden herstellen) gibt es prozentual gesehen am meisten. Hier finden sich unter anderem Seasonic, FSP/Fortron Source Power, Enhance, Sirtec, ACBel und Topower wieder. Dagegen stellen Firmen wie Enermax fast ausschließlich für die eigene Produktpalette her. Die beiden größten Netzteilhersteller der Welt, Delta und Lite-On, wird man dagegen nicht in einem Regal im Laden finden. Firmen wie diese stellen ausschließlich für Firmenkunden her, die diese dann in Fertigsysteme integrieren. Das Produktionsvolumen ist um ein Vielfaches größer als bei anderen Produzenten.
Identifikation über die UL-Nummer Wer sich für den Produzenten seines Netzteils interessiert, hat verschiedene Möglichkeiten, dies herauszufinden: Die einfachste Variante ist die sogenannte UL-Nummer, die auf jedem Netzteil stehen muss, wenn der Verkauf in den USA erfolgt. Für den europäischen Markt ist diese Nummer irrelevant, deshalb findet man sie nicht auf Netzeilen, die ausschließlich in Europa verkauft werden. Die Nummer kann man auf der Webseite der Firma UL (
www.ul.com) nachschlagen und erhält dann den registrierten Namen des originalen Herstellers. Diese Methode wird nicht immer den wahren Hersteller zu Tage bringen, da viele der Unternehmen mittlerweile eine eigene UL-Nummer besitzen. Dies setzt voraus, dass die jeweilige Firma das Produkt unter ihrem Namen bei UL vorlegt und zertifizieren lässt.
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Typische Merkmale Die so entstehenden Extrakosten sparen sich manche Firmen jedoch und belassen die originale Nummer des richtigen Herstellers auf dem Produkt. In diesem Fall kann man den ursprünglichen Produzenten einfach und schnell erfahren. Es sind darüber hinaus unscheinbare Äußerlichkeiten, die manchmal typisch sind und sich auf den Produkten der verschiedenen Käufer des Produktes wiederfinden. Dieses sind in den meisten Fällen die Gehäuse der Netzteile, die verwendeten Aufkleber, die Art der Verpackung oder der Aufbau im Inneren des Netzteils. Auch wenn viele Hersteller voneinander abschauen und ähnliche Designs des PCBs herausbringen, gibt es unverkennbare Details, die nicht versteckt werden können.
Netzteile des Hersteller CWT sind zum Beispiel sehr einfach an einem kleinen Detail zu erkennen: Die Eingangsfilterung des jeweiligen Netzteils ist immer gleich bestückt und sieht bei jedem Kunden gleich aus. Es handelt sich hierbei unter anderem um zwei bis drei Spulen, die mit einem Schrumpfschlauch versehen wurden. Zwischen den beiden rechten Spulen sitzt ein eckiger Kondensator, der immer gelb ist. Die meisten Kunde versuchen, dies mit verschiedenfarbigen Schrumpfschläuchen zu verstecken, aber erkennbar bleibt es trotzdem. Thermaltake hat zum Beispiel einen roten Schrumpfschlauch, der durch den grellen Farbton geradezu in das Auge des Betrachters springt.
In vielen Fällen lässt sich der Hersteller auch an den Aufklebern am Netzteil herausfinden. Bei der Qualitätskontrolle werden zum Beispiel in den meisten Fällen immer die gleichen Aufkleber genommen, die bestätigen, dass eine Qualitätskontrolle stattgefunden hat. Extrem ist dies bei Netzteilen von FSP, die in vielen Fällen gleich neben dem 120mm-Lüfter bis zu sieben kleine Sticker tragen. Topower benutzt hingegen immer denselben Aufkleber, der die Aufschrift "aktive PFC" trägt. Seasonic-Modelle sind ebenfalls jedes Mal zu erkennen, auch wenn hierzu ein geschultes Auge erforderlich ist. Seasonic benutzt im Moment zwei Layouts, die immer wieder verändert werden, im Grundprinzip aber gleich bleiben. Die Designs enthalten entweder zwei oder drei Kühlkörper, die aus Kostengründen jedes Mal aus einem Stück Blech bestehen, in das dann die Kühlrippen gestanzt wurden. Andere Hersteller benutzen stranggepresste Kühlkörper, ein Verfahren, in dem weiches Aluminium durch eine Form gepresst wird. FSP verwendet in den meisten Fällen ebenfalls drei Kühler, womit sie den Designs von Seasonic ziemlich ähnlich sind. Bei FSP hingegen sind die Kühler im sekundären Bereich des Netzteils immer aus stranggepresstem Aluminium und die anderen beiden teilweise ebenfalls, wodurch erkennbare Unterschiede für jedermann entstehen.
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Bedeutung des Produzenten Es ist nun aber noch einmal deutlich auszudrücken, dass es nur bedingt wichtig ist, den ursprünglichen Produzenten des eigenen Netzteils zu kennen. Es gilt zu bedenken, dass die Firmen genau das Produkt bekommen, wofür sie bezahlen. Wenn das Budget für ein Produkt gering ist, werden auch von großen Herstellern sogenannte "Cost-Downs" gemacht. Hier wird ein Netzteil dann auf demselben Konzept basieren, aber mit anderen, günstigeren Komponenten versehen. Daraus folgt unweigerlich, dass die Leistung des Netzteils abnimmt. Es muss also noch lange nicht heißen, dass ein Produkt sehr gut ist, nur weil es von einem guten Hersteller kommt. Auch die großen Hersteller haben ihre Probleme bei der Produktion wie jede andere Firma auch.
Wer vor der Entscheidung steht, sich ein neues Netzteil zuzulegen, ist mit Produkten der oben genannten Herstellern jedenfalls sehr gut bedient. Es lohnt sich, Firmen ausfindig zu machen, die bei diesen Herstellern einkaufen, da deren Modelle sich meist eher an den Wünschen der Käufer orientieren und dabei gute Leistung bringen. Modelle von FSP zum Beispiel sind technisch sehr gut, müssen aber mit kürzeren Kabelsträngen und wenigen Steckern auskommen. Zudem ist der Service bei vielen einkaufenden Firmen erheblich besser, weil diese Firmen schon lange am Markt präsent sind und mehr Investitionen in Marketing und Service stecken können.
Fazit: Es lohnt sich, bei Netzteilen ein wenig genauer auf das Detail zu schauen und nicht gleich das erstbeste Produkt mit dem geringsten Preis zu kaufen. Sehr preiswerte Netzteile werden reichlich angeboten, von einem Kauf ist in den meisten Fällen aber abzuraten. Zudem empfiehlt es sich, auf fundierte Artikel und Reviews zurückzugreifen und entsprechende Vergleiche anzustellen.
Autor: Christoph Katzer
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Bildergalerie zum Artikel
Freizeitschrauber
13.08.2009 15:19
Die aktuellen PipeRock II und größeren SuperRock von einem Hersteller namens Impervio, die etwas kleineren von Enhance Electronics.
PC-Selbstbauer
12.08.2009 20:51
woher kommen Tagannetzteile?