Windows: XP- und Vista-Service-Packs im Vergleich

PCGH-Test: Windows XP Service Pack 3

Microsoft hat die finale Version des Service Packs 3 für Windows XP veröffentlicht. Wir haben einen Blick auf die Patch-Sammlung geworfen und geprüft, ob es Einbrüche oder gar Verbesserungen bei der Leistung gibt. (Albert, Keipp, 29.04.2008)
 
PCGH test Service Pack 3 (RTM) für Windows XP. (Bild: PCGH)
 
PCGH test Service Pack 3 (RTM) für Windows XP. (Bild: PCGH) [Quelle: siehe Bildergalerie]

Mit Service Pack 3 bringt Microsoft die neueste Auflage der Betriebssystem­pflege für Windows XP. Wie bei fast allen Service Packs der verschiedenen Windows-Versionen enthält auch das XP SP3 alle veröffentlichten Aktualisierungen und Verbesserungen. Außerdem liefert es auch einige neue Fähigkeiten, die den wirkungsvollen Einsatz von Windows-Server-2008-Funktionen ermöglichen. Es wurden jedoch keine besonderen Eigenschaften von jüngeren Windows-Versionen wie Vista implementiert. Zum Beispiel enthält XP SP3 nicht den Internet Explorer 7. Ist dieser trotzdem auf dem System installiert, wird er jedoch aktualisiert. Wir haben hier eine kleine Übersicht über die Neue­rungen für Sie zusammengestellt und überprüft, wie sich das Service Pack 3 auf die Leistung eines Spielesystems auswirkt.

Verfügbare Erweiterungen
Die Microsoft Management Console (MMC) 3.0 ist ein Gerüst zur Verwaltung von "Snap-Ins", die von Microsoft oder Fremdanbietern stammen. Sie ermöglicht eine Vereinfachung und Vereinheitlichung von alltäglichen Aufgaben bei der Systemverwaltung. Mit der Aktualisierung des Microsoft Core XML Services (MSXML) auf Version 6.0 wird die Verlässlichkeit und Sicherheit verbessert. Außerdem wird die Konformität mit den Anforderungen der XML-1.0- und XML-Schema-1.0-Standards des World Wide Web Consortiums (W3C) erhöht. Der Windows Installer 3.1 v2 ist zwar nur ein kleines Update, beinhaltet aber neue Funktionen: So kann beispielsweise eine Patchdatei für XP SP1, SP2 oder SP3 verwendet werden. Der Windows Installer 3.1 v2 ist auch einzeln unter WEBCODE 259T erhältlich.

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Netzwerktechnik
Der System Center Configuration Manager 2007 übernimmt unter anderem die Software-Aktualisierung von Client-Systemen eines Netzwerkes. Dabei kommt der Background Intelligent Transfer Service (BITS) zum Einsatz, der eine Aktua­lisierung nur dann zulässt, wenn die Bandbreite nicht anderweitig benötigt wird. Mit Service Pack 3 wird BITS auf Version 2.5 gebracht. Administratoren freuen sich über die Integration der "IPsec Simple Policy". Damit wird die Zahl der für eine Server- oder Domain-Isolierung benötigten Filter drastisch verringert. Das neue Peer Name Resolution Protocol (PNRP) 2.1 ermöglicht es Anwendungen, zwischen verschiedenen Rechnern ohne Umweg über einen DNS-Server zu kommunizieren. Die bei drahtlosen Netzwerken inzwischen weit verbreitete WPA2-Verschlüsselung wird mit Service Pack 3 direkt in Windows XP integriert.

Neuerungen des Service Pack 3
Verlorene Datenpakete sind bei der Netzwerkkommunikation ein bekanntes Ärgernis. Mit der Black Hole Router Detection verbessert sich die Fähigkeit von Windows XP, Router zu erkennen, die zu einer fehlerhaften Datenübertragung neigen. Die Network Access Protection (NAP) erweitert den Schutz von Netzwerkteilen. Entspricht ein Teilnehmer nicht den "Gesundheits"-Anforderungen des Netzwerks, erhält er keinen vollen Zugriff auf die Umgebung. Er wird in einen gesonderten Bereich gelenkt, in dem er nur über eingeschränkte Handlungsmöglichkeiten verfügt und somit nicht das gesamte Netzwerk gefährdet. Sobald der Teilnehmer den Vorgaben entspricht, werden die Beschränkungen aufgehoben. Das Bedienfeld "Security Options" enthält unter XP SP3 eine umfangreiche Beschreibung der Einstellmöglichkeiten, um schadhafte Veränderungen zu vermeiden. Bei jeder neu angelegten Sicherheitsrichtline für ein System werden Administrator- und Service-Einträge standardmäßig integriert. Diese Einträge können mit der Eingabemaske "Impersonate Client After Authentication" nicht mehr entfernt werden. Das "Microsoft Kernel Mode Cryptographic Modul" stellt Anwendungen Kryptographie-Algorithmen zur Verfügung, dies erleichtert die Verschlüsselung von Daten.

Mitbewerber hatten sich über die Möglichkeit beklagt, Websites durch die Eingabe einer URL in die Adressleiste aufzurufen, die sich bislang unter XP in die Taskleiste integrieren lässt (Rechtsklick auf die Task­leiste, "Symbolleisten" - "Adresse"; die Größe können Sie nur ändern, wenn die Leiste nicht fixiert ist). Mit dem SP3 streicht Microsoft dieses Adressfeld. Das sollte aber niemanden von der Installation des Pakets abhalten.

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Produktaktivierung
Wie bei Windows Server 2003 SP2 und Windows Vista benötigt der Nutzer keinen Aktivierungs-Code für eine vollständige Installation eines Windows XP mit integriertem Service Pack 3. Das Betriebssystem fordert erst später die Eingabe einer Seriennummer.


Vertrieb
XP SP3 wird über Windows Update und das Microsoft Download Center erhältlich sein. Das Service Pack wird auch Kunden mit Mehrfach-Lizenzen, Technet-Abonnenten und MSDN-Abonnenten zur Verfügung stehen. Bei Windows Update variiert die Größe des herunterzuladenden Materials, beläuft sich durchschnittlich aber auf etwa 70 MiByte. Im Download Center müssen etwa 330 MiByte heruntergeladen werden. Grundsätzlich erfolgt die Installa­tion von XP SP3 wie bei SP1 und SP2. Es kann direkt über die Vorgänger gespielt werden. Allerdings werden nur die Sprachen unterstützt, die XP bei der Markteinführung mitgebracht hat. Für Administratoren haben sich im Vergleich zu XP SP2 keine grundlegenden Arbeitsschritte und Richtlinien verändert.



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Bekannte Probleme
Bisher sind nur wenige Probleme mit dem Service Pack 3 aufgetreten. Doch es gibt beispielsweise Schwierigkeiten mit HD-Audio-Klassentreibern (KB888111). So lassen sich die Realtek-Audio-Treiber auf Windows XP SP3 nur mit einem Trick installieren: Extrahieren Sie aus dem aktuellen Realtek-Treiber mithilfe von 7-Zip die Datei kb888111xpsp2.exe (Ordner: WDM_R184/MSHDQFE/Win2K_XP/us). Anschließend entpacken Sie wieder mit 7-Zip alle Dateien aus der kb888111xpsp2.exe. Starten Sie den Gerätemanager und anschließend die Installation des Treibers per "Treiber" - "Treiber aktualisieren". Wählen Sie "Nein, diesmal nicht" - "Software von einer Liste ..." - "Nicht suchen ..." - "Datenträger" und markieren Sie die INI-Datei aus der kb888111xpsp2.exe. Nach dem geforderten Neustart führen Sie wie gewohnt die Setup-Routine des Realtek-Treibers aus.


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Leistung & Fazit
Wir haben Windows XP SP2 mit Service Pack 3 RTM verglichen. Für den Leistungsvergleich kommen Photoshop, Cinebench und 7-Zip zum Einsatz. Als Spiele-Benchmarks setzen wir 3D Mark 2006, Anno 1701, World in Conflict und Call of Duty 4 ein. Die Spiele reagieren kaum oder gar nicht auf das Service Pack 3. 3D Mark 2006 arbeitet mit SP3 messbar schneller. Der Leistungsgewinn ist aber gering und kann auch an Mess-ungenauigkeiten liegen. Das Service Pack 3 verringert die Leistung eines Windows-XP-Systems nicht, teilweise arbeitet der Rechner sogar geringfügig schneller.

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Bildergalerie zum Artikel
 
 
Zu Windows 7, Windows Vista und Windows 8 finden Sie News, Tests und Downloads auf der Windows-Produktseite von PC Games Hardware Online. Ebenfalls spannend ist der Windows 7-Sammelthread auf PCGH Extreme sowie alle wichtigen Treiber für Windows 7.
 
 
 
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