Das große PCGH-Futuremark-Special

3DMark Vantage im PCGH-Benchmark-Test

Nach einigen Verzögerungen und mehr als zwei Jahren Wartezeit veröffentlicht Futuremark heute das neueste Produkt aus der bislang optische Maßstäbe setzenden 3D-Mark-Reihe: Den 3D Mark Vantage. PCGH macht den Test. (Carsten Spille, 28.04.2008)
 
3DMark Vantage: Der neue Standardbenchmark von Futuremark im PCGH-Test
 
3DMark Vantage: Der neue Standardbenchmark von Futuremark im PCGH-Test [Quelle: siehe Bildergalerie]



Systemvoraussetzungen und Geschäftsmodell/Preise
Nicht jedem wird sofort das Vergnügen zuteil werden, den 3D Mark Vantage live erleben zu können, da die Systemvoraussetzungen untypischerweise sehr hoch und auch sehr restriktiv ausfallen. Sollten Sie sich erst einmal selbst ein Bild der Tests machen wollen, bieten wir weiter unten ein exklusives 3D-Mark-Vantage-Video an.

Folgende Grundvoraussetzungen muss Ihr System für den 3D Mark Vantage erfüllen:

• Windows Vista mit Service Pack 1
• Grafikkarte mit Direct-X-10-Unterstützung und 256 MiByte VRAM (Entry: 128 MiByte), DX10.1 wird nicht genutzt.
• CPU mit SSE2-Unterstützung (empfohlen: C2D E6600/A64 X2 6000+ oder höher)
• Speicher: 2 GiByte RAM/ 1 GiByte empfohlen
• Display: Mindestens 1.280x1.024, für alle Presets 1.920x1.200 nötig

Zusätzlich dürfen Sie die kostenlose Version des 3D Mark Vantage (für eingeloggte Community-Mitglieder auch direkt bei uns zum Download, siehe unten) nur ein einziges Mal in den Standardeinstellungen (Performance, 1.280x1.024, kein AA/AF) durchlaufen lassen.
Der 3D Mark Vantage wird in vier Versionen erscheinen:

• Trial (kostenlos)
• Basic ($6.95)
• Advanced ($19.95)
• Professional ($495)

Erst mit der rund 20 US-Dollar teuren Advanced-Version dürfen Sie andere Einstellungen (andere Presets: Entry, High und Extreme) nutzen. Nur die Professional-Variante erlaubt es, die Ergebnisse auch offline einzusehen, ohne sich mit Futuremarks ORB (Online-Result-Browser) verbinden zu müssen. Diese Charakteristika zeichnen die einzelnen Presets aus:

Damit niemand mit einer zu hohen Punktzahl durch den Wechsel auf ein niedriges Preset hausieren gehen kann, erhalten die Gesamt-Scores den jeweiligen Buchstaben des Presets, mit dem sie erreicht wurden, vorangestellt.


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Die Einzeltests
Wie üblich, besteht auch 3D Mark Vantage aus mehreren, sogenannten Game-Tests und zwei CPU-Tests, welche allesamt in die Wertung mit einfließen. Zusätzlich gibt es noch einige Feature-Tests, die zwar ebenfalls Fps- oder andere Werte liefern, für das Zustandekommen einer finalen Punktzahl aber irrelevant sind. Ziel der Futuremark-Veteranen war es, die Leistung von CPU, GPU und sogar der PPU, welche im CPU-Test Physics Simulation genutzt wird, soweit wie möglich zu isolieren.

Die Punkte errechnen sich wie folgt:






Graphics Test 1: Jane Nash:

Dieser Test zeigt Agentin Jane Nash - der Startbildschirm erinnert an die Austin-Powers-Filme und No One Lives Forever - bei der Flucht aus einer wasserdurchfluteten Höhle vor "den bösen Jungs", die ihre Pläne durchkreuzen wollen. Nach einer wilden Schiesserei flieht Jane mithilfe eines echten "James-Bond"-Bootes und lässt die Verfolger auf ihren an Motorschlitten erinnernden Jet-Skis nach dem Verlassen der Höhle ganz schön blöd aus der Wäsche gucken - mehr wollen wir an dieser Stelle noch nicht verraten.
Futuremark charakterisiert "Jane Nash" so:

• Lots of static objects
• Lots of complex dynamic skinned objects
• Cascaded shadow maps using PCF filtering
• Very few instanced objects
• No ray-marching (volumetric) effects
• Cloth simulation
• Anisotropic materials (math-heavy)
• Caustics
• Hierarchical rendering passes to render water reflection and refraction

Graphics Test 2: New Calico

Das Weltraumabenteuer New Calico erinnert etwas an eine Mischung aus der Schlacht über Coruscant zu Beginn von Star Wars III: Rache der Sith und den Flug durch das Asteroidenfeld in Star Wars V: Das Imperium schlägt zurück. Gigantische Explosionen auf dem Planeten, riesige Raumkreuzer, schnelle, kleine Jäger und eine Unmenge Weltraumfelsen ergeben eine imposante Szenerie, die sich laut Futuremark durch folgende Technologien auszeichnet:

• Almost entirely consists of moving objects
• No skinned objects
• Variance shadow mapping shadows
• Lots of instanced objects
• Local and global ray-tracing effects (Parallax Occlusion Mapping, True Impostors and volumetric fog)

CPU-Test 1: A.I.

Im ersten CPU-Test werden Wegfindungsroutinen für die Piloten von kleinen Flugzeugen berechnet, welche zwischen Pfosten und Toren navigieren - nach Möglichkeit, ohne miteinander zu kollidieren. Die Punktzahl bemisst sich nach der Anzahl der Pläne, die die CPU für die verschiedenen Flugzeuge pro Sekunde berechnen kann. Laut Futuremark ist der Test extrem parallel ausgelegt und Multicore-CPUs können so maximal ausgenutzt werden.

CPU-Test 2: Physics Simulation

Im Physik-Test werden wiederum Flugzeuge dargestellt und simuliert, welche bei einer Flugshow durch verschiedene Hindernisse navigieren sollten. Darunter befinden sich aufblasbare Toren und Pfeiler, deren Verhalten physikalisch simuliert wird. Ebenso ergeht es den Rauchfahnen, die die Flugzeug hinter sich herziehen und den Trümmern der Flugzeuge, die nicht soviel Glück hatten, die Hindernisse zu vermeiden. Je eine Simulation mit mehreren Flugzeugen, einem Torus und einem Pfeilerpaar wird pro CPU-Kern durchgeführt. Ist eine Ageia-Physx-Karte im System, kommt sie in diesem Test zum Einsatz.



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Neben zwei eher unspannenden Füllratentests - immerhin wird in Feature-Test 2 ein 16-Bit-FP-Format (HDR-tauglich) genutzt, existieren noch vier interessante Shader-Tests:

Parallax-Occlusion-Mapping (POM, Feature-Test 3):

Hier wird mittels Height-Map eine detaillierte Landschaft mit nur zwei echten Dreiecken simuliert und ist dementsprechend sehr Pixel-Shader-lastig. Die Technik nutzt eine Strahlverfolgung, die gegen die erwähnte Höhentextur gerechnet wird. Die dafür nötigen Shader benötigen eine hohe Texturleistung, dynamisches Branching und auch traditionelle Beleuchtungsberechnungen.

eine Stoffsimulation auf der GPU (Feature-Test 4)

Zwölf Flaggen mit dem Futuremark-Logo wehen im Wind. Die Tuchbewegungen werden über eine Vertex-Simulation errechnet, die durch Stream-Out-Nutzung eine hohe Vertex- und Geometry-Shader-Last erzeugt.

eine GPU-Partikelsimulation (Feature-Test 5)

Hunderttausende Partikel werden gegen eine Höhentextur getestet und erzeugen so die Silhouette einer liegenden Person. Jedes hereinkommende Vertex wird per Geometry-Shader zu einem vollständigen (kleinen) Rechteck aufgebohrt und erhält so eine darstellbare Größe. Auch dieser Test belastet via Stream-Out Shader-Einheiten mit Vertex-Programmen.

Ein Perlin-Noise-Test (Feature-Test 6)

Im Perlin-Noise-Test wird ein Basiselement prozeduraler Texturierung nachgebildet. Diese kommt in der Regel ohne echte Texturzugriffe aus und ist somit extrem rechenlastig, wie auch der Perlin-Noise-Test im 3D Mark Vantage.

Der 3D Mark Vantage rechnet laut Entwicklern durchgehend im Gleitkommaformat mit 16 Bit pro Komponente und erfüllt damit die Kriterien für Echtzeit-HDR-Rendering. Sämtliche Cube-Map-Texturen sind ebenfalls in einem HDR-Format gespeichert. Um unnötigen Aufwand zu reduzieren, wird ein vorgezogener Tiefen-Pass für bestimmte Materialien durchgeführt.

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Natürlich hat sich PCGH nicht nur theoretisch mit dem 3DMark Vantage beschäftigt, sondern auch eine Vielzahl von Tests durchgeführt. Insgesamt prüften wir 40 Prozessoren und 26 Grafikkarten-Setups.



Grafikkarten-Analyse: 3DMark Vantage
Die schnellste Grafikkarte für den 3DMark Vantage ist die 9800 GX2 von Nvidia. Ein SLI-Verbund aus genannten Karten ist momentan unschlagbar. Multi-GPU und Multi-CPU-Syteme führen im 3DMark Vantage zu spürbar mehr Leistung. Die AMD HD 3870 X2 kann sich zwar vor die 8800 Ultra setzen, kommt aber nicht an die Leistung einer 9800 GX2 heran. AMD-Karten scheinen es im 3DMark Vantage schwerer zu haben. Im 3DMark06 waren Grafikkarten von AMD noch an der Spitze, mit Vantage hat sich das Blatt allerdings gewendet.

Ob das Service Pack 1 für Vista installiert ist oder nicht, macht keinen Unterschied. Die Punktzahl ändert sich nur minimal im Zehnerbereich, was aber auf die Messungenauigkeit zurückzuführen ist. Ein Physikbeschleuniger von AGEIA wird von Vantage unterstützt und macht sich auch in der Punktzahl bemerkbar: So steigt die CPU-Punktzahl mit unserem 4GHz-Penryn um 1.500 Punkte, die Gesamtpunktzahl mit einem 9800-GTX-SLI-Gespann fällt immerhin 200 Punkte höher aus. Der Physikbeschleuniger kommt allerdings nur beim zweiten CPU-Test, dem Physiktest zum Einsatz. Hier werden mit der PPU drei weitere Ringe berechnet. Im Performance-Modus hat die Größe des VRAMs keinen Einfluss auf die Leistung. In erster Linie ist die Rechenleistung der GPU entscheidend.



Das Testystem für die Grafikkartenbenchmarks:
Intel Core 2 Extreme QX9650 @ 400x10, 4GHz
Zotac Nforce 790i SLI-Supreme (Nforce 790i SLI Ultra)
2x 1.024 MiByte Teamgroup DDR3-1866 @ 800 MHz, 8-8-8-24
Windows Vista 32 Bit
Geforce 175.12 (High Quality)

CPU-Skalierung
Wie schon beim 3DMark06 skalieren die CPU-Tests des neuen 3DMarks mit jedem zusätzlichen Prozessorkern. Zwei Kerne sind annähernd doppelt so schnell wie einer, Vierkerner dominieren selbst die schnellsten Dualcores. Wieviel Cache die CPU zur Verfügung hat, ist oft nicht von Relevanz: Den E4300 (2 MiByte) trennen nur wenige Punkte vom E2160 (1 MiByte); erst der Celeron-Dualcore E1200 fällt deutlich ab. AMDs Phenom X4 9850 arbeitet auf dem bekannten Niveau des Core 2 Quad Q6600, die Dreikerner liegen knapp über dem Niveau der Zweikern-Topmodelle von Intel.

Weitere Tests und Analysen folgen.

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Bildergalerie zum Artikel
 
 
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Intel Core i7-9xx (Vier Kerne) (5.28%)
Intel Core i7-8x0/i5-7x0 (5.14%)
Intel Core 2 Quad (Extreme) (9.72%)
Intel Core 2 Duo (Extreme) (3.61%)
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