AMD Phenom 9850 BE: AMDs neues Top-Modell im PCGH-Test [Quelle: siehe Bildergalerie]
Mit zwei Problemen hatten bisherige Phenom-Modelle zu kämpfen: einem lästigen Fehler im Silizium, als "TLB-Bug" bekannt, und zu niedrigen Taktfrequenzen, die AMDs Hoffnungsträger nur mit Mühe auf das Niveau von Intels alternder Kentsfield-Garde hievten. Beide Probleme will AMD nun mit neuen Phenom-Modellen in der
Revision B3 anpacken.
Der
TLB-Bug alias
Erratum 298 hängt mit einem speziellen Zwischenspeicher zusammen, dem sogenannten
Translation Lookaside Buffer, und kann in seltenen Fällen zu Rechenfehlern führen. Das mag für den professionellen Einsatz des Phenom-Verwandten Opteron relevant sein, für im PC-Alltag ist es das aber nicht. Die eilends von den meisten Mainboard-Herstellern ins BIOS integrierten Bugfixes sollten Spieler also besser abschalten, denn die Umgehung des Fehlers kostet bis zu 20 Prozent Performance, in Einzelfällen auch mehr. Das alles ist mit dem frischen B3-Stepping Vergangenheit, der Fehler im Silizium behoben - der 9850 wird natürlich schon im B3-Stepping gebaut.
Performance: Phenom 9850 Hilft der höhere Takt der bislang eher enttäuschenden Phenom-Performance auf die Sprünge? Unsere synthetischen Benchmarks ordnen den
Phenom X4 9850 BE mit seinen 2,5 Gigahertz genau da ein, wo wir ihn erwarteten: zwischen den (nie erschienenen) Modellen 9700 und 9900 mit 2,4 respektive 2,6 GHz und "aktivem" TLB-Bug. Ein weiterer Beleg dafür, dass AMD an der Architektur nichts verändert hat.
Anderes Spielfeld, gleiches Ergebnis: In den von uns getesteten Spielen
World in Conflict und
Anno 1701, beide recht CPU-lastig, ordnet sich das neue Topmodell ebenfalls wie erwartet ein. Der 9850 BE ist damit zweifellos der schnellste Phenom, den es je zu kaufen gab. Doch die Konkurrenz lauert nicht im eigenen Hause, sondern bei Intel,und deren langsam auslaufender Kentsfield liegt mit dem
Q6600 immer noch knapp vorne - ganz zu schweigen von der aktuellen Yorkfield-Generation, die in Form des ebenfalls mit 2,5 GHz laufenden
Q9300 unerreicht bleibt.
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Übertaktbarkeit Phenom 9850 Als Modell der elitären "Black Edition"-Reihe bietet der
Phenom X4 9850 BE einen nach oben offenen Multiplikator, der standardmäßig bei 12,5 liegt. Damit Speicher und Chipsatz innerhalb der Spezifikation laufen, bietet es sich daher an, zum Übertakten den Referenztakt bei 200 Megahertz zu belassen und stattdessen den Multiplikator zu erhöhen. Mit der Standardspannung von 1,3 Volt konnten wir den Phenom stabil mit bis zu 3 GHz betreiben. Eine Erhöhung der Kernspannung auf 1,45 Volt und der alternative Weg über den Referenztakt brachten kein besseres Ergebnis. Ob nun der Prozessor oder der
AMD-Chipsatz 790FX die Schuld an dieser spannungsunabhängigen Taktgrenze trägt, lässt sich noch nicht sagen.
Fazit: Phenom 9850 Mit dem Phenom X4 9850 Black Edition gibt es für rund 230 Euro den derzeit schnellsten Phenom, der zudem nicht vom TLB-Bug beeinträchtigt wird. Doch die Konkurrenz aus dem Intel-Lager liegt in Sachen Leistung immer noch vorne: erst der auf 3 Gigahertz übertaktete Phenom kann dem Intel Q9300 Paroli bieten - bei Taktgleichstand liegt die Intel CPU zum Teil deutlich vorne.
Das plötzliche Ende der Overclocking-Möglichkeiten bei 3 Gigahertz lässt auf ein Problem außerhalb der CPU schließen: auch mit deutlich erhöhter Spannung war kein höherer Takt zu erreichen. Ob da kommende Steppings der CPU oder andere Chipsätze Abhilfe schaffen können, ist noch unklar.
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