Von Final Reality bis 3DMark Vantage

PCGH-History: alle 3DMarks im Überblick

Gerüchteweise will Futuremark in den nächsten Tagen seinen neuen 3DMark Vantage veröffentlichen. Grund genug, im Vorfeld alle bisher erschienenen 3DMarks miteinander zu vergleichen. (Bayer, Spille, 25.04.2008)
 
3DMark Special: Alle 3D Marks im direkten Vergleich bei PCGH.de
 
3DMark Special: Alle 3D Marks im direkten Vergleich bei PCGH.de [Quelle: siehe Bildergalerie]

Mit dem 3DMark 99 (Release: Ende 1998) fing alles an: Damals hieß Futuremark noch Mad Onion (also "verrückte Zwiebel"), erst Ende 2002 wollte man sich mit dem "Mark" im Firmennamen auch der Benchmarkreihe annähern. PCGH betrachtet den Werdegang der einzelnen Benchmarks von damals bis zum 3DMark Vantage heute.

Final Reality: der erste 3DMark?

Anfangen wollen wir dem Final Reality Benchmark, der schon im Mai 1997 auf den Markt kam (Retro: Final Reality - 10 Jahre 3D-Mark). Er stammt zwar nicht von Futuremark (tatsächlich wurde Futuremark erst 1997 gegründet), wurde aber unter anderem vom ebenfalls finnischen Studio Remedy Entertainment entwickelt. Insofern kann man Final Reality als Vorgänger der 3DMark-Serie ansehen.

Damals bissen sich illustre Chipsätze wie S3s Virge 3D, die Matrox Mystique 220 und andere die Zähne am Final Reality aus. Erst die Voodoo Graphics konnte den Test vernünftig darstellen.

3DMark 99/MAXX

Vom 3DMark 99 gab es zwei Varianten, die Standardversion und später auch die MAXX-Variante mit einigen erweiterten Tests. Technisch basierte der Benchmark auf Direct X 6, und so waren es wie so oft die Grafikkarten, welche die Leistung limitierten. Immerhin ließen sich beim 3D Mark 99 schon die erzielten Werte mit anderen vergleichen.

Systemvoraussetzungen waren damals ein Pentium 166, 32 MiByte Arbeitsspeicher sowie wie erwähnt ein DX6-3D-Beschleuniger.

3DMark 2000

Der 3DMark 2000 läutete das Direct-X-7-Zeitalter ein. Die minimalen Systemvoraussetzungen wurden von Mad Onion zwar nur auf einen Pentium 166, 64 MiByte Arbeitsspeicher und einen DX7-3D-Beschleuniger angehoben, richtig flüssig lief der 3D Mark 2000 damit aber nicht. Ein Pentium II war schon gefordert. Fast schon legendär ist die Hubschrauberszene, die nicht ganz von ungefähr an Comanche erinnert.

Beim 3DMark 2000 konnte man die erzielten Werte in die Datenbank von madonion.com hochladen, um seinen Rechner besser mit anderen vergleichen zu können. Die Tür für Übertaktungs-Weltrekorde war damit weit aufgemacht.

3DMark 2001/SE

Der 3DMark 2001 erlebte ebenfalls zwei Editionen, einmal Standard und später auch noch SE. Zum ersten Mal wurde eine Grafikkarte der Direct-X-8-Generation gefordert, also eine Geforce 3 oder Radeon 8500. Beim 3DMark 2001 SE kam zum ersten Mal auch Direct X 8.1 zum Einsatz.

Auffallend war, dass der 3DMark 2001 zum ersten Mal Spieletests im Baukasten-Prinzip mit unterschiedlichen Hardwareanforderungen verwendete. Der berühmt-berüchtigte Naturetest, der bei der Veröffentlichung des 3DMark 2001 am 14.03.2001 nur von der Geforce 3 berechnet werden konnte, sorgte für einigen Aufruhr. Auch der bei der SE-Variante eingeführte Pixel-Shader 1.4-Test blieb nicht ohne Kritik, da er ebenfalls nur von bestimmten Chips wie dem Radeon 8500 dargestellt werden konnte.

Ebenfalls spannend: Madonion bot damals ein Minispiel an, wenn man unter "Project" das Wort "Holy Cow!" eingab. Und schon heute Legende: die Matrixszene im Max-Payne-Stil.

3DMark 2003

Am 11.02.2003 berichtete PCGH schlicht und ergreifend: 3DMark 2003 ist fertig!. Zum ersten Mal wurde die Fähigkeiten einer Direct-X-9-Grafikkarte ausgenutzt, wenn auch nur für den Game Test 4. Wer noch mit einer DX7-Karte unterwegs war, sah tatsächlich nur Test 1 (Wings of Fury); wer eine DX8-Karte mit Pixel Shader 1.1 sein eigen nannte, sah immerhin die Tests 2 und 3 (Battle of Proxycon, Troll's Lair). Nur wer mindestens einen 3D-Beschleuniger mit R300- oder NV30-Chipsatz besaß, durfte sich an Mother Nature erfreuen. Dazu kamen weitere synthetische Tests.

Interessanterweise schoss Nvidia massiv gegen den 3D Mark 2003, weil die Tests 2 + 3 von Pixel-Shader-1.4-Karten Vorteile verschafften. Nvidia riet damals davon ab, den 3DMark 2003 als Standard-Benchmark zu nutzen (Nvidia: massive Kritik an 3D Mark 2003). Später eskalierte die Auseinandersetzung durch den sogenannten Schummeltreiber für FX-Karten (Nvidia vs. Futuremark - der Disput geht weiter). Doch Futuremark und Nvidia vertrugen sich dann recht schnell (Futuremark und Nvidia auf Schmusekurs). Nicht zu bremsen war allerdings der "Optimierungswahn", den alle Chiphersteller betrieben, um unter anderem beim 3D Mark besonders gut auszusehen. Das veranlasste Futuremark zur Veröffentlich der vier Gebote gegen Optimierungen (Futuremark: vier Gebote gegen 3D-Mark-Optimierungen).

Die Hardwareanforderungen des 3DMark 2003 waren heftig. Futuremark gab empfohlene Systemvoraussetzungen heraus, die eine 2 GHz schnelle CPU und eine DX9-Karte mit 128 MiByte VRAM umfassten - zu hoch für viele aktuelle Rechner.


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3DMark 05

Am 29.09.2005 erschien die 2005er-Fassung des 3D Marks. Diesmal blieben alle Grafikkarten außen vor, die nicht mindestens dem Shader 2.0-Standard von Direct X 9 entsprachen. Der Tester konnte gar auswählen, welches Shaderprofil (2.0, 2a, 2b oder 3.0) zum Einsatz kommen sollte. Drei Game Tests ließen sich im 3D Mark 05 auswählen, und zwar Return to Proxycon (die Fortsetzung aus dem 3D Mark 03), Firefly Forest und der quietschbunte Canyon Flight.

Auch im 3DMark 05 gab es ein Easter Egg: Dazu musste man die 3DMark-Verknüpfung wie folgt ergänzen: 3DMark05.exe -lehmä. Letzteres heißt übrigens schlicht "Kuh". Wer jetzt die Demo-Sequenz laufen lässt, bekommt am Ende, am Credits-Sreen, statt den bekannten Delfinen fliegende Kühe ("Cowlfins") zu sehen.

3DMark 06

Der aktuelle 3DMark 06 erschien am 18.01.2006. Wieder waren Grafikkarten mit Pixel Shader 2.0 die Minimalvoraussetzung, allerdings integrierte Futuremark zwei HDR-Tests, der PS-3.0-Karten vorbehalten war. Als Prozessor wollte Futuremark mindestens eine 2,5 GHz CPU und 1 GiByte Arbeitsspeicher. Als Game Tests kamen Proxycon, Firefly Forest, Canyon Flight und Deep Freeze zum Einsatz.



3DMark Vantage

Noch gibt es wenig gesicherte Informationen zum kommenden 3DMark. Bei den Systemanforderungen für den 3DMark Vantage setzt Futuremark auf den Pfad, den sie schon beim PC Mark Vantage eingeschlagen haben: 3D Mark Vantage erscheint nur für Windows Vista. Entsprechend verlangt Futuremark auch nach einem Direct-X-10-Beschleuniger, als Prozessor wird ein Core 2 Duo E6600 genannt. 2 GiByte Arbeitsspeicher werden vorausgesetzt.

Das Preismodell folgt dem PCMark Vantage: Die kostenlose Variante läuft nur einmal durch, wer mehr Durchläufe benötigt, muss mindestens 5 Euro investieren. Rund 20 US-Dollar gehen für die Version des 3DMark Vantage drauf, die neben den Standard-Durchläufen auch manuelle Einstellungen erlaubt.



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