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Heute lässt Nvidia die Katze aus dem Sack und bringt knapp vor AMD die neue DX10-Performance-Mittelklasse im 200-Euro-Bereich auf den Markt. Der ausführliche PCGH-Online-Test sagt Ihnen, ob DX10-Kompatibilität und Spiele-Power jetzt auch im Bereich von 250 Euro unter einen Hut zu bringen sind.Inhalt:•
Technische Eckdaten und Lautheit•
Leistungsaufnahme•
Benchmarks: Einleitung und Crysis•
Benchmarks: World in Conflict•
Benchmarks: Call of Juarez•
Benchmarks: UT3 Demo•
Benchmarks: PT Boats•
Benchmarks: Bioshock und Fazit•
Benchmark-Update: 3D Mark 06•
Update: Karten verschiedener Hersteller im Preisvergleich gelistetPosition: MittelfeldMit seinen sieben Gruppen zu je 16 Ausführungseinheiten (112 ALUs) schließt der Geforce 8800 GT die Lücke zwischen der alten 8800 GTS und GTX. Dank hoher Arbeitsfrequenzen von 600 MHz Kern- und 1.500 MHz Shadertakt liegt die Karte in puncto Rechenleistung nur noch knapp drei Prozent hinter einer 8800 GTX. Die Speicheranbindung übernehmen vier ROP-Partitionen. Mit je 64 Bit und den 512 MiByte 900-MHz-GDDR3-RAM verhelfen sie der GF8800 GT zu einer Bandbreite von guten 57,6 GiByte pro Sekunde. Das entspricht 90 Prozent der Speichertransferleistung einer GF8800 GTS.
Von den technischen Daten her dürfte die 8800 GT also näher an der 8800 GTX als an der 8800 GTS liegen - die Namensgebung "GT" ist daher etwas verwirrend. Laut Nvidia wollte man die Tradition der 6600 GT, 7600 GT und 7900 GT als sehr gute Preis-Leistungs-Produkte fortführen.
FeintuningDie Vorlage für die einzelnen Funktionseinheiten lieferte der in der Geforce-8600-Reihe verwendete G84-Chip. Der resultierende G92-Prozessor beherbergt Verbesserungen wie eine erhöhte Leistung bei der Textur-Adressierung. Konnte der in der Geforce 8800 zum Einsatz kommende G80-Chip nur halb so viele Texturen adressieren wie filtern, so liegt das Verhältnis nunmehr bei 1:1 wie schon bei der GF8600/8500/8400.
Über ein PCI-Express-2.0-Interface kann die Karte theoretisch knapp doppelt so schnell mit Daten aus dem Arbeitsspeicher versorgt werden wie bisherige Modelle. Der Standard ist aber abwärtskompatibel, sodass Sie eine Geforce 8800 GT auch problemlos in einem bereits vorhandenen Mainboard mit PCI-E-1.1-Anschluss betreiben können. Den Betrieb verweigerte die Karte aber in einem 4-Core-Dual-VSTA-Mainboard von Asrock.
Ein Single-Slot-Kühler mit kleinem 65-Millimeter-Radiallüfter führt die Abwärme von bis zu 105 Watt ab - auch unter Last arbeitet er mit 0,8 Sone bzw. 27 dB(A) sehr leise. Im 2D-Betrieb messen wir sogar nur 0,4 Sone, eine 8800 GTS ist geringfügig lauter (ca. 0,6 Sone). Der leise Kühler bringt auch Nachteile mit sich. So liegt die GPU-Temperatur in Spielen schon nach wenigen Minuten bei 91 Grad Celsius. Laut Nvidia sind aber erst Werte um die 100 Grad Celsius bedenklich. Auch die ausgelesene Umgebungstemperatur welche rund um die GPU herrscht, könnte etwas niedriger ausfallen und ist mit 72 Grad Celsius recht hoch.
Trotz der hohen Temperatur haben wir es gewagt, unser Testmuster zu übertakten. Mit der aktuellen Powerstrip-Beta ist es uns gelungen, die Karte von 600/900 MHz auf 720/1.050 MHz zu übertakten.
Positiv ist anzumerken, dass die Leistungsaufnahme im 2D-Betrieb sowie unter Last deutlich geringer ausfällt als noch bei den G80-Chips der anderen 8800-Modelle. In unserem Core-2-PC liegt die Leistungsaufnahme im 2D-Betrieb bei 143 Watt und im 3D-Betrieb bei nur 199 Watt. Zum Vergleich: Im gleichen System braucht eine Geforce 8800 GTX unter Windows 187 Watt und im 3D-Betrieb 283 Watt. Hier spielt der neuere Fertigungsprozess des G92 mit 65 Nanometern Strukturbreite eine entscheidende Rolle. Ihm ist es auch zu verdanken, dass Nvidia in den satten 754 Millionen Transistoren auf 289 Quadratmillimetern Fläche noch den Video-Prozessor der Geforce-8600-Reihe unterbringen konnte.
Für HD-Beschleunigung der Kompressionsformate H.264 und VC-1 ist also größtenteils gesorgt - wenn auch nach wie vor die CPU einen Teil der VC-1-Dekodierung übernehmen muss. Hier haben die Ra-deon-Karten der HD2000-Reihe noch Vorteile.
Ein möglicher Negativpunkt ist der fehlende D3D10.1-Support. Inwieweit diese Funktionen aber bereits verfügbar sind oder durch den Treiber ermöglicht werden, können wir bislang nicht sagen.
BenchmarksWir haben einen großen Teil unserer Online-Benchmarks unter Windows Vista x86 durchgeführt. Dabei greifen wir auf den offiziellen WHQL-Catalyst 7.10 für die Radeon-Karten und Nvidias Beta-Treiber 167.37 für die Geforce-Modelle zurück - eine Ausnahme bildet die Single-Player-Demo von Crysis: Hierfür verwenden wir den aktuellen Beta-Treiber 169.01 für die Geforce.
Neben aktuellen Spielen wie Bioshock, World in Conflict, der Crysis SP-Demo, der UT3-Demo kommen auch einige synthetische Tests zum Einsatz: Der Rightmark3D in Version 2.0 unterstützt auch Shader-Model 4, mithilfe des Fable- und des Villagemark prüfen wir die Textur- und Stencilleistung der Karten. Die drei Programme von Ozone.net geben Aufschluss über die Rechenleistung unter Verwendung von Open GL.
Crysis, wenn auch nur in der Single-Player-Demo, darf für leistungsstarke DX10-Karten natürlich nicht fehlen. Zum Einen haben wir einen Test in 1.280x1.024 mit den verschiedenen Detailstufen Low, Medium, High und Very High im Angebot, zum anderen einen Vergleich in 1.024x768 und 1.280x1.024 mit aktiviertem 4x FSAA in der Detailstufe "High".
Solange reine Rechenleistung gefragt ist, wie bei unseren Tests mit hoher und sehr hoher Detailstufe, positioniert sich die 8800 GT in der Crysis-Demo etwa mittig zwischen Geforce 8800 GTS und GTX. Doch schon in 1.280x1.024 mit 4x FSAA scheinen sich abermals die 512 MiByte VRAM oder die vergleichsweise geringe Speicherbandbreite limitierend auszuwirken und die 8800 GT kann sich nur noch knapp vor der 8800 GTS halten.
World in Conflict: Für unseren World-in-Conflict-Benchmark verwenden wir die integrierte Benchmark-Funktion des Spiels. Diese zeigt eine extrem fordernde Sequenz mit schnellen Kameraschwenks, einer Vielzahl von Einheiten und heißer Schlachtfeld-Action. Auch diese Sequenz dürfte eher zu den anspruchsvolleren Szenen im Spiel zählen, sodass die Werte hier repräsentativ ausfallen. Trotz unseres sehr schnellen Prozessors kleben die vier schnellsten Karten, unter ihnen die 8800 GT, bei rund 50 Fps am CPU-Limit, sofern FSAA und AF deaktiviert bleiben. Mit 15 bis19 Prozent Vorsprung auf die 8800 GTS spielt die neue Nvidia-Karte auch hier bei den ganz Großen mit - egal ob DX9- oder DX10-Modus.
Schalten Sie FSAA und AF hinzu, fallen sowohl HD2900 XT als auch GF8800 GT zurück. Im Falle der 8800 GT auf 37 Fps - das entspricht 10 (DX10) bzw. 20 Prozent Rückstand (DX9) zur Spitze. Die 2900 XT fällt hier auf rund 30 Fps deutlich weiter zurück.
Call of Juarez hat erst kürzlich eine Erweiterung auf Direct X 10 spendiert bekommen. Diese haben wir installiert und sind anstelle des integrierten Benchmarks von einem Savegame in der Stadt Hope aus einen festgelegten Weg abgelaufen. Die Resultate haben wir mit Fraps festgehalten. Da Call of Juarez hierzu die Möglichkeit bietet, haben wir im Spiel die höchstmögliche Qualität mit HDR-Rendering und Kantenglättung aktiviert.
Wie deutlich zu sehen ist, sind unter Direct X 10 im von uns gewählten Setting bereits Karten mit 512 MiByte Videospeicher überfordert: Sowohl der HD2900 XT als auch der GF8800 GT brechen die Fps weg, sodass sogar die im DX9-Modus deutlich langsamere GF8800 GTS mit 640 MiByte ca. 50 Prozent vor den beiden Karten liegt. Solange das VRAM jedoch ausreicht - also bsw. im DX9-Modus, kann die 8800 GT sogar mit der über 200 Euro teureren GF8800 GTX mithalten.
Die kürzlich erschienene
UT3-Demo darf in unserem Test natürlich nicht fehlen. Hier kommt auch unser altbewährtes Testsystem mit C2D E6600 und Windows XP zum Einsatz - nicht der Quadcore unter Vista, wie bei den restlichen Benchmarks. Hier messen wir mangels Speicherpunkten und reproduzierbarer Botmatches eine 60-sekündige Flyby-Sequenz auf dem Level CTF Suspense. In dieser anspruchsvollen Map werden die niedrigsten Fps-Raten innerhalb der UT3-Demo erreicht.
In allen drei Auflösungen mit aktiviertem 16:1 AF (FSAA wird nicht fehlerfrei unterstützt) kann sich die 8800 GT dank ihrer hohen Textur- und Rechenleistung dicht hinter der Geforce 8800 GTX halten und sowohl die GTS als auch die HD2900 XT mit zum Teil über 20 Prozent Vorsprung deutlich abhängen.
PT Boats ist ein reiner DX10-Benchmark des kommenden Spiels der russischen Entwickler von Akella. Der Test zeichnet sich durch eine sehr hohe geometrische Komplexität aus da die Wasserdarstellung mithilfe von Geometrie animiert wurde. Die Wasseroberfläche hebt und senkt sich im Wellengang, einschlagende Granaten erzeugen ebenfalls neue Wellen.
Während mit mittleren Details und unter Verzicht auf FSAA und AF die GF8800 GT abermals am oberen Ende der Benchmarkskala vertreten ist, reicht es mit der höchsten Detailstufe nur noch für einen Platz in der Mitte zwischen 8800 GTX und GTS. Die HD2900 XT wird weiterhin klar distanziert. Mit aktiver Kantenglättung und AF gehen der 8800 GT die Bits im Videospeicher aus - offenbar benötigt neben Call of Juarez auch PT Boats in 1.280x1.024 mit 4x MSAA mehr als 512 MiByte VRAM.
Bioshock: Hier messen wir per Fraps 25 Sekunden aus der Endsequenz des Spiels. Diese zählt zu den anspruchsvollsten Szenen während des Unterwasserabenteuers in Rapture: In der Regel erreichen Sie höhere Fps-Raten in den übrigen Szenen des Spiels.
Im Direct-X-9-Modus liegt die GF8800 GT ziemlich genau zwischen 8800 GTX und GTS, fällt sich aber in der höheren Auflösung beinahe auf GTS-Niveau zurück. Unter Direct X 10 scheint eher die Rechenleistung der ausschlaggebene Faktor zu sein, sodass die 8800 GT sich auch in 1.920x1.200 deutlich von der 8800 GTS absetzen kann.
Liegt in Direct X 9 noch die HD2900 XT mit etwa 18 Prozent in Front, wird sie im DX10-Modus von der 8800 GT deutlich abgehängt. Hier führt die GT mit 20 (1.920x1.200) bzw. über 30 Prozent (1.280x1.024) vor der HD2900 XT.
Fazit: Nvidias Geforce 8800 GT verbraucht dank eines neuen Fertigungsprozesses 84 Watt weniger als eine GTX, kostet dabei nur 200 bis 250 Euro anstatt 450 Euro und liegt von der Performance nur knapp hinter einer 8800 GTX. Damit ist eine bezahlbare Grafikkarte für Crysis kein Wunschtraum mehr.
Die von uns vergebene Note berücksichtig die Ausstattungsmerkmale wie Software oder Kabel nicht; Herstellerkarten mit Ausstattung können bessere Einzelwertungen erhalten.
In einem kleinen Nachtest haben wir die Leistung der Geforce 8800 GT im 3D Mark 06 mit den anderen leistungsstarken DX10-Karten oberhalb 200 Euro verglichen.
Settings: C2Q 333*10 MHz, 2x1.024 MiByte DDR2-1066 (5.5.5.15), Windows Vista 32 BitSettings: C2Q 333*10 MHz, 2x1.024 MiByte DDR2-1066 (5.5.5.15), Windows Vista 32 BitUpdate: Hersteller präsentieren ihre 8800-GT-KartenNatürlich haben heute zum Launch der Geforce 8800-GT-Karte etliche Hersteller entsprechende Karten vorgestellt. Wir haben diese Karte für Sie in einer Liste zusammengefasst, die meisten Modelle unterscheiden sich nur durch Beilagen - übertaktete Karten sind aber ebenfalls vorgestellt worden.
Karten mit Standard-Takt:•
Albatron 8800GT-512•
Biostar V8803GT52•
Elitegroup 8800 GT•
TwinTech GeForce 8800 GT•
Leadtek WinFast PX8800 GT TDH•
MSI NX8800GT-T2D512E, GeForce 8800 GTKarten mit werksseitigem Overclocking:•
Leadtek WinFast PX8800 GT TDH Extreme•
Zotac GeForce 8800 GT AMP! EditionWeitere Karten gibt es in unserem
Preisvergleich.
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