Gibibyte, Yobibyte: die korrekten Bezeichnungen im Detail [Quelle: siehe Bildergalerie]
Grund für diese Norm: Die im täglichen Sprachgebrauch verwendeten Präfixe wie "kilo" oder "mega" für "Kilobyte" und "Megabyte" bezeichnen eigentlich Vielfache, die auf Zehnerpotenzen (10 hoch x) basieren. Ein Kilobyte ist demnach die Menge von genau 1.000 Byte - und nicht von 1.024, wie die meisten glauben. Das Wort "kilo" entstammt dem Griechischen und heißt "tausend"; in der Physik steht ein Kilogramm schließlich auch für 1.000 Gramm und ein Megahertz entspricht exakt einer Million Hertz.
In der Datenverarbeitung jedoch wird üblicherweise mit binären Größen gearbeitet, Angaben von Speichermengen basieren auf Zweierpotenzen (2 hoch x). Denn Grundlage der Datentechnik ist das Bit, eine binäre Einheit, die mit 0 und 1 nur zwei verschiedene Werte repräsentieren kann. Wenn Sie Ihrem PC ein Gigabyte Arbeitsspeicher gönnen, meinen Sie damit ergo nicht 1.000 (10 hoch 3), sondern 1.024 (2 hoch 10) Megabyte.
Geht es nach dem BIPM, sollten Sie diese Speichergröße jedoch nicht mehr als "Gigabyte" bezeichnen - sondern als "Gibibyte". Ein Gibibyte besteht aus 1.024 Mebibytes, die sich jeweils aus 1.024 Kibibytes zusammensetzen. Diese merkwürdig anmutenden Namen ergeben sich aus den Vorsilben der Präfixe giga, mega und kilo und der Silbe "bi", welche die "binäre" Bedeutung anzeigt. Abgekürzt sehen diese Angaben schon weniger gewöhnungsbedürftig aus, aus "Gibibyte" würde einfach "GiB" oder "GiByte".
Das ist ein durchaus logisches System, nur: Kaum jemand verwendet es. Die meisten, wie auch bislang die PCGH, kürzen das Giga-/Gibibyte zu "GByte" oder einfach "GB" ab - ohne genauer darauf einzugehen, wie viel Speicher nun tatsächlich gemeint ist. Und so wundert sich mancher Käufer einer "250 GB"-Festplatte darüber, dass Windows darauf partout nur "232 GB" erkennen will: Der Plattenhersteller rechnet in Milliarden Byte, also in tatsächlichen Gigabyte; Windows hingegen meint Gibibyte, ohne es explizit zu sagen.
Damit sind die Festplattenhersteller im Recht, doch verwirrend ist die scheinbare Differenz in der Kapazität dennoch. Mit dieser Verwirrung wäre Schluss, wenn jeder die korrekten Begriffe verwenden würde - auch Zeitschriften wie die PCGH. Doch die alten, unpräzisen Bezeichnungen haben sich etabliert, wir sind daran gewöhnt. Was meinen Sie dazu?
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Moderator
23.08.2010 19:29
Windows liegt immer falsch, es gibt aber afaik einige Linux-Distributionen, die es richtig machen. Eine 99,7 MiB(="MB"ala Windows)-Datei sollte rund 104,5430272 MB haben.
Komplett-PC-Aufrüster
23.08.2010 13:34
Liegt Windows also immer Falsch bei der Anzeige?
Beispiel: ein Bekannter schickt mir gerade einen ordner mit privatem Inhalt. Windows zeigt mir 99,7 MB als Dateigröße, Rapidshare ( den wir als host für den austausch verwenden ) zeigt an die Datei wäre 104,XXX MB groß
PC-Selbstbauer
17.08.2010 08:30
Ich finde schon, dass das in Richtung Täuschungsversuch geht.
Alle die sich mit der Materie auskennen, wissen wie der Hase läuft. Alle "Gelegenheits-Benutzer" lesen 250 GB und wundern sich dann wieso es nur 232 GB sind. Dann darf der Support sich wieder anhören und erklären, dass alles seine Richtigkeit hat, Kunde ist sauer, usw....
Internationaler Standard ist kilo=1000 und kibi=1024. Alles andere ist schlicht falsch.
Was nützt einem ein Standard an den sich kaum einer hält (nicht mal viele Informatiker!) ??
Ich finde das ist ein bisschen wie mit dem Handyverbot am Steuer. Es ist "Standard", aber fast alle halten sich nicht dran.