Nuclear Union: Exklusives Interview zum Endzeit-Rollenspiel - Technik und Gameplay

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Mit Nuclear Union befindet sich ein spielerisch wie technisch interessantes Endzeit-Rollenspiel in der Mache. PC Games Hardware sprach mit Julia Romanova, Director of Game Design beim Entwickler Best Way, ausführlich über den kommenden Titel.

Beim ukrainischen Entwickler-Studio Best Way entsteht derzeit unter den Fittichen von Publisher 1C der Endzeit-Rollenspiel Nuclear Union. Als Hintergrund wählten die Macher die Kuba-Krise anno 1962, welche in der Realität fast den dritten Weltkrieg herauf beschwor - im Spiel hingegen bekriegen sich die USA und die Sowjetunion und vernichten mit mehreren Atomschlägen weite Landstriche. Fünfzig Jahre später schlüpfen Sie in die Rolle eines Überlebenden und schlagen sich durch Moskau sowie die Umgebung. Eine frei begehbare Spielwelt, Mutanten und Anomalien erinnern an eine Mischung aus Fallout und Stalker.

PCGH: Nuclear Union basiert auf der GEM3-Engine, ist diese eine Weiterentwicklung des Vorgängers oder wurde sie neu geschrieben?

Best Way (Julia Romanova): Wir haben mit einigen Umbauten an Teilen der GEM2 begonnen, aber je weiter wir voran kamen, desto klarer wurde uns, dass wir eine neue Engine mit anderen Möglichkeiten benötigen. Daher überarbeiteten die GEM für Nuclear Union vollständig. Wir legten mehr Wert auf die grafischen Verbesserungen, denn 3rd-Person-Spiele sind hier anspruchsvoller als isometrische Titel. Die GEM3 bekam eine modulare Struktur verpasst, welche es uns erlaubt, Teile zu überarbeiten oder zu ersetzen, ohne negative Konsequenzen für das Spiel zu befürchten.

PCGH: Ist GEM eigentlich ein Akronym und wenn ja, wofür steht es?

Best Way (Julia Romanova): Einer der Jungs aus unserem Team scherzte einst, GEM steht für Game Engineer: Morozov. In jedem Scherz steckt in Fünkchen Wahrheit, denn in der Tat ist der Erfolg unserer Spiele zu einem Teil unserem Lead Game Designer Dmitry Morozov geschuldet - daher auch der Name GEM.

PCGH: PC-Spieler legen Wert auf hochaufgelöste Texturen, weiche Schatten und weitere optische Boni - wie sieht's denn in Sachen Render-Features bei der GEM3 respektive Nuclear Union aus?

Best Way (Julia Romanova): Was das Rendering anbelangt, so unterstützt die GEM3 alles, was Spieler sich wünschen: Tiefenunschärfte (Depth of Field), Überstrahl- und Glanzeffekte (Bloom & Glow), Reflexionen sowie Refraktionen, HDR-Rendering, Multisample-Kantenglättung (MSAA), Umgebungsverdeckung (Screen-Space Ambient Occlusion; SSAO), volumetrischen Nebel und ein Partikel-System. Obendrein gibt's Bewegungsunschärfe (Motion Blur) sowie Parallax Mapping und wir legten viel Wert auf eine atmosphärische Darstellung. Zu diesem Zweck nutzen wir die globale Beleuchtung (Global Illumination) von Geomerics, Enlighten [Anm.d.R.: so wie auch bespielsweise Battlefield 3].

PCGH: Nuclear Union ist ein PC-exklusives Spiel, da würde es sich ja anbieten, auch DirectX 11 und die Fähigkeiten dieser API zu unterstützen?

Best Way (Julia Romanova): Wir planen, die DX11 mit allen sinnvoll einsetzbaren Möglichkeiten zu implementieren. Besitzer älterer Grafikkarten müssen sich aber nicht grämen, denn wir bieten zusätzliche die volle DX9-Unterstützung.

PCGH: Wird die Story von Nuclear Union eher linear verlaufen und hierbei viele Neben-Quests bieten? Die offene Spielwelt würde beides unterstützen, eine angepasste künstliche Intelligenz vorausgesetzt.

Best Way (Julia Romanova): Wir implementieren derzeit die Technik, welche es uns ermöglicht, allen Gegner-Typen ein individuelles Verhalten zu erlauben. Und ja, wir sind geneigt, eine ziemlich fortschrittliche sowie ausgeklügelte künstliche Intelligenz einzubringen, welche die Interaktion mit der Spielwelt interessant, natürlich und realistisch wirken lässt.

PCGH: Habt ihr die GEM3 auch auf Multithreading hin getrimmt und ist eine Unterstützung aktueller Prozessoren mit vier, sechs oder gar Kernen gegeben?

Best Way (Julia Romanova): Die GEM2 wurde zu Zeiten entwickelt, als alle Berechnungen sequenziell abliefen - heute ist das anders, der Multicore-Support ist Thema Nummer Eins wenn es um Optimierungen geht. Wir haben einige Ideen, wie wir alle verfügbaren Kernen nutzen können (selbst wenn bis zum Release von Nuclear Union die CPUs mehr als 16 Rechenherzen nutzen). Weiterhin profitiert der Editor von Multicore, die Bildrate steigt.

PCGH: In Men of War, eurem letzten Spiel, waren die Physik sowie die Zerstörung der Umgebung durchaus relevante Features. Ein Rollenspiel wie Nuclear Union könnte hiervon ebenfalls profitieren - etwa im Falle von Anomalien.

Best Way (Julia Romanova): Die Interaktion mit der Umgebung fällt in Nuclear Union anders aus, denn im Vergleich zu Men of War stehen hier keine so mächtigen Waffen zur Verfügung, um eine totale Zerstörung zu erreichen. Der Spieler wird mit Anomalien sowie Objekten interagieren können, die Teil der Lebenssimulation sind. Wir versuchen eine Welt zu erschaffen, die von ihrem ungewöhnlichen Leben lebt - der Spieler ist ein Teil davon und findet sich in ihr wieder.

PCGH: Werdet ihr abseits einer "klassischen" Boxed-Version auch virtuelle Vertriebsplattformen wie beispielsweise Steam nutzen, um Nuclear Union an den Mann zu bringen?

Best Way (Julia Romanova): Es ist noch viel zu früh um über dieses Thema zu sprechen. Sollten die Verkäufe hoch sein, werden wir aber sicherlich neben Retail-Kopien auch die digitale Distribution nutzen.

PCGH: Schon die GEM2 bietet einen Editor, der auch den Spielern zur Verfügung steht - ein Paradies für Modder. Werdet ihr bei der GEM3 respektive Nuclear Union den gleichen Weg beschreiten?

Best Way (Julia Romanova): Es ist sehr wahrscheinlich, dass wir ein SDK (Software Development Kit) veröffentlichen werden, denn es verlängert die Halbwertszeit von Spielen und bringt mehr Spaß für die Spieler. Unser Editor ist ziemlich einfach handzuhaben und mit der GEM3 wird er noch unkomplizierter - zumal wir ihm neue Möglichkeiten spendierten. Lass uns darüber nach dem Release von Nuclear Union erneut sprechen.

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    • Kommentare (5)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Rizzard Trockeneisprofi (m/w)
        Wenn es Ähnlichkeiten mit Metro, Stalker oder Fallout hat, wird es auf jeden Fall interessant für mich. Einzig die Third Person Ansicht finde ich noch etwas ungewohnt.
      • Von Rizzard Trockeneisprofi (m/w)
        Wenn es Ähnlichkeiten mit Metro, Stalker oder Fallout hat, wird es auf jeden Fall interessant für mich. Einzig die Third Person Ansicht finde ich noch etwas ungewohnt.
      • Von -MIRROR- Volt-Modder(in)
        Hoffentlich ist es spannender und motivierender umgesetzt als Metro 2033.
      • Von blaidd Freizeitschrauber(in)
        Muß sagen, daß sieht echt interessant aus. Werd ich genauer im Auge behalten.

        Das Szenario gefällt mir auch, ne Art düsteres Fallout; allerding ist es nicht mehr wirklich tauffrisch... Erstaunlich wie viele Spiele mit dem Szenario gerade aus den ehemaligen Ostblock-Staaten kommen. Da wird offensichtlich ein übernationales Trauma verarbeitet... Aber immer her damit, ist lang noch nicht so ausgelutscht wie die USA und ihre Terroristen.
      • Von coroc Lötkolbengott/-göttin
        Klingt Interessant. Wahrscheinlich ist das Spiel leider ab 16/18

        Erinnert mich an Metro 2033
      • Von Tiz92 Volt-Modder(in)
        Ich werde mir das Spiel sicher ansehen. Es ist genau das Setting das ich am meisten mag, wie Stalker und Metro und co. Endzeit hat einfach was. Wenn sie auch eine geile Atmosphäre schaffen könnte es eines meiner ersten Rollenspiele werden.
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