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  • Wolfenstein: The New Order angespielt - id Tech 5 richtig ausgereizt? [UPDATE: Neue Screenshots]

    Wir konnten den ruppigen Alternate-History-Shooter Wolfenstein bereits ausführlich anspielen und uns ein Bild von der Technik machen. Sind die Probleme mit der id Tech 5, die in Rage erstmalig zum Einsatz kam, beseitigt und kann The New Order die Vorzüge der Megatextures ausnutzen? Wir schildern unsere Eindrücke nach dem Durchspielen der ersten drei Kapitel.


    Wolfenstein: The New Order angespielt - id Tech 5 richtig ausgereizt? [UPDATE: Neue Screenshots] Quelle: Bethesda Bethesda lud uns zum Anspielen des kommenden Shooters Wolfenstein: The New Order in ihre stylischen Büroräume nach Frankfurt ein. Dort konnten wir die kompletten ersten drei Kapitel der Alternate-History-Ballerei durchspielen. Pünktlich zum Fall des NDAs rücken wir mit unseren ersten Eindrücken heraus.

    Wolfenstein: The New Order - Die id Tech 5 und Rage

          

    Wolfenstein: The New Order basiert auf der id Tech 5. Eine logische Konsequenz, schließlich gehört die Shooter-Schmiede id dem Hause Zenimax an. Wir gingen mit einer leichten Skepsis ans Werk, denn in Rage lief die dort erstmalig zum Einsatz kommende Engine nicht sonderlich rund. Damals gab es vor allem Probleme mit dem Streaming der Megatextures. Diese riesigen Pixeltapeten werden in der id Tech 5 über die gesamte Level-Architektur gelegt. Dies erlaubt den Spiele-Designern, das Level praktisch von Hand zu "bemalen". Sich ständig wiederholende Texturkacheln gehören damit der Vergangenheit an. Zumindest in der Theorie, doch dazu später mehr. Die in der Schnittstelle OpenGL geschriebene Engine erlaubt es den Entwicklern, diese in Direct X 11.2 erst deutlich später ermöglichte Technik schon jetzt und auch auf älteren Grafikkarten einzusetzen. Um die mehrere Gigabyte schweren Texturen anzeigen zu können, wird ein Kniff angewendet: Die Megatextures werden in viele kleine Kacheln unterteilt, die Engine streamt daraufhin nur die in den Grafikkartenspeicher, die momentan für die Anzeige benötigt werden.

    Das Streaming-Problem in Rage betraf genau dieses Laden der Kacheln. Bei schnellen Bewegungen und Drehungen der Kamera, beziehungsweise des virtuellen Spielerkopfs, luden sie nicht schnell genug. Das Ergebnis: Die Tapeten poppten sehr unschön auf. Ein weiteres Problem betraf die Auflösung: Aus der Nähe wirkten viele Texturen sehr matschig. Zudem war die Kompression der Megatextures stellenweise sehr deutlich sichtbar und besonders bei hohen Kontrasten fielen häufig viereckige Artefakte mit Falschfarben auf.

    Wolfenstein: The New Order - Nicht voll ausgenutzte Technik?

          

    Vielen Spielern verhagelten diese Probleme die Freude an Rage, erst nach einigen Patches und zusätzlichen, manuellen Anpassungen in den Konfigurationsdateien des postapokalyptischen Shooters konnte das Aufpoppen der Texturen auf ein erträgliches Maß korrigiert werden. Konsequenterweise suchte unser Blick auch direkt nach dem Spielstart die Anzeige nach den genannten Fehlern ab. Erfreulicherweise können wir zum allergrößten Teil Entwarnung geben: Das Texture-Streaming funktionierte beinahe tadellos, nur ein oder zwei Mal während unserem etwa zweistündigen Abtauchen in das Spiel lud eine Textur ein paar Millisekunden zu spät. Auch die Auflösung der Tapeten wurde sichtlich verbessert, allerdings bleibt sie deutlich hinter Spielen wie Crysis 3 oder Battlefield 4 zurück. Und auch die Plastizität lässt etwas zu wünschen übrig, die Texturen wirken leider etwas flach. Die Kompression ist an einigen Stellen leider immer noch deutlich sichtbar, wenn auch weit weniger ausgeprägt als noch in Rage.

    Die Textur-Darstellung ist also durchaus in Ordnung, wenn auch nichts wirklich besonderes, denn der Einsatz der Megatextures ist sehr unauffällig: Eindrucksvolle Vistas wie noch in Rage gibt es zumindest in den ersten drei Kapiteln leider nur sehr wenige. Wahrscheinlich wurde das normalerweise sehr aufwändige Erstellen der Megatexures, bei dem ein Grafiker die Texturen tatsächlich Pixel für Pixel bemalt, mit einem Verfahren namens "Stamping" vereinfacht. Hier wird ein Stempel, im Prinzip also eine relativ großflächige Textur, wiederholt genutzt, um Flächen auszufüllen. Das Problem dabei: Der Vorteil von Megatexures, nämlich die hohe Dynamik, der Abwechslungsreichtum sowie die wirkliche Einzigartigkeit jedes einzelnen Pixels gehen größtenteils verloren. Das Ergebnis ähnelt in diesem Fall wieder der klassischen Methode, bei der die Pixeltapeten über eine Oberfläche gelegt werden und dann immer und immer wieder aneinandergelegt und repetiert werden. Das ist etwas schade, allerdings auch nachvollziehbar, denn der Aufwand und damit auch der Kostenfaktor, die riesigen Tapeten von Hand zu bemalen, ist beachtlich und war in Rage wohl eine Ausnahmeerscheinung.
    Wolfenstein: The New Order angespielt - id Tech 5 richtig ausgereizt? [UPDATE: Neue Screenshots] Quelle: Bethesda

    Wolfenstein: The New Order - Figuren und Animationen

          

    Die Beleuchtung dagegen wirkt sehr stimmig, zumindest, bis der Spieler feststellt, dass ein Großteil davon statisch ist. Auch einige Modelle fallen ein wenig ab, besonders die Figuren wirken teils sehr austauschbar, obwohl ihre Texturierung eigentlich gelungen ist. Kein Vergleich zu den sehr schönen Charaktermodellen in Rage. Oder doch? Kaum betritt der erst Nazi-Obermotz die Bühne, ist ein sehr deutlicher Qualitätsanstieg nicht zu übersehen: Tiefe Runzeln durchfurchen die Gesichtshaut und umschließen ein diabolisches Grinsen, das Funkeln der Augen sticht durchdringend in unsere Richtung und faltige Hände umklammern ein blitzendes Skalpell: Na also, so formt man einen Schurken mit Charakter. Auch einige der späteren Spielfiguren sind gut gelungen, der Arbeitsfokus der Charakter-Grafiker scheint bei diesen aber ebenfalls leicht auf Seiten der Antagonisten gelegen zu haben.

    Die Animationen sind gelungen, erreichen aber ebenfalls nicht die Geschmeidigkeit der Gegner in Rage. Die dort geschmeidig durch die Gegend flitzenden Mutanten konnten blitzschnell elegante Haken schlagen, über Schutt und andere Hindernisse flanken und an Wänden und Levelobjekten entlangturnen. Die Nazi-Soldaten in Wolfenstein: The New Order wirken dagegen fast plump, obwohl sich ihre Animationen auf gehobenem Shooter-Niveau befinden. Der Vergleich ist natürlich auch nicht ganz fair, schließlich fehlen den finsteren Stahlhelmträgern einige Mutanten-Gene. Dafür hetzen sie Roboter auf unsere Spielfigur: Da wären zuerst einmal die schnellen und ­­­­– im wahrsten Sinne des Wortes – drahtigen, mechanischen Hunde; dazu dick gepanzerte Supersoldaten und gigantische Mechs. Diese schwerfälligen Stahlungetüme erinnern entfernt an die dreibeinigen Läufer aus War of the Worlds und sind mit dicker Artillerie ausgestattet. Auch hier gilt: Die Animationen sind gelungen und überdurchschnittlich, konnten uns aber auch nicht wirklich zum Staunen bewegen.

    Insgesamt ist die Grafik aber durchaus ansehnlich, vor allem wenn man berücksichtigt, dass Wolfenstein: The New Order auch für die Last-Gen-Konsolen PS3 und Xbox 360 herauskommt. Zudem macht die Grafik nach der ersten Spielstunde nochmals einen Sprung, ebenso wie Art- und Level-Design. Wir hatten während der Präsentation Zugriff auf das Optionsmenü; natürlich nutzten wir die Chance, um uns dort ein wenig umzusehen, die Einstellungen sind allerdings nicht überwältigend: Wir können einige Settings zu der Textur-Qualität sowie dem Streaming verändern, zudem die Schattenauflösung auf bis zu 8.192 x 8.192 Pixel hochschrauben, Blendeffekte zuschalten sowie die Kantenglättung bis auf achtfaches Multisampling hochdrehen. Letzteres brachte unseren Testrechner arg ins Schwitzen, ohne jedoch die Optik gegenüber vierfachem Anti-Aliasing deutlich aufzuwerten.
    Wolfenstein: The New Order angespielt - id Tech 5 richtig ausgereizt? [UPDATE: Neue Screenshots] Quelle: Bethesda Erfreuliches gibt es von der akustischen Seite zu berichten: Zwar konnten wir Wolfenstein nur mit einem guten Headset in Stereo spielen, doch die Abmischung des Spiels ist gelungen. Der Sound bewegt sich häufig auf der bombastischen Seite und hämmerte uns einige sehr eindrucksvolle Tiefbässe um die Ohren, setzt aber gleichzeitig ein paar sehr angenehme, leisere Akzente. Etwa durch den abwechslungsreichen Soundtrack, der gekonnt zwischen pompösen militaristischen Klängen über treibende Elektromusik bis hin zu schrägen Tönen eines Horror-Titels und sanfter Klavier- und Streichermusik wechselt. Auch die deutsche Synchronisation ist gelungen, sie ist allerdings nicht lippengenau. Weiterer Nachteil der deutschen Version: Das herrlich übertrieben böse Deutsch der Nazi-Schergen kommt in der übersetzten Fassung nicht voll zum Ausdruck.

    Wolfenstein: The New Order - Technisch etwas altbacken, aber motivierend

          

    Unterm Strich wird Wolfenstein: The New Order das Shooter-Segment wohl nicht revolutionieren. Die Technik wirkt mittlerweile ein wenig angestaubt, die Texturen sind etwas flach und könnten höher aufgelöst sein und die Darstellung der id Tech 5 wirkt im Vergleich zu einigen moderneren Grafikmotoren immer ein bisschen ausgewaschen und kontrastarm. Auch spielerisch ist das neue Wolfenstein wohl keine Offenbarung, obwohl das Spiel nach der ersten, etwas uninspirierten Spielstunde deutlich anziehen kann und die ruppigen Schießereien viel Spaß machen. Wolfenstein spielt sich erfrischend altmodisch: Es gibt zumindest ein wenig Bewegungsfreiheit, die Gegner stürzen sich nicht einfach blind in unser Feuer und wir müssen sogar Medipacks sammeln, um unsere Gesundheit zu regenerieren. Auch die – zugegebenen – hanebüchene Story ist interessant und überrascht uns des Öfteren mit für einen Shooter erstaunlicher Interaktivität; dafür irritiert unser Protagonist B.J. Blaskowicz häufig mit seinem seltsamen, beinahe schon schizophrenen Verhalten: Er wechselt ständig zwischen schwarzhumorig und tief melodramatisch. Wir fanden unseren Hauptcharakter daher nur wenig sympathisch. Außerdem stört er mit seiner Gefühlsduselei den satirischen Eindruck des Spiels. Trotzdem, nach dem Ende der Demo hätten wir am liebsten weitergespielt.

    02:42
    Wolfenstein: The New Order - Neuer Trailer, frische Szenen und das Release-Datum
    Spielecover zu Wolfenstein: The New Order
    Wolfenstein: The New Order

    Wolfenstein: The New Order soll am 23. Mai 2014 und (bis auf die verfassungsfeindliche Symbolik) komplett ungeschnitten erscheinen. Wir werden uns zeitnah nochmals eingängig mit dem Shooter befassen und einen ausführlichen Technik-Artikel inklusive Benchmarks für Sie auf unserer Seite bereitstellen. Außerdem interessant für Shooter-Fans: Wolfenstein bietet dem Käufer den sicheren Beta-Zugang von Doom 4. Bis es soweit ist und wir eigenes Material anbieten können, möchten wir auf den gelungenen Trailer verweisen und zu Diskussionen in unserem Forum anregen. Nutzen Sie dafür unsere Kommentarfunktion.

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  • Wolfenstein: The New Order
    Wolfenstein: The New Order
    Publisher
    Bethesda Softworks
    Release
    20.05.2014

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    Es gibt 24 Kommentare zum Artikel
    Von xSurprise
    Mich würde mal brennend interessieren, auf was für einem Testrechner das Spiel lief.
    Von Darka123
    Auf golem.de gibt es auch ein kleines Video-Preview zu dem Spiel dort wird u.a. gesagt, dass die Spielzeit der…
    Von CSOger
    Ich auch !Gerade vorbestellt.Habe mal wieder richtig Lust auf diese Art von Shooter.
    Von Scalon
    Wenn es über OpenGL läuft, kann ich dann nicht auch im CCC SSAA forcieren? oder irre ich mich da?
    Von FanboyOfMySelf
    also new order und doom verwenden immer noch opengl?bahhJedes opengl spiel was ich gespielt habe sah immer ekelhaft…
      • Von xSurprise Komplett-PC-Käufer(in)
        Mich würde mal brennend interessieren, auf was für einem Testrechner das Spiel lief.
      • Von Darka123 Kabelverknoter(in)
        Auf golem.de gibt es auch ein kleines Video-Preview zu dem Spiel dort wird u.a. gesagt, dass die Spielzeit der Kampagne zwischen 20-25!!! Std. sein soll, wenn diese Angabe auch nur annähernd erreicht wird, können sich viele andere Studios die Jahr für Jahr die gleiche Shooterkost mit <8Std Solospielzeit, abliefern echt eine riesen dicke Scheibe abschneiden.
      • Von CSOger BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von Bandicoot
        Ich freu mich drauf. Wolfenstein hat seinen eigenen Charm, nur sollte man langsam mal von der Symbol Zensur weg komm.
        Ich Filmen gilt es auch als künstlerisches Mittel und gehört einfach dazu.
        Ich auch !
        Gerade vorbestellt.
        Habe mal wieder richtig Lust auf diese Art von Shooter.
      • Von Scalon Software-Overclocker(in)
        Wenn es über OpenGL läuft, kann ich dann nicht auch im CCC SSAA forcieren? oder irre ich mich da?
      • Von FanboyOfMySelf PCGH-Community-Veteran(in)
        also new order und doom verwenden immer noch opengl?
        bahh

        Jedes opengl spiel was ich gespielt habe sah immer ekelhaft aus
        das mit den "Tapeten" ist nun mal eine Krankheit mit opengl

        Texturen sehen immer verwaschen aus durch opengl.
        naja eigentlich sinds immer nur "bilder" die gemalt werden.

        würde man mit opengl richtige polygone verwenden bräuchte man extrem viel CPU Leistung.
        so verwenden die meisten spiele( auch rage ) einfach nur bilder die hoch skaliert werden

        Kann nicht verstehen warum einige Entwickler immer noch vor directx angst haben.
        Nur weil es etwas mehr arbeitet kostet?
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1110736
Wolfenstein: The New Order
Wolfenstein: The New Order angespielt - id Tech 5 richtig ausgereizt? [UPDATE: Neue Screenshots]
Wir konnten den ruppigen Alternate-History-Shooter Wolfenstein bereits ausführlich anspielen und uns ein Bild von der Technik machen. Sind die Probleme mit der id Tech 5, die in Rage erstmalig zum Einsatz kam, beseitigt und kann The New Order die Vorzüge der Megatextures ausnutzen? Wir schildern unsere Eindrücke nach dem Durchspielen der ersten drei Kapitel.
http://www.pcgameshardware.de/Wolfenstein-The-New-Order-Spiel-15920/Specials/Wolfenstein-The-New-Order-angespielt-1110736/
24.02.2014
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2013/05/wolfenstein__1__b2teaser_169.jpg
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