Phase-Functioned Neural Network soll Charakter-Animationen in Zukunft revolutionieren
Maschinelles Lernen soll künftig die Charakter-Animationen in Videospielen auf ein neues Level heben. Das von Forschern der Universität von Edinburgh vorgestellte Phase-Function Neural Network benötigt nur wenige Megabyte Speicher, bietet dafür jedoch deutlich realistischere Animationen als bisher.
Für ein immersives Spiel-Erlebnis sorgt nicht nur eine detaillierte Grafik, Charakter-Animation sind mindestens ebenso wichtig. Ein gutes Negativbeispiel war jüngst Mass Effect: Andromeda, dass vor allem zum Verkaufsstart durch hölzerne Animationen auf sich aufmerksam machte. Nichtsdestotrotz ist die Implementierung von glaubhaften und realistischen Bewegungsabläufen ein schwieriges Unterfangen und bedarf nicht nur viel Zeit im Motion-Capture-Studio, sondern auch große Datenmengen.
Einen neuen, innovativen Ansatz zur Charakter-Animation in Videospielen präsentierten nun Forscher von der Universität von Edinburgh. Sie nutzen maschinelles Lernen gepaart mit einem neuronalen Netzwerk, genannt Phase-Functioned Neural Network - kurz PFNN. Laut Projektleiter Daniel Holden, der auch als Forscher für Ubisoft Montreal arbeitet, sei diese Kombination besonders geeignet für die Generierung von menschlichen Bewegungsabläufen und benötige nach dem Einspeisen etlicher Gigabyte an Daten nur noch wenige Megabyte.
Aus dieser kleinen Datenmenge kann das System im Anschluss automatisch Bewegungsabläufe generieren, insofern entsprechende Szenarien im Lernprozess durchlaufen wurden. Dieser läuft in drei Phasen ab und umfasst Laufen, Rennen, Springen sowie Klettern in verschiedenen virtuellen Umgebungen. So ist auch die Adaption an verschiedene Gelände- und Terraintypen möglich, ohne dabei unnatürlich oder hölzern zu wirken.
Als Einsatzgebiet wird neben Videospielen gleichfalls Virtual Reality genannt. Auch Kampfanimationen seien mit dem PFNN zu realisieren. Präsentiert werden soll das PFNN im August im Rahmen der SIGGRAPH Konferenz für Computergrafik und interaktive Technologien in Los Angeles, Kalifornien. Einen ersten Eindruck kann man sich bereits im Vorstellungsvideo auf Youtube verschaffen.
