Gewalthaltige Spiele: Spieler sind genauso empathisch wie Nicht-Spieler

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Gewalthaltige Spiele: Spieler sind genauso empathisch wie Nicht-Spieler (1)
Quelle: Valve

Gewalthaltige Spiele erschaffen gewalttätige Menschen. So die vorwiegende Meinung, wenn es um als "Killerspiele" titulierte Spiele geht. Konsumenten solcher Titel unterstellt man ein höheres Aggressionspotential sowie geringere Empathie. Eine neue Studie zeigt allerdings Gegenteiliges. Spieler von Ego-Shootern und Co. unterscheiden sich nicht von Nicht-Spielern.

Ego-Shooter halten im Zusammenhang mit Gewalttaten oftmals als Sündenbock her. Früher vor allem Counter Strike, heute Call of Duty, Grand Theft Auto und Battlefield tragen laut diversen Berichten die Mitschuld an entsprechenden Straftaten. Die Wissenschaft ist sich indes uneinig, ob die gerne als "Killerspiele" bezeichneten Titel tatsächlich Auslöser für entsprechende Gewaltexzesse sind. Laut einer neuen Studie der Medizinischen Hochschule Hannover sind sie es nicht. Konsumenten von gewalthaltigen Spielen seien genauso empathisch wie jemand der diese nicht spielt.

Damit stellt man sich gegen die Ergebnisse bisheriger Untersuchungen. Diese zeigten ein erhöhtes Aggressionspotential, niedrigere Empathie sowie eine Abstumpfung gegenüber Gewalt. Für Gregor Szycik und seine Mitarbeiter sind diese Ergebnisse zu ungenau, da Messungen an Probanden nur während des Spielens sowie kurz danach durchgeführt wurden - also dann, wenn sich der Körper aufgrund des Stress im Alarmzustand befindet - und somit kein genaues Bild der Realität wiedergeben.

Scyziks Studie unterscheidet sich davon deutlich. Insgesamt nahmen 30 Probanden an dieser teil. 15 davon waren seit mindestens 4 Jahren regelmäßige Spieler von Ego-Shootern (Counterstrike, Call of Duty und Battlefield) mit einer Mindestspielzeit von zwei Stunden pro Tag. Die restlichen 15 Teilnehmer der Kontrollgruppe hatten keinerlei Erfahrungen mit Videospielen. Vor der Untersuchung galt eine dreistündige Abstinenz von Videospielen, um ein unabhängiges psychologisches Profil anzufertigen. Nach Beantwortung eines Fragebogens zu den Themen Empathie und Aggression erfolgte eine Untersuchung im Kernspintomografen. Dort wurden Bilder vorgeführt, die Empathie auslösen sollten. Zusätzlich fand währenddessen eine Befragung statt.

Bei beiden Methoden unterschieden sich beide Testgruppen nicht voneinander. Abweichungen oder Besonderheiten blieben aus, womit den Spielern eine völlig normale Psyche attestiert wurde. Damit bestätigt man eine eigene Studie aus dem Vorjahr und stärkt die Gegner des aktuell dominierenden "Allgemeinen Aggressionsmodells", die Stress - dazu zählen auch gewalthaltigen Medien - als Katalysator ansehen. So würde die Absicht einer Gewalttat durch Personen mit aggressiven Neigungen, die durch frühere Prägung oder Gene entstanden sind, beschleunigt.

Nachlesen kann man die Studie mit dem langen Titel "Lack of Evidence That Neural Empathic Responses Are Blunted in Excessive Users of Violent Video Games: An fMRI Study" kostenlos auf dem Open-Source-Portal Frontiers (hier: Frontiers in Psychology).

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    • Kommentare (34)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von wuselsurfer Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Noxxphox
        Jap Zensur ist der größte Müll. Ich sag nur Wolfenstein. Hakenkreuze in Bildern oder Filmen ist Kunst, aber in spielen nicht. WTF?
        Ich sag da nur Indiana Jones (Filme).
        Da gibt es die Fahnen des 3. Reiches in Übergröße ... .

        Zitat von Noxxphox
        Oder in Spielen einen qualvoll inszenierten Tod eines Characters. Der Macher hat sich was dabei gedacht.
        Am "schönsten" stirbt Frau Croft "Hi" - und weg war sie am Abgrund.

        Wer da nicht aggressiv wird, nachdem er 30 mal neben den Vorsprung gehüpft ist, nur weil der Winkel um 0,1 Grad nicht gestimmt hat.
      • Von wuselsurfer Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Noxxphox
        Jap Zensur ist der größte Müll. Ich sag nur Wolfenstein. Hakenkreuze in Bildern oder Filmen ist Kunst, aber in spielen nicht. WTF?
        Ich sag da nur Indiana Jones (Filme).
        Da gibt es die Fahnen des 3. Reiches in Übergröße ... .

        Zitat von Noxxphox
        Oder in Spielen einen qualvoll inszenierten Tod eines Characters. Der Macher hat sich was dabei gedacht.
        Am "schönsten" stirbt Frau Croft "Hi" - und weg war sie am Abgrund.

        Wer da nicht aggressiv wird, nachdem er 30 mal neben den Vorsprung gehüpft ist, nur weil der Winkel um 0,1 Grad nicht gestimmt hat.
      • Von blautemple Kokü-Junkie (m/w)
        Der wichtigste Aspekt bei solchen Fragen dürfte wohl das soziale Umfeld. Wer ein gefestigtes Umfeld hat und nicht gerade irgendeine psychische Störung hat, dürfte selbst mit 12 keinen Schaden davon tragen wenn er mehr oder weniger regelmäßig gewalthaltige Spiele spielt, oder Filme spielt.
        Wenn allerdings schon das Umfeld stark gestört ist, ist sowas mit Sicherheit ein verstärkender und nicht zu unterschätzender Faktor...
      • Von OField Software-Overclocker(in)
        Zitat von azzih
        Spiele "Gewaltspiele" seit ich ka. vielleicht 14 bin. Empathieverlust habe ich definitiv nicht feststellen können, mach mir wahrscheinlich sogar oft zu viel Gedanken, was der/die Andre nun denkt und wie sich etwas auswirkt.
        Single Player oder Multiplayer?
      • Von Seeefe Volt-Modder(in)
        Zitat von Roli
        Was mich aggressiv macht sind ja die Zensur in Deutschland in Bezug auf Medien und die damit verbundene Doppelmoral.
        Völkerrechtswidrige Angriffskriege mit anderen Nato-Staaten oder zumindest militärische Unterstützung von Unrechtsstaaten (hier sterben und leiden jeweils ECHTE Menschen) -> O.K.
        Ich möchte nach der Arbeit ein Spiel, in welchem Pixelmännchen erschossen werden, und welches ich im Rest der Welt unzensiert erleben könnte, eine Stunde lang daddeln -> nicht O.K.

        Danke Merkel
        Krasser Bogen, der zerreißt ja fast.
      • Von IiIHectorIiI Software-Overclocker(in)
        Nur 30 Probanden? Das ist aber nicht gerade überzeugend.
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