Linksys WRT32X im Test: Was leistet ein Router mit Killer Engine für 300 Euro?
Gaming ist heutzutage eine Multitasking-Angelegenheit. Es wird nicht nur online gezockt, sondern auch gleichzeitig gestreamt. Zusätzlich zwingen einen die wachsenden Gigabyte-Berge aktueller Spiele zu ewig dauernden Downloads; alles am besten mit einem niedrigen Spiele-Ping. Das soll der Gaming-Router Linksys WRT32X mit der "Killer Priorization Engine" meistern und verspricht einen "bis zu 77 Prozent niedrigeren Ping". Was sich im Marketing traumhaft anhört, kommt aber in der Praxis kaum vor. Wie die aussieht, klären wir im folgenden Test.
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Im Zeitalter, in dem es selbst unter Schreibtischstühlen eine Gaming-Nische gibt, ist es nicht gerade sonderbar, dass sich selbst LAN- und WLAN-Geräte an Online-Gamer richten. Die "Killer"-Marke bzw. die derzeitige Eignerin Rivet Networks ist nach wie vor hier die einzige, die explizit um Gamer buhlt. Deren Netzwerk-Hardware ist nach wie vor nur in wenigen hochpreisigen Notebooks und Mainboards vorhanden, sodass ein Aufpreis dafür nicht mehr auffallen dürfte. Es handelt sich zweifellos um qualitativ hochwertige Hardware. Nicht ganz so zweifellos ist der Nutzen. Auf den Großteil des Pings, der dem Internet zuzuschreiben ist, hat nämlich weder ein Netzwerkchip noch ein Router einen Einfluss.
Linksys WRT32X: Alter Router mit neuer Software
Gleich vorneweg: Die Hardware des WRT32X ist absolut identisch mit einem Modell, das schon etwas länger auf dem Markt ist - dem WRT3200ACM. Abgesehen von der Gehäusefarbe ist es lediglich die Software, die den Unterschied macht - allen voran die "Killer Priorization Engine". Zunächst ein Blick auf die Hardware-Ausstattung der beiden Modelle:
| Produkt | Linksys WRT32X |
|---|---|
| Modem | Keins |
| WAN | 1 × 1000Base-T |
| LAN | 4 × 1000Base-T |
| WLAN | 802.11a/b/g/n/ac/h, simultan |
| Übertragungsrate | 2 x 300 Mbps (2,4 GHz), 3 × 867 Mbps (5 GHz) (MU-MIMO) |
| Sicherheit | WPA, WPA2, WPS |
| Antennen | 4 × extern (abnehmbar) |
| Anschlüsse | 1 × USB 3.0, 1 × USB 2.0 (shared), 1 × eSATA (shared) |
| Leistungsaufnahme | keine Angabe (Betrieb) |
| Abmessungen | 246 × 194 × 52 mm |
| Besonderheiten | IPv6, VPN passthrough (IPSec/PPTP), TPC/DFS, OpenWRT-fähig |
Ein Modem ist nicht unbedingt selbstverständlich in Routern, die nicht direkt vom Internet-Provider kommen. Wie viele andere High-End-Router auch muss der WRT32X für Internet mit einem LAN-Kabel an ein Modem angeschlossen werden.
Was die Anschlussausstattung angeht, tut sich wenig bei den Routern. Vier Gigabit-Ethernet-Buchsen sind üblich - mehr auch nicht unbedingt nötig, da in Privathaushalten die meisten Geräte per WLAN ins Netz gehen.
Linksys WRT32X: Bullshit-Bingo bei WLAN-Geschwindigkeiten
Quelle: PC Games Hardware
Linksys WRT32X im Test: Router mit Killer Priorization Engine
Im Marketing der Hersteller - und zwar bei allen - herrscht Wildwuchs in der Bezeichnung von WLAN-Geschwindigkeiten. Anstatt über die tatsächliche maximal mögliche Übertragungsraten aufzuklären, verschleiern die Hersteller die Leistung, indem die Brutto-Datenraten der verschiedenen Frequenzbänder unverfroren aufaddiert werden. So auch hier: AC3200 schreibt Linksys im Datenblatt zur WLAN-Geschwindigkeit. Das ist besser als AC2600 und erst recht als AC1300, möchte man meinen. Andere Hersteller erlauben sich zu behaupten, dass damit "bis zu 3,2 GBit/s" möglich sind. Linksys subtrahiert immerhin die Frequenzbänder voneinander und nennt statt einer praxisfernen Gbit-Angabe in Klammern dahinter die jeweilige Bruttoleistung mit N600 und AC2600.
Übersetzt bedeutet das folgendes: Im 2,4-GHz-Wlan stehen zwei Datenströme mit je 300 MBit/s zur Verfügung und im 5-GHz-ac-WLAN sind es drei mit bis zu theoretischen 2.600 MBit/s. Das schafft das WLAN-Modul, ein Marvell 88W8964, wegen doppelter Kanalbreite von 160 MHz. Da es aber an entsprechend kompatiblen Gegenstellen mangelt, wird schon rein theoretisch von aktuellen ac-WLAN-Modulen maximal die Hälfte möglich sein.
Smartphones und die meisten Mittelklasse-Module unterstützen lediglich einen Strom bei einer 80-MHz-Breite - sie sind also auf 433 MBit/s brutto limitiert. Die meisten hochpreisigen Notebooks oder ebensolche Mainboards mit WLAN-Modulen kommen mit zwei Strömen (2x2) auf das doppelte Brutto, also 867 MBit/s - so auch der Killer-1435-Chip in unserem MSI-Notebook GT62VR 7RE Dominator Pro, mit dem wir die Killer-Priorisierung des Routers getestet haben.
Vorbei die Zeiten, als Sender und Empfänger einfach nur den gleichen Standard unterstützen müssen: Es sind nun mehrere technische Faktoren, welche die (theoretische!) WLAN-Geschwindigkeit beeinflussen. Etwa Anzahl der unterstützten Datenströme (MU-MIMO), die Modulationsdichte (aktuell 256-QAM) oder die Kanalbreite (20, 40, 80 oder 160 MHz). In all diesen Eigenschaften müssen die Funkmodule von Router und Rechner harmonieren - andernfalls erweist sich eine davon als Flaschenhals. Und das alles noch vor der Brutto-Netto-Umrechnung hin zur tatsächlich erzielbaren Transferrate, die in der Praxis wegen Entfernung und Wänden nochmals um die Hälfte schrumpft.
Linksys WRT32X: WLAN-Leistung in der Praxis
Wir haben die WLAN-Transferrate mit drei verschiedenen Endgeräten bzw. WLAN-Modulen getestet. Im MSI-Notebook steckt das M.2-WLAN-Modul Killer Wireless-AC 1435, das mit zwei Datenströmen im 5-GHz-Netz bis 867 MBit/s Bandbreite bietet. Unser Tuxedo Book XC1507 funkt mit dem Intel Dualband-Wireless-AC 3168, das nur einen Datenstrom und damit die halbe Bandbreite von bis zu 433 MBit/s unterstützt. Der dritte WLAN-Empfänger ist ein recht aktuelles Smartphone, ein LG G6, welches kein MIMO-Prinzip unterstützt, also nicht von mehreren Antennen einer Sendestation profitiert. Daher ist hier auch die Bandbreite am niedrigsten - für Mobilgeräte zählt auch vielmehr die Reichweite.
Wir haben mit drei Distanzen bzw. an drei Positionen die Bandbreite mit dem Tool Iperf geprüft. Die bestmögliche Leistung haben wir direkt neben dem Router gemessen, also nur wenige Zentimeter davon entfernt. Die zweite Position befand sich in 20 Meter Sichtweite, die dritte in etwa gleicher Entfernung aber in einem anderen Raum, also mit einer Wand dazwischen.
Quelle: PC Games Hardware
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Im schnellstmöglichen ac-WLAN haben wir mit dem Killer-Adapter maximal 609 MBit/s gemessen, was ein Minus zum Brutto von knapp 30 Prozent bedeutet. Beim Intel-Modul sieht es relativ ähnlich aus. Erst im schwierigsten Test mit einer Wand dazwischen, bricht im 5-GHz-Netz die Bandbreite mit dem Intel-Empfänger nahezu komplett weg und man müsste auf das 2,4-GHz-WLAN für eine stabile Verbindung umsteigen - dieses hat grundsätzlich eine schmalere Bandbreite, aber etwas größere Reichweite.
Die Kollegen von Golem.de haben den technisch identischen WRT3200ACM getestet und beurteilten die WLAN-Geschwindigkeit als nicht die schnellste unter aktuellen Routern. Für eine relative Beurteilung fehlen uns Vergleichswerte. Unsere letzte Marktübersicht an Gaming-Routern ist in Ausgabe 04/2016 zu finden. Die WLAN-Tests wurden damals unter anderen Bedingungen durchgeführt und sind daher mit unserem hier nicht direkt vergleichbar.
Linksys WRT32X: Ping geprüft - 77 Prozent besserer Ping mit Killer?
Die Priorisierung ist wortwörtlich das Killer-Feature des Routers. Das Linksys-Marketing spuckte große Töne in der Ankündigung des WRT32X, als es behauptete, mit der Killer-Engine den Ping um bis zu 77 Prozent zu reduzieren. Zweifellos liegt auch hier die Betonung auf "bis zu". Wie eingangs schon erwähnt, hat auch ein Router keinen Einfluss auf das, was hinter der heimischen Internetbuchse passiert. Der Großteil der Verzögerung ist durch das Internet bedingt. Was er aber zu leisten vermag, ist, die Datenströme im heimischen Netz zu priorisieren. In der Regel beherrscht das jeder aktueller Router, sodass etwa Videostream- oder VoIP-Verbindungen stets Vorfahrt haben und somit verzögerungsfrei laufen. In der Netzwerktechnik nennt sich diese Funktion Quality of Service (QoS).
In Sachen Komfort und Funktionsumfang unterscheiden sich auch hier die Router. Manch einer unterscheidet nur zwischen den verbundenen Geräten, andere erlauben eine feinere Priorisierung von deren Traffic-Arten. Rechner mit einem Killer-fähigen Ethernet- oder WLAN-Modul haben beim WRT32X quasi eingebaute Vorfahrt. Hier unterscheidet sich das Webinterface deutlich von dem des baugleichen Zwillings.
Uns hat nun interessiert, wie sich der Ping mit der Killer Priorization Engine und mit ausgelasteter Bandbreite ändert. Ebenso, wie sich ein "gewöhnlicher" Netzwerkadapter im Vergleich mit dem Killer-Modul schlägt. Um die Router-Priorisierung zu testen, haben wir die Bandbreite mittels eines weiteren Rechners am Gigabit-LAN-Port sowie mit einem per WLAN-angebundenen Smartphone malträtiert. Beide haben per Youtube HD-Videos gestreamt sowie einige große Linux-ISOs heruntergeladen.
Quelle: PC Games Hardware
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Interessant ist zunächst, dass sich der Ping zwischen den Netzwerkadaptern nicht unterscheidet. Lediglich mit kabelgebundenem Ethernet können wir eine Millisekunde herausschlagen. Wird die Bandbreite nicht ausgelastet, ist die Latenz überall gleich. Nun kommt es aber auf den Ping sowohl bei aktiver Priorisierung als auch ausgelasteter Bandbreite an. Am Notebook mit dem Killer-Adapter können wir trotz mehrerer Downloads und Streams im Heimnetzwerk keinen höheren Ping feststellen. Nun sind wir aber enttäuscht, dass trotz manueller Priorisierung der Ping mit einem herkömmlichen Netzwerkadapter leicht steigt. Tadellos scheint die Engine also nur funktionieren, wenn auch auf Client-Seite ein Killer-Adapter vorhanden ist.
Linksys WRT32X Fazit: Gute aber teure Software
Rivet Networks versteht es, dem Gamer zur Killer-Hardware nützliche Software mit an die Hand zu geben, die sich auf das Wesentliche konzentriert und ihn nicht mit Features erschlägt. Ein unkompliziertes "plug and play" und ein übersichtliches Webinterface sind wichtiger als ein Dschungel aus Menüpunkten und Checkboxen. Verglichen mit dem physisch identischen WRT3200ACM hat Linksys die Admin-Oberfläche des WRT32X aber nicht nur vereinfacht, sondern auch beschnitten. Klar ist sie hier übersichtlicher, ambitioniertere Anwender werden aber einige Funktionen vermissen.
Außerdem ist der Aufpreis des Killer-Routers bislang viel zu saftig. Während der WRT3200ACM aktuell schon für 180 Euro zu haben ist, kostet der WRT32X noch gut stolze 295 Euro. Das ist eine Preissteigerung um fast zwei Drittel - und das lediglich für eine automatische Erkennung und Priorisierung eines verbundenen Killer-Adapters im heimischen Netzwerk. Dabei ist die manuelle Priorisierung im günstigeren Zwilling (und auch anderen Modellen) wirklich nicht kompliziert einzurichten. Dennoch: Unsere Ping-Tests lassen vermuten, dass die Killer-Priorisierung besser funktioniert als die manuelle mit einem Nicht-Killer-Adapter. Denn in unserem Test stieg der Ping leicht bei ausgelasteter Leitung trotz Priorisierung des Geräts. Das kann aber auch dadurch umgangen werden, die Bandbreite einfach nicht vollständig auszulasten, wenn es auf die letzte Millisekunde Ping ankommt.
Die Tests mit dem Killer-1435-Adapter sind ein Indiz für die gute Hardware-Qualität. Auch ist es verständlich, dass Rivet Network die softwareseitigen Features an die eigenen Module koppelt. Wegen des mäßigen Preis-Leistungsverhältnis und der spärlichen Verfügbarkeit werden die Killer-Features aber nach wie vor nicht dem Nischendasein entwachsen.

Für 260,-€ bekommt man eine 7590 und das ding läuft Super.
Für das Geld würde man 2 Fritzboxen 6490cable bekommen. Habe leider schon 2....Und die liefern eine bessere Leistung. Zwar schwankt diese im Wlan zwischen 200 und 440mbit aber besser als nichts. Kabel ist immer bei 420mbit. Ping ist in Battlefield 1 und bei Titanfall 1 mit unter 25ms super.
Für den Preis würde ich doch lieber nen billig managed Switch kaufen und den ganzen IoT Mist in ein eigenes VLAN packen. Das wäre mal was neues bei Consumer Routern wenn der 802.1Q könnte. Aber so gähn.. langweiliges überteuertes Gerät.
Aber ich bin eh kein onlinegamer und meine aktuelle fritzbox 7590 stimmt mich sowieso super zufrieden.
Nix was ich bräuchte.
Aber ich bin eh kein onlinegamer und meine aktuelle fritzbox 7590 stimmt mich sowieso super zufrieden.