Windows 7 von PC Fritz: Käufer müssten die Ware eigentlich vernichten
Nachdem gestern die Meldung vom ersten Urteil im Fall PC Fritz die Runde machte, äußerte sich nun ein Sprecher von Microsoft zum Thema. Endkunden müssten demnach die dort gekauften Windows-7-Versionen eigentlich vernichten und dürften sie nicht weiterverwenden.
Gestern ist das erste Urteil im Fall PC Fritz und den illegal verkauften Windows 7 Lizenzen gefallen: knapp fünf Jahre Haft für einen der Männer wegen Steuerhinterziehung. Derweil fragen sich gewiss viele Kunden von PC Fritz, was nun mit ihren illegalen Windows-7-Versionen ist. Microsoft-Sprecher Heiko Elmsheuser sagte in einem Gespräch mit Golem: "Ist eine Rückgabe nicht mehr möglich, müsste der Nutzer strenggenommen die Raubkopie vernichten und eine Originalversion kaufen und neu installieren."
Damit ist Microsoft rechtlich auf der richtigen Seite. Wer Hehlerware – auch unwissentlich – ersteht, hat kein Recht auf Weiternutzung. Der Klassiker sind geklaute Autoradios, die oft auf Ebay verkauft und dann von der Polizei beschlagnahmt werden. Der Kunde hat dann den Schaden – meist ohne Aussicht auf Kompensation, denn hierfür wäre der Händler verantwortlich, an dem man aber meist nicht mehr herankommt.
Es ist also nicht verwunderlich, dass Microsoft die rechtlich saubere Variante empfiehlt. Auch in Hinblick auf manipulierte Windows-7-DVDs, die möglicherweise mit Malware verseucht sind, wie Golem in seinem Artikel anmerkt. Allerdings ist es eher unwahrscheinlich, dass Microsoft gegen Endkunden vorgeht. Mit Bestimmtheit lässt sich das nicht sagen, aber der Redmonder Software-Konzern konzentrierte sich in den letzten Jahren stets auf Händler, die den großen Reibach wittern. Rechtsmittel stünden dem Konzern aber offen.
Ein letztes Überbleibsel von PC Fritz ist die Facebook-Seite, die noch im Netz verfügbar ist, sowie der Twitter-Account. Die Webseite wurde bereits abgeschaltet. Außerdem ist nach wie vor die Hehlerware bei zahlreichen Kunden. PC Fritz ließ die DVDs, die Dell-Reinstallations-Disks nachempfunden sind, zuletzt in der Ukraine fertigen und orderte die Lizenzschlüssel in Hongkong. Beides wurde dann verpackt und mit gefälschten Echtheitszertifikaten versehen. So zumindest der aktuelle Wissensstand - für gewerblichen Betrug verurteilt wurde bisher niemand. Dass es wohl nicht ganz legal zuging, zeigen auch die Anstrengungen der Hintermänner, ihre Deals zu vertuschen.

Gut das ich mich frühzeitig von deren Lizenzen getrennt hatte. Die große Frage ist allerdings wie viele von deren Lizenzen wirklich gefälscht sind. Generell ist es ja legitim das die Fritz Fakes im Off landen. MS könnte denen ja eine vergünstigte Lizenz anbieten als Ausgleich
Ja bring die mal bitte bei.
MS sollte in dem Fall richtig hart durchgreifen.
Aber interessanterweise ist es oft so, dass diejenigen, die am lautesten nach Bestrafung schreien selber Dreck am Stecken haben...
MS sollte in dem Fall richtig hart durchgreifen.
Sie müssen es ja nicht tun, aber es wäre eine gute Gelegenheit das Image zu verbessern. Ein gutes Image zu haben schadet nie, ist meist sogar förderlich.
AFAIR war schon Win8 auf den Markt bzw. kurz vor Release, als die Win7-Versionen bei PC-Fritz billig verkauft wurden. Zumindest als es bekannter wurde.
Nicht umsonst hat MS bereits nach SP1 keine Featureupdates mehr veröffentlicht, eben weil der illegale Markt so stark zugenommen hat. Von dem Geld von illegalen Lizenzen sieht MS nämlich NICHTS.