Arctic Liquid Freezer 240: Empfehlenswerte Kompaktwasserkühlung im Test
Kompaktwasserkühlungen sind für den Durchschnittsnutzer meist die schlechtere Alternative zur Luftkühlung. Arctic möchte dies ändern - wir prüfen, ob die Liquid Freezer 240 tatsächlich besser und vor allem effizienter arbeitet als konventionelle Tower-Kühler und machen den Test.
Kompaktwasserkühlungen haben widerlegt, dass alles oberhalb einer Luftkühlung teuer und umständlich ist - leider wurden diese Vorurteile gegenüber modularen Wasserkühlungen aber nur durch die Adjektive "laut" und "noch lauter" ersetzt. Tatsächlich zeichnen sich die meisten von PCGH getesteten Kompaktwasserkühlungen durch sehr laute Lüfter aus, deren Leistung sich kaum in niedrigeren Temperaturen niederschlägt. Selbst wenn man diese gegen hochwertige Retail-Produkte austauscht, was meist zu einem deutlich dreistelligen Gesamtpreis führt, sind die meisten Kompaktwasserkühlungen aufgrund der Lautheit ihrer Pumpe nicht für den Silent-Betrieb geeignet. Genau dieser gehört aber seit langem zum Kernfokus von Arctic-Produkten - dementsprechend groß ist das Interesse an der ersten Kompaktwasserkühlung der Schweizer Kühlspezialisten.
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Arctic Liquid Freezer 240: Aufbau
Quelle: PC Games Hardware
Arctic Liquid Freezer 240: Ins Lüfterkabel integrierte Y-Verteiler erleichtern den Anschluss, aber nicht das Kabelmanagement.
Gefertigt wird die Kühlung aber aus Kostengründen nicht in der Schweiz, sondern beim OEM-Fertiger Asetek - wie auch ein großer Teil der anderen am Markt befindlichen Kompaktwasserkühlungen. Neben der Pumpeneinheit nebst Halterung und den Schläuchen hat Arctic auch beim Radiator und dessen Befestigungsmaterial ins Standard-Teileregal gegriffen, wie ein Aufkleber verrät. Optisch verrät neben den Lüftern nur die Abdeckung der CPU-Kühler-Pumpeneinheit, dass man es nicht mit einem Produkt von beispielsweise Corsair, Cryorig oder Thermaltake zu tun hat. Für den Anwender bedeutet dies keinen Nachteil, denn zum einen hat Corsair bereits in mehreren PCGH-Tests vorgeführt, dass die Asetek-Pumpen bei sinnvoller Abstimmung zu den leiseren am Kompaktwasserkühlungsmarkt gehören - zum anderen macht die Konkurrenz eben gerade bei der Lüfter-Abstimmung Fehler.
Arctic geht hier in doppelter Sicht einen eigenen Weg. Zunächst drehen die beiliegenden, hauseigenen F12-Lüfter mit 1.300 U/min erfreulich langsam. Bei der Konkurrenz messen wir meist über 2.000 U/min, der Rekord liegt bei ohrenbetäubenden 2.700 U/min. Zum anderen verbaut Arctic gleich vier Lüfter auf dem 2×120-mm-Radiator. Mittels Push-Pull-Betrieb wird so bei gleicher Drehzahl mehr Luft durch die Lamellen gepresst beziehungsweise bei reduzierter Drehzahl die gleiche Kühlleistung erreicht. Der Nachteil soll aber nicht verschwiegen werden: Mit 88 mm zuzüglich Schraubenköpfen ist die Liquid Freezer 240 zu dick, um in Midi-Towern zwischen Mainboard-Oberkante und Gehäusedeckel platziert werden. Wer keinen geräumigen Big Tower hat ist also entweder auf eine seitlich versetzte Befestigungsmöglichkeit angewiesen oder er muss auf die Gehäusefront ausweichen. Sonst kollidiert die Liquid Freezer 240 mit RAM und Mainboard-Kühlern.
Arctic Liquid Freezer 240: Lüfter und Lautheit
Mehr Lüfter bedeutet auch mehr Lüfteranschlüsse und mehr Geräuschquellen. Dem ersten Problem kommt Arctic mit Y-Verteilern zuvor, die in die Lüfterkabel integriert sind. So reicht ein Anschluss zur Steuerung aller Lüfter, sofern dieser die Gesamtstromstärke von knapp 1 A verträgt. Casemodder dürften aber ihre liebe Not haben, um den vierfachen Kabelstrang unsichtbar zu verlegen. Ebenfalls Entwarnung geben können wir bei der Lautheit. Mit 2,5 Sone ist die doppelt bestückte Liquid Freezer 240 zwar lauter, als beim Betrieb mit nur zwei Lüftern (2,0 Sone maximal), aber immer noch deutlich leiser quasi alle anderen Kompaktwasserkühlungen. Drosselt man die Lüfterdrehzahl auf 50 Prozent, liegen sogar nur noch sehr gute 0,2 Sone an (ein- wie zweiseitige Bestückung) - zumindest wenn die Lüftersteuerung das richtige PWM-Signal ausgibt. Hier zeigen sich die Arctic-Lüfter empfindlicher als viele andere Produkte und verursachen an unserer Zalman-Referenz-Steuerung bereits bei 75 Prozent ihrer Nenndrehzahl ein penetrantes Fiepen, dass die Lautheit im Vergleich zu analoger Regelung von 1,0 auf 1,6 Sone ansteigen lässt. 50 Prozent Drehzahl erreichen wir auf diesem Wege gar nicht, bei minimal 940 U/min ist Schluss, weswegen wir für den gesamten Test auf eine analoge Steuerung zurückgreifen und die beiliegenden Lüfter als faktische 3-Pin-Modelle bewerten.
Arctic Freezer 240: Kühlleistung
Quelle: PC Games Hardware
Arctic Liquid Freezer 240: Die Pumpe entspricht dem Asetek-Standard - was nicht das Schlechteste bedeutet.
Eine niedrige Lautheit ist wenig wert, wenn die Lüfter aufgrund mangelnder Leistung weiter aufgedreht werden müssen. Diese Gefahr besteht bei der Liquid Freezer 240 aber nicht. Selbst im Vergleich zu den sehr guten Werten anderer Kompaktwasserkühlungen weiß sie sich zu behaupten - dabei sind letztere nicht selten doppelt so laut. Dementsprechend gut fällt auch die Effizienzwertung aus, eingeregelt auf 1,0 Sone (nur Lüfterlautheit berücksichtigt) setzt Arctic mit 47,4 °C einen neuen Bestwert. Zum Vergleich: Die zweitbeste Kompaktwasserkühlung mit 2×120-mm-Radiator, Corsairs H110i GTX, erreicht 49,0 °C und die restliche Konkurrenz scheitert meist schon an Noctuas Luftkühlerreferenz, dem NH-D15 mit 50,8 °C (CPU-Temperatur normiert auf 20 °C Umgebungstemperatur).
Überraschenderweise kann Arctic einen Großteil dieser Leistung auch beim Betrieb mit nur zwei Lüftern halten. Die so 25 mm flachere Kühlung erzielt bei 100 und 75 Prozent der Maximaldrehzahl nur um 0,5 beziehungsweise 0,7 Kelvin schlechtere Werte. Bei 1,0 Sone beträgt die Differenz gar nur 0,1 Kelvin, da die geringere Lüfteranzahl eine leicht höhere Drehzahl bei gleicher Lautheit ermöglicht. Damit untermalt die Liquid Freezer 240 anschaulich, wie sinnlos die lauten Lüfter mancher Konkurrenzprodukte, denn offensichtlich limitiert der Luftdurchsatz die Kühlleistung erst bei deutlich niedrigeren Drehzahlen. Hier zeichnet sich dies mit einem Temperaturanstieg um 3,2 Kelvin bei Halbierung der Lüfteranzahl ab.
Arctic Freezer 240: Pumpe und Fazit
Die leise Abfuhr der Abwärme an die Umgebungsluft beherrschen Radiator und Lüfter der Liquid Freezer 240 also vorbildlich, aber auch die Pumpe macht ihre Arbeit durchaus gut. Wir messen 0,2 Sone für die entkoppelte CPU-Kühler-Pumpeneinheit, nur ein kleiner Teil der Konkurenz schafft 0,1 Sone. Prinzip bedingt ist aber auch Arctic nicht vor Vibrationen gefeit. Je nach Mainboard können Resonanzen für eine zusätzliche Geräuschentwicklung sorgen, wir messen 0,4 Sone auf einer Beispielplatine. Auch mit diesem Wert bewegt sich die Liquid Freezer 240 durchaus am oberen Ende des Marktes und ist prinzipiell für leise Rechner geeignet. Ultra-Silent-Enthusiasten müssen wir aber weiterhin abraten.
Dafür nimmt Arctic eine ganz andere, zweite Zielgruppe ins Auge: Sparfüchse. Denn für knapp 70 Euro wird die Liquid Freezer günstiger angeboten, als viele High-End-Doppelturmkühler. Und diese können die Leistung der Liquid Freezer nur im untersten Drehzahlbereich überbieten, wenn bei unter 0,5 Sone die Pumpe einen gewichtigen Anteil an der Klangkulisse hat.
Bildergalerie
| Produkt | Liquid Freezer 240 |
|---|---|
| Hersteller | Arctic (www.arctic.ac) |
| Preis/Preis-Leistungs-Verhältnis | Ca. € 70,-/sehr gut |
| Link zum PCGH-Preisvergleich | www.pcgh.de/preis/1341649 |
| Ausstattungsnote | 2,57 |
| Enthaltene Lüfter/Anschluss/Entkopplung | 4× 120 mm/4 Pin (PWM-Nutzung problematisch)/keine |
| Montierbare Lüfter | je 2× 120 mm vorne und hinten |
| Lüfterdrehzahl min. – max.(PWM) | 640 – 1.320 U/min |
| Wärmeleitmittel/Lüftersteuerung/Extras | Tütchen MX-4/keine/Y-Verteiler (in Lüfter integriert), Kabelbinder |
| Erweiterbarkeit | Keine |
| Beiliegende Schrauben Radiator | UNC 6-32 Gewinde, 30 mm |
| Eigenschaftennote | 2,63 |
| Sockelunterstützung AMD | AM2(+)/AM3(+)/FM1/FM2(+) |
| Sockelunterstützung Intel | 1150/1155/1156/2011/2011-v3 |
| Maße (L × B × D Radiator), Gewicht mit Standardlüfter(n), Schlauchlänge | 273 × 120 × 88 mm, 1267 g, 32 cm |
| Montageaufwand (AMD/115X/2011) | Gering/gering/mittel |
| Platinenausbau nötig (AMD/115X/2011) | Nein/ja/nein |
| Gedrehte Montage möglich (AMD/115X/2011) | Ja/ja/ja |
| Leistungsnote | 1,23 |
| CPU-Temp., Standardlüfter (100/75/50% | 45,3/47,4/51,4 °C |
| Lautheit Standardlüfter (100/75/50%) | 2,5/1,0/,2 Sone |
| Schalldruck Standardlüfter (100/75/50%) | 37,2/28,4/19,9 dB(A) |
| CPU-Temp., Standardlüfter bei 1.0 Sone | 47,4 °C (970 U/min) |
| CPU-Temp., Referenzlüfter (100/75/50%) | 47,9/50,5/56,7 °C |
| Lautheit Referenzlüfter (100/75/50%) | 1,7/0,6/0,1 Sone (2 × 120 mm) |
| Schalldruck Referenzlüfter (100/75/50%) | 33,6/25,6/17,4 dB(A) (2 × 120 mm) |
| Lautheit Pumpe | 0,2 Sone |
| Fazit | + Relativ leise |
| + Leistungsstark | |
| - PWM-Störgeräusche | |
| Endnote | 1,78 |
Bei einer kurzen GraKa passt die AiO auch oft an der Front montiert in kleinere Gehäuse, habe die Arctic mit allen 4 Lüftern in ein Air 240 bekommen, plus oben zwei Lüfter und hinten zwei 80mm (GraKa sollte dann aber nicht länger als 22-23cm sein, eben mATX board länge). Alle Lüfter laufen bei mir auf einer Silentfancurve, also auch beim zocken nicht mehr als 600rpm, Temperaturen sind dann je nach Umgebung bei 50-55 Grad, bei sehr viel Last auch mal 60. Dafür ist die Kiste leise. Bin sehr zufrieden mit der AiO, habe sie auf einem i7 7700K (noch) auf Stock laufen. Beim Übertakten werde ich aber die Lüfterkurve etwas anheben, da kann man dann nochmal 5 Grad rausholen. Für den Preis imho eine hervorragende Kühlung, auch wenn sie recht schwer zu montieren ist aufgrund Gewicht/Größe, gerade in einem kleinen Case. Ein zweites paar Hände kann da helfen.
Das Hero müsste einen extra mit "pump" beschrifteten Fan-Header haben. Der ist in Werkseinstellung standardmäßig auf 100 Prozent fixiert.
Versuch mal die Pumpe an einen beliebigen ungesteuerten Lüfteranschluss anzuschliesen.
Hallo zusammen,
Habe das Asus ROG Maximus X Hero Mainboard + Intel Core i7 8700K gekauft.
Nun möchte ich die Arctic Liquid Freezer 240 AIO darauf verbauen.
Das Problem ist das sie nicht läuft auf dem Asus Mainboard, habe sie an AIO Fan angeschlossen und die Lüfter an CPU Fan.
Trotz mehrfachen Probierens im BIOS konnte ich sie nicht zum laufen kriegen. Temperaturen >75 Grad (87 Grad Maximal).
Hat jemand ein ähnliches Problem oder mache ich da evtl. was Falsch?
Bitte um Hilfe.
Jaja, der Formfaktor vom Board, hatte ich nicht bedacht, dass es auch kleinere Boards gibt, my fault, sorry.
Mit nem mini atx board und einer GraKa also unter 100.
aber bei nem Full atx fällt das s oder das nano raus, mit SLI sowieso, wäre jetzt interessant, was der Kollege denn außer der freezer für Hardware verbaut.
Grüße